Hisashi Hayashi ist spätestens seit Bomb
Busters, dem Spiel des Jahres 2025, kein Unbekannter mehr. Dass er es
thematisch auch deutlich friedlicher kann, zeigt er nun mit Circadia (Elznir
Games). Denn anstatt Bomben zu entschärfen, sammeln wir Geisterwesen und bauen
Habitate. Viel friedlicher geht es kaum. Dieser Eindruck setzt sich mit dem
Öffnen der Schachtel direkt fort. Denn das Material beschränkt sich im
Wesentlichen auf Karten. Einem schnellen Start steht also wen
ig im Weg.
Magier sind weise. Magier sind mächtig.
Und Magier sind…müde. Perfekt für uns. Denn so können wir uns heimlich, still
und leise seiner Schätze bemächtigen. Und das ganz ohne Risiko. Naja, zumindest
für uns. Denn in „Helden gesucht (Bethany Linder / Lookout Spiele) schlüpfen
wir nicht etwa in die Rolle der Helden. Nein, wie sind Personalmanager und als
solcher für die Zusammenstellung der passende Opfer Gruppe
verantwortlich.
Vergesst die Fußball-Weltmeisterschaft. Der
wahre, knallharte Leistungssport findet im Schaumstoffkostüm statt! Denn in Hot
Streak (Jon Perry / Strohmann Games) messen sich schwitzende Vereinsmaskottchen
auf einer Rennstrecke, während wir auf den unberechenbaren Verlauf und das unweigerlich
im Chaos endende Finale wetten.
Spiele
über Zeit haben ja oft ein Problem: Entweder sie fühlen sich gar nicht danach
an, oder sie werden schnell stressig. Take Time (Alexi Piovesan & Julien
Prothière / Libellud) geht einen anderen Weg. Hier wird Zeit nicht gemessen,
sondern gemeinsam gebaut. Klingt erstmal ein bisschen seltsam, ist aber im Kern
ein kooperatives Kartenspiel mit ziemlich klarer Idee. Und wie so oft bei
kooperativen Spielen gilt: Reden hilft. Also wird es natürlich verboten.
Siegpunkte sammeln, Gegner besiegen, die
Ziellinie zuerst erreichen… kurz: Gewinnen. Fast alle Spiele lassen sich
schlussendlich auf dieses Ziel reduzieren, selbst kooperative Spiele sind nur
selten eine Ausnahme. Aber es gibt sie. Jene Spiele, die das Spielen, das
Erleben selbst in den Vordergrund stellen. Bei Cozy Stickerville (Corey
Konieczka / Unexpected Games) wird nicht optimiert, nicht konkurriert und schon
gar nicht gewonnen. Stattdessen klebt man Sticker, erlebt Geschichten und
erfreut sich am Erblühen des gemeinsamen Dorfes.
Schon beim ersten Blick auf Formidabel!
(Friedemann Friese / 2F) kann man regelrecht die Marktschreier hören. „Frische
Tomaten, im Doppelpack billiger“. „Ein Stapel Gurken, besonders frisch und
lecker“. Oder aber „Ein Schwein… kostet nur drei Tomaten… dafür dürft ihr aber Weizen
in Schafe tauschen“. Häh? Ja, OK. Ganz so nach Marktschreier klingt das
irgendwie dann doch nicht. Aber auch so geht es am Tisch häufig laut zu. Auch
wenn eigentlich jeder für sich allein spielt.
2011 wird 7 Wonders Kennerspiel des
Jahres und entwickelt sich schnell zu einem modernen Klassiker. Fünf Jahre
später gewinnt 7 Wonders Duel den DuAli und zeigt eindrucksvoll, wie gut sich
das Grundprinzip auch auf zwei Personen zuschneiden lässt. Mit 7 Wonders
Architects, das 2022 eine Empfehlung zum Spiel des Jahres erhält, setzt sich
die Erfolgsgeschichte fort. Und nun? Nun versucht sich Antoine Bauza mit „7
Wonders Dice“ (Asmodee) an einer Umsetzung als Würfelspiel.
Neun Charaktere? Was sollen wir den mit
so wenig Personal anfangen? Das reicht ja noch nicht mal für eine
Fußballmannschaft, geschweige denn, um ein ganzes Schloss am Laufen zu halten.
Aber was solls. Wenn man uns Castle Combo (Grégory Grard, Mathieu Roussel /
Kosmos) nur neun Edelleute und Tagelöhner zugesteht, dann müssen wir eben das
Beste daraus machen.
Es gibt Spiele, die haben einfach einen
kleinen, aber feinen Dreh. Verso (Alexis Allard & Joan Dufour / Strohmann
Games) gehört genau in diese Kategorie. Eine Karte umdrehen und schon ändert
sich nicht nur die eigene Auslage. Nein, auch die Pläne der Mitspielenden
geraten schnell ins Wanken.
Kartenduelle für 2 Personen erfreuen
sich aktuell einer großen Beliebtheit. Und der Verlag Board Game Circus hat
daran sicher keinen kleinen Anteil. Allein in den vergangenen Monaten
erschienen mit „Instinkt“, „WizardsCup“ und nun eben „Naishi“ (Mathieu Bieri,
Alex Fortineau) drei Vertreter des Genres, von anderen Verlagen will ich da gar
nicht erst anfangen. Insbesondere Letztgenanntes hat mir dabei in den
vergangenen Wochen viel Spaß gemacht, weshalb ich das Duell am japanischen
Kaiserhof hier vorstelle.