Donnerstag, 20. November 2014

Die Schlösser des König Ludwig



Von Märchenschlössern und verrückten Königen
In den etwas mehr als 20 Jahren seiner Regentschaft hat sich Ludwig II., König von Bayern als Bauherr und Förderer der schönen Künste hervorgetan. Insbesondere Schloss Neuschwanstein ist auch heute noch ein Touristenmagnet und gilt als Inbegriff eines Märchenschlosses. Seine Vernarrtheit in schöne Bauwerke und sein etwas unrühmliches Ende trugen ihm dabei in einigen Regionen den wenig schmeichelhaften Titel „Mad King Ludwig“ ein. Verwunderlich eigentlich, dass es so lange gedauert hat,  bis ein Verlag diese Vorlage zum Produzieren eines Spieles genutzt hat.

Bezier Games hat diese Scharte nun ausgewetzt und ermöglicht es uns, in „Die Schlösser des König Ludwig“ (Ted Alspach) als Bauherren die ausgefallenen Wünsche des amtierenden Königs von Bayern zu befriedigen. Dass dabei ganze Schlösser fast nur aus Kellern bestehen, sich Schlafzimmer an Schlafzimmer reiht oder verstärkt Wert auf Spielzimmer gelegt wird, dürfte kaum überraschen.


 
Der Baumeister
Da es schon etwas mehr braucht als ein einzelnes Schloss um einen König zu beeindrucken, werkeln wir alle an unseren einzelnen Bauwerken. Dazu kaufen wir jede Runde einen ausliegenden Raum und bauen Diesen passend an unser Schloss an. Den Preis für den Raum bestimmt dabei der aktuelle (und wechselnde) Baumeister. Dabei gilt zu bedenken, dass die Kosten an ebenjenen Baumeister entrichtet werden. Die Preise für die Räume sollten also so gewählt werden, dass mir meine Mitspieler möglichst viel zahlen, ich aber halbwegs günstig an meinen Wunschraum komme. Um die ganze Sache weiter zu verkomplizieren, darf sich der Baumeister erst als Letzter an der Auslage bedienen.

Die Räume
Welche Räume von gesteigertem Interesse sind, hängt dabei von mehreren Faktoren ab. Einerseits hat der König sehr spezielle (und von Spiel zu Spiel) wechselnde Vorlieben. Mal will er viele runde Räume, das nächste Mal lieber nur Wohnzimmer. Und des Königs Wünsche sind uns natürlich Gesetz und liefern am Ende Siegpunkte. Bereits während des Spiels absahnen kann man, indem man Räume geschickt kombiniert. So können etwa Schlafzimmer Bonuspunkte liefern wenn mehrere aneinander gebaut werden. Musizierzimmer offerieren von vornherein viele Punkte, liefern aber Mali wenn der Schlaf-oder Wohnbereich direkt benachbart ist. Da jeder Raum über spezifische Boni verfügt, muss hier einiges bedacht werden.

Obendrein lohnt es sich für die Bauherren auch, wenn alle Türen in benachbarte Räume (und nicht etwa ins Freie oder eine Wand) führen. Je nach Raum locken hier Punkte, Geld oder gar Bonuszüge für vorausschauende Architekten. All das will bedacht werden, bis eine spielerzahlabhängige Anzahl an Räumen verbaut wurde und das Spiel endet.


Fazit
Die Schlösser des König Ludwig strotzt nur so vor kleinen Details. Dies betrifft sowohl das Material (und die Grafik), als auch die spielerischen Elemente. In jedem Zug gilt es, haufenweise Kleinigkeiten zu bedenken um den punkteträchtigsten Raum zu finden und bestmöglich zu platzieren. Als Baumeister muss selbiges obendrein auch noch für die Mitspieler erledigt werden, um die Kosten der Räume entsprechend zu wählen. Während dies im Spiel zu zweit eine durchaus fesselnde und fordernde Aufgabe ist, dominieren spätestens mit vier Spielern Chaos und Verwirrung. Wer hier Mitspieler hat die zum Grübeln neigen, kann in den Pausen mal schnell ein eigenes Schloss im Vorgarten hochziehen. Als Folge weiß das Spiel in kleineren Runden zwar durchaus zu gefallen, artet aber bei mehr Teilnehmern in eine Art Kopfrechenwettbewerb aus.
In Summe bleibt ein phasenweise ganz nettes Spiel, das mich aber nicht so recht zu überzeugen weiß.



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