Dienstag, 7. September 2021

Spirit Island: Zerklüftete Erde

Spirit Island gehört seit einigen Jahren zu den wenigen Spielen, die bei mir immer wieder auf den Tisch kommen. Ohne die Zahl der Partien genau nachzuhalten, dürfte es inzwischen vermutlich dreistellig sein. Dennoch kommt selbst bei einem solchen Dauerbrenner irgendwann das Gefühl auf, Alles gesehen haben. Glücklicherweise hat Pegasus Mitleid mit uns Spielern und liefert bereits die zweite Erweiterung. Und „Zerklüftete Erde“ (Eric Reuss) kommt mit einem riesigen Berg Material daher, der dem Basisspiel in Nichts nachsteht. 
 
 
 
 
 
 
 
Spannende Ideen
In „Zerklüftete Erde“ nehmen die neuen Elemente eine eher untergeordnete Rolle ein, auch wenn durchaus ein paar spannende Ideen enthalten sind. So gibt es inzwischen Einöde-Plättchen, die den Schaden in einem Gebiet erhöhen und Element-Plättchen, die den Geistern alternative Wege zu den begehrten Elementen bieten. Für die vier Startgeister aus dem Basisspiel liegen zudem Aspektkarten bei, die das Spielgefühl leicht anpassen. Gleiches gilt für ein paar Varianten (etwa andere Inselformen), die in der Anleitung beschrieben werden.
 
 
More of the same
Wer die erste Erweiterung „Ast & Tatze“ nicht kennt, bekommt es zudem nun mit den Ereigniskarten zu tun, die jede Runde für etwas Chaos sorgen. Bei Interesse verweise ich hier aber auf die Rezension der ersten Erweiterung. Natürlich liegen auch wieder haufenweise neue Karten bei. Insbesondere die schwachen und starken Fähigkeiten bieten noch einmal eine enorme Abwechslung und durchaus auch ein paar neue Optionen, wie das Isolieren einzelner Landstriche. Spielmaterial für einen fünften und sechsten Spieler sowie eine Handvoll neuer Szenarien und Nationen runden den Inhalt ab.
 
Neue Geister
Mit Abstand am sehnlichsten erwartet wurden, zumindest von mir, allerdings die zehn neuen Geister. Diese sind durchweg von höherer Komplexität und nicht für Anfänger zu empfehlen, zugleich aber auch sehr spannend zu spielen. So ist der Vulkan auf kurze Reichweite extrem zerstörerisch, muss sich aber nach einem Ausbruch neu aufbauen. Der Gestaltwandler spielt dagegen jede Runde eine zufällige Karte und sorgt damit auch bei den Mitspielern für Chaos. Und damit kratze ich nur an der Oberfläche dessen, was es zu entdecken gibt.
 
 
Fazit
Ich zitiere mich an dieser Stelle einfach mal selbst: „Spirit Island ist ein echtes Schwergewicht…[dessen] Detailfülle schnell erschlägt“. Es ist wohl keine Überraschung, dass die Erweiterung da noch mal eine Schippe drauf packt. Und zumindest einen Teil davon hätte es für mich nicht benötigt. Denn mit mehr als 4 Spielern will ich Spirit Island schlicht nicht spielen. Die benötigten Absprachen und der Umfang nehmen hier einfach so extrem zu, dass selbst ich keinen Spaß mehr daran habe. Auch die Einöde-Plättchen finde ich persönlich unnötig. Der Einfluss ist (abgesehen von speziellen Geistern) selten entscheidend, der Aufwand steigt aber erneut. Gleiches gilt für die Szenarien, die zwar durchaus in Ordnung sind, mehr aber auch nicht.
 
Aber seien wir ganz ehrlich: Das Kernstück der Erweiterung sind die neuen Fähigkeiten und insbesondere die zusätzlichen Geister. Und hier kann „Zerklüftete Erde“ richtig punkten. Denn fast jeder Geist bietet einzigartige und sehr besondere Spielweisen. Urplötzlich ergeben sich ganz neue Herausforderungen und Herangehensweisen, alte Strategien müssen angepasst oder direkt über den Haufen geworfen werden. Erfahrene Spieler finden allein hier bereits viele Dutzend Stunden an Spielspaß. Obwohl die sonstigen Ideen in der Erweiterung eher überschaubar ausfallen, rechtfertigen für mich allein schon die Geister eine klare Kaufempfehlung.
 

 

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