Mittwoch, 2. Dezember 2015

Karuba



Der Weg durch einen dicht bewachsenen Dschungel ist voller Gefahren. Wilde Tiere, ein tückischer Boden und so viel Vegetation, dass ohne Machete kaum ein Vorankommen möglich ist. Dachte ich zumindest bislang. Denn wie Rüdiger Dorn bei Karuba (Haba) zeigt, sieht die Realität tatsächlich sehr viel angenehmer aus. So lassen sich im Dschungel nicht nur recht einfach allerlei spannende Tempelstädte besuchen, auf dem Weg kann man sich auch noch mit reichlich Edelsteinen und Goldklumpen eindecken.

Wer jetzt denkt, Karuba sei dann wohl doch wieder ein typisches Haba-Spiel für Kinder, der täuscht sich dennoch. Denn was sich in der Box befindet, das ist tatsächlich ein rundum gelungenes Familienspiel. 




 
Ein identisches Stück Dschungel
Im Sinne eines friedlichen Miteinanders bekommt in Karuba jeder Spieler seinen eigenen kleinen Dschungel, der allerdings anfänglich noch wenig beeindruckend ist. Vielmehr besteht er eigentlich nur aus einem Raster aus 5x6 Feldern, welches an zwei Seiten von Wasser, an den anderen von Lichtungen begrenzt wird. Auf die Lichtungen stellen die Spieler zu Beginn jeweils vier verschiedenfarbige Tempel, wobei der Aufbau bei jedem Spieler identisch ist. Gleiches gilt für die vier farblich passenden Forscher, die von der Seeseite den Plan betreten. Diese zu ihren Tempeln zu befördern ist Ziel und Hauptquelle für Siegpunkte in Karuba.

Viele Wege führen zum Tempel
Um dies zu bewerkstelligen, verfügt jeder Spieler über einen (identischen) Stapel aus 36 nummerierten Legeplättchen. Diese zeigen auf ihrer Vorderseite stets verschiedene Wege. Ob Gerade, Kurve oder Kreuzung, alle dienen dazu ein zusammenhängendes Wegenetz in den Dschungel zu legen. Dazu zieht ein Spieler verdeckt ein Plättchen, alle anderen Spiele suchen die entsprechende Nummer aus ihrem Stapel. Nun können alle Spieler ihr Plättchen zugleich frei in den Dschungel legen, um neue Wege zu erschließen.


Zu Fuß durch den Dschungel
Natürlich genügt es nicht, den Dschungel kreuz und quer mit Wegen vollzubauen. Schließlich wollen unsere Abenteurer ja auch zu ihrem Tempel kommen. Dazu können wir ein gezogenes Plättchen einfach abwerfen, anstatt es einzubauen. Dafür erhalten wir Bewegungspunkte in Abhängigkeit der darauf abgebildeten Wege. Diese nutzen wir, um unsere Abenteurer durch den (hoffentlich nicht mehr ganz so dichten) Dschungel zu lotsen.

Das Gold liegt auf der Straße
Erreicht ein Abenteurer seinen Tempel, gibt es zur Belohnung einen Tempelschatz. Besonders lukrativ ist dies für denjenigen, der den Tempel zuerst erreicht. Je später ein Abenteurer ankommt, desto weniger Siegpunkte gibt es. Dennoch kann sich ein Umweg durchaus lohnen. Denn auf einigen Dschungelplättchen sind Goldnuggets und Kristalle abgebildet, welche ebenfalls mit Punkten belohnt werden. Sobald ein Spieler seinen letzten Tempel erreicht hat oder die verfügbaren Plättchen ausgehen, entscheiden dieser über den Sieg.


Fazit
Karuba gehört zu jenen Spielen, die eigentlich nichts Neues bieten. Alle Mechanismen sind bekannt (etwa von Limes oder Mauna Kea), Innovation sucht man vergebens. Genau das bietet aber einige Vorteile. So ist der Einstieg denkbar einfach, die Regeln in Minuten erklärt und verstanden. Obendrein funktionieren die gegebenen Mechanismen reibungslos, die Elemente sind perfekt verzahnt. Obwohl Karuba in weiten Teilen solitär ist, sorgt die Jagd nach den meisten Tempelpunkten doch für einige Berührungspunkte zwischen den Spielern. Obendrein bleibt es dadurch auch lange spannend, selten kann man mehr als einige Runden vorab den Sieger erkennen. Gepaart mit der angenehmen Spielzeit sorgt dies für ein sehr kurzweiliges Spielerlebnis.

Zu meckern gibt es bei Karuba dementsprechend recht wenig. Etwas störend kann sein, dass es keine Regelung für die Spielerreihenfolge gibt. Üblicherweise sind alle Spieler zugleich am Zug und legen ihre Plättchen. Gerade gegen Ende kann es aber wichtig sein, zu sehen was der Mitspieler macht. Wenn sich hier mehrere Spieler belauern wäre eine klare Vorgabe hilfreich. Zumindest in meinen Gruppen waren ansonsten aber fast alle Spieler sehr angetan.

Damit ist der (Wieder-)Einstieg von Haba in den Bereich der Familienspiele auf jeden Fall vortrefflich geglückt.


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