Montag, 5. Oktober 2026

Orapa Space

Mit Orapa Mine hat Junghee Choi vor einem Jahr ein kleines Deduktionsspiel vorgelegt, bei dem wir uns auf die Suche nach verborgenen Bodenschätzen machen. Das Prinzip war bereits damals fesselnd, einige kleinere Schwächen trübten den Spielspaß jedoch. Der zweite Aufschlag, Orapa Space (Nice Game), schickt uns nun ins Weltall. Ob dabei auch die Probleme des Vorgängers an Bord geblieben sind?
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Planeten, Laser und reichlich Logik
In Orapa Space ist bereits der Aufbau Teil des Spiels. Denn zunächst gilt es, das eigene Raster mit verschiedenen Himmelskörpern zu füllen. Schließlich soll unser Gegenüber deren Position später möglichst nicht so einfach herausfinden. Ein bisschen Gehirnschmalz darf also schon beim Aufbau investiert werden. Richtig herausfordernd wird es allerdings erst, wenn wir beginnen, den geheimen Spielplan des Gegenübers zu entschlüsseln. Dazu schicken wir Laserstrahlen von einer Seite ins Raster, wo sie abgelenkt und umgefärbt werden. Die Farbe verrät uns, welche Himmelskörper getroffen wurden, während die Austrittsstelle Hinweise auf die Ablenkungen gibt. Ein einzelner Hinweis reicht dabei selten aus, insbesondere wenn gleich mehrere Ziele getroffen werden. Dennoch sammeln wir mit jedem Laser Informationen. Aus einem anfänglich unlösbar erscheinenden Chaos ergibt sich irgendwann ein logisches Bild.
 

Wenn es etwas chaotischer sein darf 
Wem das nach einigen Partien nicht mehr verwirrend genug ist, kann zusätzlich besondere Himmelskörper ins Spiel nehmen. Schwarze Löcher schlucken den Laser, Wurmlöcher transportieren ihn an eine andere Stelle und die Rotverschiebung macht den Laser … naja … rot. Die zusätzlichen Elemente erhöhen die Herausforderung spürbar, am grundsätzlichen Auftrag ändert sich aber nichts: Lokalisiere alle Himmelskörper korrekt. Und das am besten schneller als die Gegenseite. 
 
Fazit
Orapa Space hat an den richtigen Stellen angesetzt und einige der Schwächen des Vorgängers behoben. Das Handling ist zwar noch immer etwas fummelig, durch zusätzliche Plättchen bleibt die Übersicht aber deutlich besser. Auch die Formen der Himmelskörper sind etwas abwechslungsreicher als im Original. Gleichzeitig hat das Spielprinzip nichts von seiner Spannung verloren. Es fühlt sich einfach gut an, Laser für Laser mehr Informationen zu sammeln und eine vermeintlich unlösbare Aufgabe doch noch zu meistern. Dass die zusätzlichen Himmelskörper auch erfahrene Spielende noch einmal herausfordern, ist ebenfalls positiv hervorzuheben.

Komplett rund ist allerdings auch Orapa Space nicht. Der Einstieg bleibt anspruchsvoll. Bis alle Farbkombinationen verinnerlicht und die verschiedenen Ablenkungen berechnet sind, vergeht etwas Zeit. Dass dabei ein einzelner Fehler das Spiel ruinieren kann, liegt in der Natur der Sache, mag manche aber abschrecken. Zudem missfällt mir der kleine quadratische Planet. Er belegt nur ein Feld und ist dadurch deutlich schwerer zu treffen. Mehrere meiner Partien endeten damit, dass ausgerechnet dieser Planet als Letztes übrig blieb. Dann heißt es Feld für Feld abklappern. Und plötzlich fühlt sich das clevere Deduktionsspiel verdächtig nach „Schiffe versenken“ an. So nervig diese Sucherei im Einzelfall auch sein kann: Orapa Space ist für mich die gelungenere Weiterentwicklung des ursprünglichen Prinzips und damit klar der Teil, zu dem ich lieber greifen würde.


 

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