Sonntag, 29. Mai 2022

Show me your Sound

Das grundlegende Prinzip von „Show me your Sound“ (Hope S. Hwang, Gary Kim, Yohan Goh / Nice Game Publishing) ist nicht wirklich neu. Eine Auslage kooperativ und mit Hilfe von Hinweisen zu reduzieren, hat zuletzt bei Similo von Heidelbär sehr gut funktioniert. „Show me your Sound“ hat aber etwas, was bislang kein Vertreter des Genres hatte: Geräusche.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Viele Bilder, ein Hinweisgeber
Neun Bildkarten liegen zu Beginn einer Partie „Show me your Sound“ aus. Eine davon ist die Zielkarte, die allerdings nur der Hinweisgeberin bekannt ist. Diese versucht nun, ihre Mitspieler auf die richtige Spur zu bringen. Dafür ist zwingend eine Internetverbindung nötig, denn die dafür verwendeten Sounddateien finden sich nur online. Runde für Runde hören wir uns dort einen kleinen Soundschnipsel an. Mal plätschert Wasser, mal muht eine Kuh oder Menschen lachen. Nach dem Anhören gibt die Hinweisgeberin einen Tipp, ob das gesuchte Bild zum Geräusch passt oder eben nicht.
 
 
Die Auswahl schrumpft
Nach dem Hinweis entscheiden die Mitspieler gemeinsam, welche Karte sie aus der Auslage entfernen wollen. Passt das Zielbild (laut Hinweisgeberin) zum Geräusch, sollte also eine Karte abgelegt werden, die nicht passt. So schrumpft die Auslage nach und nach, bis ein Fehler gemacht wird oder nur noch eine Karte übrigbleibt und die Gruppe gewinnt. Alternativ kann man sich direkt an die Herausforderungen für Fortgeschrittene wagen, bei denen man mehrere Stufen bewältigen muss. Diese beginnen mit nur zwei Bildkarten, werden aber stetig schwieriger.
 
Fazit
„Show me your Sound“ erfindet das Rad sicherlich nicht neu. Die Konzentration auf Töne hebt es aber positiv von vergleichbaren Werken ab und hat durchaus Vorteile. Denn während bei vergleichbaren Spielen häufig offensichtliche Merkmale Verwendung finden, muss der Ton fast immer interpretiert werden. Ob ein hupendes Auto besser zu einer Kuh oder einer Dartscheibe passt, bietet Diskussionspotential. Das sorgt für Leben am Tisch, insbesondere wenn die Meinungen auseinander gehen. Gerade gegen Ende muss häufig um die Ecke gedacht werden und die Spannung steigt. Die Vielzahl an Geräuschen und Bildern sowie die Auswahl selbst sind zudem wirklich gelungen.
 
Leider funktionieren die Hinweise allerdings nicht immer. Und dabei ist es weniger ein Problem unpassender Geräusche, sondern vielmehr, wenn es zu gut passt. Wenn wir früh ein Muhen hören und das gesuchte Bild ist eine Kuh, dann ist die Runde schon fast gelaufen. Solche und ähnliche Fälle sind zwar nicht gerade die Regel, kamen in meinen Runden aber mehrfach vor. Zudem verwirrt die Abgabe der Hinweise. „Das gesuchte Bild passt nicht“ wird für die Ratenden zu „Suche ein Bild, das gut passt“. Dieser Umweg führt gerade in den ersten Runden zu Fehlern. Offensichtlich hatte der Verlag das gleiche Problem, denn in meiner Ausgabe ist die enthaltene Spielerhilfe falsch herum beschriftet. Ersatz liegt allerdings bei. Und wenn sich erst einmal alle an die gedanklichen Knick gewöhnt haben, verspricht „Show me your Sound“ immer wieder unterhaltsame Runden.
 

 

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