2011 wird 7 Wonders Kennerspiel des Jahres und entwickelt sich schnell zu einem modernen Klassiker. Fünf Jahre später gewinnt 7 Wonders Duel den DuAli und zeigt eindrucksvoll, wie gut sich das Grundprinzip auch auf zwei Personen zuschneiden lässt. Mit 7 Wonders Architects, das 2022 eine Empfehlung zum Spiel des Jahres erhält, setzt sich die Erfolgsgeschichte fort. Und nun? Nun versucht sich Antoine Bauza mit „7 Wonders Dice“ (Asmodee) an einer Umsetzung als Würfelspiel.
Würfel statt Karten
Der größte Unterschied zu den bekannten
Vorgängern ist schnell erklärt: Karten gibt es keine mehr. Stattdessen landen
Runde für Runde sechs Würfel im Forum, von denen wir einen wählen. Interaktion
entsteht hier nicht, wir haben stets alle die volle Auswahl. Zumindest sofern
wir diese bezahlen können. Denn je nach Position des Würfels entstehen Kosten.
Gleiches gilt für die Verwendung auf unserem Tableau, auf dem die Ergebnisse eingezeichnet
werden. Rohstoffe helfen, die Kosten niedrig zu halten. Und da diese, einmal
erworben, dauerhaft zur Verfügung stehen, bestehen die ersten Runden
üblicherweise aus dem Sammeln der entsprechenden Würfel. Erst im Anschluss rücken
die farbigen Sechsseiter in den Fokus, die uns auf dem Markt, der Agora oder
dem namensgebenden Weltwunder voranschreiten lassen.
Jetzt wird es bunt
Je nach Würfelfarbe und Symbol markieren
wir verschiedene Felder auf unseren Plan. Dabei bieten die roten Kasernen
Punkte, indem unser Angriff mit der Verteidigung der Nachbarn verglichen wird.
Am Markt können wir Geld oder Rohstoffe sammeln, die Akademie schaltet weitere
Würfel und damit Spieloptionen frei. Zudem können wir unpassende Würfel stets
zu Geld machen oder damit eine Stufe unseres Weltwunders voranschreiten. Neben
kleinen Boni winken dabei überall Punkte, die über den Sieg entscheiden, sobald
eine Spielerin drei der vier farbigen Bereiche abgeschlossen hat.
Fazit
7 Wonders Dice tritt in große Fußstapfen.
Und ich kann direkt sagen: Aus meiner Sicht ist es der bislang schwächste
Vertreter der Reihe. Dabei macht das Spiel Einiges richtig: Von Anfang an fühlt
sich Vieles vertraut an. Ressourcen, Handel, Wissenschaft… der direkte
Vergleich anhand militärischer Stärke… lila Gebäude, um zusätzlich zu punkten.
Wer die Vorgänger kennt, fühlt sich sofort heimisch. Zudem ist der Spielablauf
belohnend. Irgendwas kann ich eigentlich immer nutzen, gegenseitiges stören ist
sowieso nicht möglich.
Genau das ist aber auch das Problem.
Denn die Züge in 7 Wonders Dice fühlen sich überwiegend belanglos an. Im ersten
Spieldrittel ist die Reihenfolge der gewählten Würfel und markierten Felder
vielleicht noch relevant. Aber spätestens gegen Ende des Spiels ist der Ablauf
nur noch monoton und enorm gleichförmig. Da das Spiel erst endet, wenn drei der
vier Bereiche abgeschlossen sind, sind die Pläne gegen Ende sowieso
weitestgehend gefüllt. Die sehr spärlichen Wettrennelemente oder die
Möglichkeiten für Bonuspunkte über freischaltbare Würfel ändern daran wenig. In
der ersten Partie werden vielleicht noch leicht unterschiedliche Wege zum Ziel
gewählt, das ändert sich aber schnell. 7 Wonders Dice fehlt es schlicht an
Konkurrenz, an Reibungspunkten oder Spannungselementen.



Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen