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Freitag, 19. Juni 2026

Hot Streak

Vergesst die Fußball-Weltmeisterschaft. Der wahre, knallharte Leistungssport findet im Schaumstoffkostüm statt! Denn in Hot Streak (Jon Perry / Strohmann Games) messen sich schwitzende Vereinsmaskottchen auf einer Rennstrecke, während wir auf den unberechenbaren Verlauf und das unweigerlich im Chaos endende Finale wetten.
 
 
 
(Planbares) Chaos
In Hot Streak schlüpfen wir nicht etwa selbst in die Kostüme, sondern nehmen auf der Tribüne Platz. Über drei aufeinanderfolgende Rennen wetten wir auf die Platzierung der vier teilnehmenden Maskottchen. Dabei findet das eigentliche Spiel schon vor dem Startschuss statt. Denn dann werfen wir einen Blick auf die Rennkarten, die den Verlauf bestimmen. Diese werden im Vorfeld zufällig gezogen und bestimmen, wie sich die Protagonisten schlagen. Der Bär rennt in die falsche Richtung? Der Hot Dog stolpert? Dann vielleicht doch besser auf Queen-Mom setzen, immerhin liegen für die gleich mehrere gute Karten aus. Allerdings wandern von den Mitspielenden immer noch zusätzliche Karten in den Stapel und natürlich ist auch die Reihenfolge zufällig. Reichlich Platz für Unwägbarkeiten also.
 
 
Sprinten, Stolpern, Seitenschritt
Ist das Kartendeck vorbereitet, geben wir reihum unsere Wetten ab. Ob auf Sieg, Platz oder skurrile Seitenwetten, das ist ganz uns überlassen. Sobald die Wettscheine verteilt sind und der Rennstapel gemischt wurde, sind uns allerdings die Hände gebunden. Nun werden die Karten nacheinander aufgedeckt und das Drama nimmt seinen Lauf. Maskottchen rennen vorwärts, stolpern, drehen sich um oder laufen plötzlich schwungvoll in die völlig falsche Richtung. Dennoch dauern die Rennen nie länger als ein paar Minuten. Und nach der Ausschüttung unserer (sicher gigantischen) Gewinne, folgt direkt der nächste von drei Läufen.
 
 
Fazit
Hot Streak fällt auf, und das nicht nur auf spielerischer Ebene. Die herausziehbare Rennstrecke und die grandiosen Figuren sind ein absoluter Hingucker und verdienen ein Sonderlob, auch wenn das natürlich seinen Preis hat. Entsprechend verwundert es nicht, dass das Spiel schnell der Mittelpunkt eines Spieletreffs ist. Glücklicherweise macht es überdies auch noch Spaß, auf die Figuren zu Wetten, den eigenen Favoriten anzufeuern und über die Missgeschicke der Konkurrenz lauthals zu jubeln. Der Humor spielt hier jede Sekunde mit. Gleichzeitig kann genau das aber auch eine Herausforderung sein. Denn die lautstarke, hochemotionale Atmosphäre entsteht in erster Linie durch die Spielenden. Die Runde muss gewillt sein, mitzufiebern, mitzubrüllen und mitzujubeln. Wenn diese emotionale Bereitschaft am Tisch fehlt, plätschert das Renngeschehen eher trocken und glücksbetont vor sich hin. Entsprechend brilliert Hot Streak auch eher in größeren Gruppen.
 
Kritisch zu sehen sind zudem Thema und Altersempfehlung. Die Verlagsangabe „ab 6 Jahren“ halte ich für falsch. Zwar können auch jüngere Kinder Spaß haben, schlussendlich müssen aber Wahrscheinlichkeiten erfasst werden. Zudem leistet sich das Spiel einen seltsamen atmosphärischen Bruch im Thema. Laut Anleitung sind wir „glücklose Spielsüchtige“, was dem eigentlich so lockeren, bunten Thema einen unnötigen Beigeschmack verpasst. Im Spiel merkt man davon dann aber wenig. Auf spielfreudige und emotionale Gruppen wartet hier vielmehr ein echtes Spektakel.
 

 

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