Donnerstag, 19. Februar 2015

Cacao

Innovativer Kakao-Anbau
So, ich hab’s nachgelesen. Auch in Südamerika legen Landwirte ihre Felder zumeist rechteckig an. Je nach landschaftlichen Gegebenheiten können auch einmal längliche oder eher unförmige Varianten auftauchen. Was aber fast garantiert niemals zu sehen ist, sind Kakaoplantagen in Form einer Kakao-Bohne. Naja, fast niemals. Denn in Cacao (Phil Walker-Harding / Abacusspiele) haben wir es sogar mit dutzenden dieser eher ungewöhnlichen Formen zu tun. Und wer hier öfters mitliest weiß jetzt schon: Wenn sich der Rezensent über solche Kleinigkeiten mokiert, hat er wahrscheinlich sonst nicht viel zum meckern gefunden.

In Cacao legen wir ganz klassisch Dschungel-Plättchen aus, auf denen Felder, Märkte und allerlei weitere nützliche Örtlichkeiten abgebildet sind. Mittels unserer Arbeiter nutzen wir diese, um am Ende das meiste Geld zu machen. Nur dass unsere Arbeiter hier ganz unklassisch ebenfalls in Form von Plättchen auftauchen.


 
Ein Stapel voller Arbeiter
Zu Beginn präsentiert sich der Dschungel noch recht unspektakulär, liegen doch gerade einmal 2 Plättchen aus. Auf einem davon ist eine Plantage zu sehen, die uns eine Kakao-Bohne offeriert. Das andere Plättchen zeigt einen Markt, wo wir ebenjene gewinnbringend verschachern können. Um allerdings in den Genuss eines solchen Plättchens zu kommen, müssen wir unsere Arbeiter aussenden. Diese stehen uns ebenfalls in Form eines Plättchenstapels zur Verfügung, 3 davon haben wir stets auf der Hand. Zu sehen sind darauf 4 Arbeiter, die sich an den Rändern tummeln. Ein gleichmäßiges Aufteilen ist dabei ebenso vertreten, wie das Gruppieren von 3 Kollegen an einer Seite.

Wer am Zug ist, platziert schlicht eines seiner Arbeiterplättchen mit mindestens einer Seite  an ein Dschungelplättchen und löst dessen Effekt so oft aus, wie Arbeiter an der entsprechenden Schnittstelle zu sehen sind. Entsteht beim Anlegen ein leeres Feld an das mindestens 2 Arbeiterplättchen angrenzen, wächst obendrein der Dschungel. Eines der beiden offenen Dschungel-Plättchen wird platziert und alle benachbarten Arbeiter werden aktiv. So entsteht mit der Zeit ein Schachbrettmuster aus sich abwechselnden Arbeiter- und Dschungelplättchen.

Was der Dschungel so bietet
Abseits von Plantagen und Markfeldern wechselnder Qualität bietet der Dschungel auch einige weitere Überraschungen. So offerieren Minen sofortige Siegpunkte, Sonnensteine bieten am Spielende die Möglichkeit eigene Arbeiterplättchen zu überbauen und damit den Effekt der Dschungelplättchen noch einmal zu nutzen. In Tempel liegen dagegen haufenweise Siegpunkte ungenutzt herum die derjenige bekommt, der mehr Arbeiter in direkter Nachbarschaft hat.

Nicht verschwiegen werden sollten darüber hinaus die Wasserlöcher. Wie jeder weiß, ist die Versorgung der eigenen Felder mit Wasser ein essenzieller Bestandteil der Landwirtschaft. So auch hier, wo dies in Form eines Wasserträgers auf dem eigenen Tableau dargestellt wird. Dieser startet auf einem Feld das bei Spielende 10 Minuspunkte bringt. Mittels an Wasserlöchern platzierten Arbeiter kann dies allerdings auf bis zu 16 Pluspunkte gesteigert werden. Wer nach dem Legen des letzten Plättchens eine Chance auf den Sieg haben will, sollte das kühle Nass also auf keinen Fall ignorieren.


Fazit
Obwohl die Grundregeln von Cacao simpel und der Einstieg sehr einfach ist, fühlt sich das Spiel doch über weite Strecken unverbraucht an und bietet durchaus einige taktische Möglichkeiten. Da ein gelegtes Plättchen niemals mir alleine gehört, muss stets zwischen dem eigenen Vorteil und dem der Mitspieler abgewogen werden. Lieber selbst einige Punkte einfahren oder dem Mitspieler ein schlechtes Plättchen zu seinen 3 Arbeitern legen? Oder ihm freundlicherweise 4 Bohnen zukommen lassen, wo im Lager nur noch Platz für 1 ist? Für ein solch simples Spiel bietet Cacao ein überraschend hohes Maß an Interaktion.

Deutliche Unterschiede im Spielgefühl sind dabei allerdings in Abhängigkeit von der Spielerzahl zu erkennen. Zwar verläuft eine Partie Cacao auch in Vollbesetzung sehr flott und ohne größere Wartezeiten, der Einfluss nimmt aber mit jedem Mitspieler ab. So ist es in der Partie zu viert mit etwas Pech durchaus möglich, dass ein Spieler an keines oder nur eines der stets knappen Wasserplättchen herankommt. Ohne die dort zu holenden Punkte ist ein Spielsieg aber deutlich erschwert. Entsprechend kann ein Mitspieler durchaus auch einmal unverschuldet ohne echte Siegchance sein.

Kann man mit diesem durchaus spürbaren Glücksfaktor aber umgehen, bietet Cacao tatsächlich kurzweiligen Spielspaß und eine ganz neue Herangehensweise an die Platzierung von Arbeitern.

Wenn ihr gerne Plättchen legt, schaut euch doch auch einmal die Besprechungen zu Sanssouci und Gardens an. Oder spielt ihr gerne zu zweit? Dann könnte Limes etwas für euch sein.


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