Donnerstag, 26. Januar 2017

Pandemic - Die Schreckensherrschaft des Cthulhu



Die Welt ist schon ein gefährlicher Ort. Seit Jahren brechen an allen Ecken und Ende Pandemien aus die wir nur mit viel Mühe und unter Einsatz aller Kräfte abwehren können. Und das nur, damit das ganze gleich darauf wieder von vorne losgeht. Und als wäre das nicht schon schlimm genug, kommt jetzt noch ein weiteres Problem hinzu. Denn die großer Alten erwachen (mal wieder) und wollen die Erde unterjochen.

Pandemic – Die Schreckensherrschaft des Cthulhu (Chuck D. Yager / Asmodee) basiert im Wesentlichen auf Pandemic, bietet dabei aber reichlich neue Aspekte und Herausforderungen. Und wenn ihr keine Lust auf den ganzen Text habt, findet ihr etwas weiter unten auch gleich die wichtigsten Unterschiede.


Die Welten von H.P. Lovecraft
Anders als bei Pandemic fällt der Maßstab bei Cthulhu deutlich kleiner aus. Gerade einmal vier (verschiedenfarbige) Städte sind auf dem Plan zu sehen, darunter das allseits bekannte Arkham. Jede Stadt besteht dabei aus mehrere Bereichen, etwa einem Hafen oder einem Bistro. Darüber hinaus findet sich dort stets auch ein Portal in andere Welten. Diese zu schließen ist Ziel unseres Spiels. Dazu schlüpfen wir alle in die Rolle eines Ermittlers und sammeln farblich zu den einzelnen Städten passende Karten. Haben wir fünf davon zusammen können wir auf das Portal der Stadt laufen und dieses permanent schließen, womit wir dem Sieg einen Schritt näher kommen.


Kultisten und Shogotthen
Natürlich ist all das nicht ganz so einfach wie es klingt. Denn obwohl die großen Alten noch nicht erwacht sind, werfen sie uns doch schon so einiges entgegen. Und so verteilen sich bereits zu Beginn reichlich Kultisten über die Städte und jede Runde kommen einige dazu. In kleiner Zahl stellen sie kein Problem dar, taucht aber auf einem Feld ein vierter Kultist auf, wird es gefährlich. Denn einerseits erscheint nun ein Shoggothe, der ungleich schwerer zu besiegen ist. Andererseits müssen wir eine Karte mit einem großen Alten aufdecken und von nun an mit verschiedenen negativen Effekten zurechtkommen. Da dies mit der Zeit auch automatisch geschieht (sobald wir eine von vier „Das Böse regt sich“-Karten ziehen) gewinnt das Spiel schnell an Fahrt und wird stetig schwieriger.

Die Ermittler
Um all diesen Problemen zu begegnen wählt jeder Spieler zu Beginn einen der Ermittler aus. Diese verfügen allesamt über verschiedene Vorteile und laufen etwa schneller oder schließen effektiver Tore. Zugleich können aber auch alle Ermittler wahnsinnig werden (etwa durch Tore oder Shogotthen), wodurch sich manche der Vorteile ins Gegenteil verkehren. So oder so verfügt (fast) jeder Ermittler über vier Aktionen mit denen er jede Runde allerlei anstellen kann. So kann man sich über den Plan bewegen (gegen Zahlung von Karten auch mit dem Bus), gegen Kultisten kämpfen, Karten tauschen oder Tore schließen. Insbesondere Letzteres sollten wir erledigen, bevor der letzte große Alte erwacht und wir das Spiel verlieren.


Pandemic oder Cthulhu
Auch wenn die Schreckensherrschaft des Cthulhu auf Pandemic basiert, gibt es doch einige wesentliche Unterschiede. Und dabei fällt auf, dass Cthulhu tatsächlich in vielen Bereichen das etwas simplere Spiel ist. Denn da es die Ortskarten inzwischen nur noch in vier Farben gibt (ohne weitere Unterschiede) lassen sich diese beliebig weitergeben, sofern man an einem Ort der richtigen Farbe steht. Auch dass man gezielt Artefakte (Sonderkarten) sammeln kann indem man Shogotthen jagt, macht das Spiel etwas leichter. Andererseits ersetzen Kultisten die vier verschiedenen Krankheiten, wodurch diese schneller ausgehen können, was zur Niederlage führt. Auch Ausbrüche sind anders geregelt, erwacht durch sie doch ein neuer großer Alter, wodurch das Spielende beschleunigt wird. Selbiges dient übrigens auch dazu den Schwierigkeitsgrad zu regeln, indem einige Karten vor Beginn entfernt werden. Dafür liegen dem Spiel allerdings nur vier „Das Böse regt sich“-Karten (Epidemie) bei. 


Fazit
Dass „Die Schreckensherrschaft des Cthulhu“ auf Pandemic basiert, das merkt man dem Spiel sehr deutlich an. Und dennoch ist es dem Autor gelungen, ein eigenständiges und durchaus unterhaltsames Spiel zu entwerfen. Das beginnt bereits beim Material und der Optik, die direkt in das Thema ziehen. Aber auch spielerisch ergeben die Änderungen Sinn und verlagern den Schwerpunkt des Spiels. Nimmt im normalen Pandemie das Aufteilen und Tauschen der Karten häufig einen wesentlichen Punkt ein, verläuft das in Cthulhu zumeist so nebenher. Dafür stellen die Shogotthen eine ständige Bedrohung dar und die negativen Effekte der großen Alten sorgen für ein immer wieder variierendes Spielgefühl.

Zugleich muss aber auch gesagt werden, dass auch in Cthulhu Glück eine nicht gerade unbedeutende Rolle spielt. Denn wenn Shogotthen in ein Tor laufen, wird eine großer Alter aufgedeckt. So etwas kann durchaus in Runde eins geschehen. Wenn dann noch der „falsche“ Alte aufgedeckt wird, kann das Spiel schon fast vorbei sein. Auch an anderer Stelle wirkt das Spiel ein wenig unausgeglichen. So schließt das Artefakt „Das Ältere Zeichen“ direkt ein Tor und verhindert obendrein, dass in der entsprechenden Stadt neue Kultisten auftauchen. Das Spiel wird dadurch fast schon dramatisch einfacher, die Karte ist bei weitem übermächtig.

Trotz der durchaus vorhandenen Schwächen hatten wir reichlich Spaß im Kampf gegen Cthulhu und das Spiel hat seinen Platz neben dem Original-Pandemic durchaus verdient. An dieses heran kommt es allerdings nicht.


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