Freitag, 20. Juni 2014

Vorschau Essen 2014: La Granja



Essen-Vorschau 2014: La Granja
Zugegeben, die Aussage „Essen-Vorschau“ passt im Falle von La Granja nicht wirklich. Der Erstling des Duos Andreas Odendahl und Michael Kellervon wird voraussichtlich bereits im Juli bei Spielworxx erscheinen, Vorbestelluneg sind bereits HIER möglich. Macht aber nix, Zeit für eine Vorschau ist schließlich trotzdem noch. Und so lässt sich immerhin das obligatorische Sommerloch mit einem echten Schmankerl für uns Vielspieler füllen.

Ich hatte beim Herner Spielewahnsinn bereits die Möglichkeit mir La Granja erklären zu lassen und es im Anschluss anzuspielen. Schnell war dabei klar, dass es sich bei La Granja um ein Spiel für erfahrene Spieler handelt. Viele der Mechanismen kennt man dabei bereits aus früheren Spielen. Eine so gelungene Verzahnung verschiedener Elemente verdient trotzdem einiges an Beachtung.



Karten aus Ruhm für Rom
Einer der Grundlegenden Kernmechanismen in La Granja sind die Karten. In jeder der 6 Runden dürfen wir eine Handkarte spielen, wobei sich der Effekt unterscheidet je nachdem wohin die Karte gespielt wird. Stecken wir die Karte links am Hof an, können wir dort in späteren Runden Trauben oder Weizen anbauen. Alternativ können wir über die Karten persönliche Aufträge annehmen welche uns bei Erfüllung Siegpunkte und Joker-Waren bescheren. Rechts im Hof bietet eine Karte Boni in weiteren Runden. Ein größeres Einkommen ist dabei ebenso zu erreichen wie zusätzliche Karten oder Schweineställe. Zuletzt können wir die Karten unter unserem Hof platzieren und damit einmalige Sonderfähigkeiten freischalten.

Würfel aus Yspahan
Abseits von den Karten stehen uns jede Runde 3 Aktionen zur Verfügung. Dabei dürfen wir aber nicht einfach frei wählen sondern sind vielmehr an Würfelergebnisse gebunden. Abhängig von der Spielerzahl werden mehrere Sechsseiter geworfen und je nach Zahl auf 6 verschiedene Aktionsfelder verteilt. Wer am Zug ist, nimmt sich schlicht einen Würfel und führt die entsprechende Aktion aus. Unter den Aktionen finden sich dabei Warenlieferungen, Gelderwerb oder auch kostenlose Waren. Liegt bei einer Aktion kein Würfel, kann diese nicht mehr ausgeführt werden.


Viehzucht aus Agricola
Wer einen echten Hof führen will, der darf natürlich auch auf Viehzucht nicht verzichten. Im Falle von La Granja beschränkt sich diese allerdings auf die Haltung und Verarbeitung von Schweinen. Zu Beginn stehen uns dabei zwei Stallplätze zur Verfügung. Gerade genug für ein einzelnes Paar Schweine. Um vom Nachwuchs zu profitieren müssen wir also eine Karte rechts an unseren Hof anbauen und damit für zusätzlichen Stallplatz sorgen. Den Rest übernehmen die Schweine dann selbst.

Verdrängungsmechanismus aus Luna
Wie bereits Oben beschrieben können wir über Karten private Aufträge freischalten. Erfüllen wir diese, dürfen wir auf dem zentralen Markt einen unserer Spielsteine platzieren. Je nach Schwierigkeit des Auftrages stehen uns dabei höherwertige Felder zur Verfügung. Platzieren wir einen Stein, verdrängen wir alle benachbarten Mitspieler die auf einem benachbarten Feld niedrigerer Wertung stehen. Dies sorgt einerseits für einen eigenen Punkteregen und behindert gleichzeitig die Mitspieler. Obendrein kommt auf diesem Weg ein größeres Maß Interaktion ins Spiel.


Elegant verzahnt, erfolgreich ergänzt
Dass viele der Mechanismen von La Granja schon aus anderen Spiele bekannt sind sorgt dafür, dass erfahrene Spieler etwas schneller ins Spiel kommen. Die gelungene Verzahnung der Mechanismen stellt dabei aber sicher, dass man nie das Gefühl hat, so etwas schon einmal gespielt zu haben. Obendrein tragen die Autoren durchaus noch eine ordentliche Sammlung eigener Ideen bei. So ist etwa die Zugfolge häufig mit anderen Aktionen gekoppelt und hart umkämpft, Bonusplättchen für Lieferungen sorgen für zusätzliche Motivation und Dachplättchen liefern Punkte und Einmalaktionen. Auch das Abliefern von Waren muss erst teuer erkauft werden. Dass all diese Elemente sich so perfekt ergänzen, kann man den Autoren gar nicht hoch genug anrechnen.

Fazit
Ich hatte bisher nur die Möglichkeit, etwas mehr als eine halbe Partie zu spielen. Entsprechend kann und will ich mir noch kein abschließendes Urteil bilden. Mein Ersteindruck ist aber durchweg positiv. Bereits auf den ersten Blick offenbaren sich dutzende Vorgehensweisen. Die schiere Menge an Karten sorgt für Abwechslung, die Verwendung von Würfeln unterbindet zu intensives Grübeln. Trotzdem muss jeder Zug genau überdacht werden, frühe Fehler können einem durchaus das Spiel kosten. Hier braucht es wohl die eine oder andere Partie, um wirklich voll durchzusteigen.

Was bleibt ist ein erstklassiges Spiel, welches bewährte Elemente gelungen verbindet und durch eigene Ideen ergänzt. Obendrein hat La Granja für ein Spiel dieser Art überraschend viel Interaktion. Damit müsste es sich auch vor der umfangreichen Konkurrenz während der Spiel in Essen nicht verstecken. Ich freue mich aber, dass wir auf diese Perle nicht mehr so lange warten müssen.

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