Hisashi Hayashi ist spätestens seit Bomb
Busters, dem Spiel des Jahres 2025, kein Unbekannter mehr. Dass er es
thematisch auch deutlich friedlicher kann, zeigt er nun mit Circadia (Elznir
Games). Denn anstatt Bomben zu entschärfen, sammeln wir Geisterwesen und bauen
Habitate. Viel friedlicher geht es kaum. Dieser Eindruck setzt sich mit dem
Öffnen der Schachtel direkt fort. Denn das Material beschränkt sich im
Wesentlichen auf Karten. Einem schnellen Start steht also wen
ig im Weg.
ig im Weg.
Drei Stapel und ein Geisterwesen
Beginnen wir mit den Habitaten. Von
diesen gibt es 3 verschiedene Arten (Wald, Fluss und Nebel), jeweils 3 davon
liegen offen aus. Genau diese Karten sind das Ziel unserer Begierde, dienen sie
doch als Heimat für Geisterwesen. Fünf davon finden sich anfänglich auf unserer
Hand, passend zu den Habitaten und mit Werten von 1 bis 5. In unserem Zug
spielen wir beliebig viele Karten mit dem gleichen Wert in die persönliche Auslage.
Allerdings dürfen die Werte, wie sollte es auch anders sein, nicht sinken. Das
Gemeine: Der Wert der ausgespielten Karten bestimmt gleichzeitig, wie viele
neue Karten wir aus der zentralen Auslage nehmen dürfen. Eine Fünf klingt
deshalb zunächst verlockend, fünf neue Karten sind schließlich fünf neue
Möglichkeiten. Dummerweise schränken genau diese hohen Karten die Erweiterung
meiner Auslage massiv ein. Also vielleicht doch liebe ein paar Einser spielen, nur
eine Karte nachziehen dafür aber die eigene Auslage flexibel halten. Ein
spannendes Dilemma.
Sprinten, Stolpern, Seitenschritt
Das Hantieren mit den Geistwesen hat
eigentlich nur das Ziel, genug Karten zusammenzubekommen, um sich eines der
Habitate leisten zu können. Die punkteträchtigen Karten sind natürlich
schwieriger zu erreichen und auch für die Mitspielenden verlockend. Zusätzlich
müssen die Habitate in einer Tag-Nacht-Folge gesammelt werden. Eine attraktive Karte
kann deshalb im falschen Moment völlig nutzlos sein. Damit entsteht ein schönes
Wettrennen um die wertvolleren Habitate. Wer zu lange wartet, riskiert, dass
ein lukratives Ziel weg ist. Wer zu früh zugreift, nimmt vielleicht Punkte mit,
verbaut sich damit aber die bessere Gelegenheit für den nächsten Zug. All das
will auf dem Weg zu den für den Sieg nötigen 15 Punkten berücksichtigt werden.
Fazit
Zunächst wirkt Circadia wie gewöhnliches
Set Collection: Karten sammeln, Sets bilden, Punkte kassieren. Erst nach
einigen Zügen zeigt sich, wie eng die einzelnen Entscheidungen miteinander verwoben
sind. Welche Karte spiele ich, welches Geisterwesen sammle ich und wie halte
ich gleichzeitig meine Auslage flexibel und meine Kartenhand gut gefüllt? Genau
in diesen vielen kleinen, aber interessanten Entscheidungen liegt der Reiz. Die
Regeln sind schnell erklärt, doch der richtige Zeitpunkt für die eigenen
Aktionen will gut gewählt sein. Aus dem zunächst harmlosen Kartenspiel wird so
ein kleines Puzzle, bei dem man sich durchaus selbst ein Bein stellen kann.
Allerdings hat das Spiel auch seine
Grenzen. Zwar sollte man die Auslage und die Pläne der Mitspielenden stets im
Auge behalten, direkten Einfluss auf deren Spiel gibt es jedoch kaum. Vieles
passiert auf der eigenen kleinen Baustelle. Wer gerne miteinander oder
gegeneinander taktische Manöver ausheckt, dürfte hier etwas vermissen. Auch die
langfristige Abwechslung ist überschaubar. Nach einigen Partien ist der Kniff
des Spiels bekannt und große Überraschungen bleiben aus. Die kleinen Dilemmata
funktionieren allerdings auch nach dutzenden von Partien weiterhin gut. Circadia
ist kein Spiel, das mit spektakulären Mechanismen oder überbordendem Material um
Aufmerksamkeit buhlt. Es ist klein, friedlich, schnell erklärt. Und dabei
erstaunlich herausfordernd.



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen