Montag, 18. Januar 2016

Pandemie: Ausnahmezustand



Gefühlt beschäftigten sich rund die Hälfte meiner Rezensionen in den vergangenen Monaten mit Pandemie. Basisspiele, Erweiterungen, Würfelvarianten oder gänzlich neue Systeme… Um Pandemie führt kaum ein Weg herum. Und trotz all der Varianten und Ableger kommen nach wie vor neue Erweiterungen auf den Markt. Die jüngste davon nennt sich Pandemie: Ausnahmezustand (Matt Leacock und Thomas Lehmann / Asmodee).

Dabei bietet auch diese Erweiterung wieder mehrere Module, die gemeinsam oder einzeln mit dem Basisspiel sowie früheren Erweiterungen kombiniert werden können. Wie immer lockt die Box dabei wieder mit reichlich Abwechslung und vielen neuen Ideen. 




Quarantäne
Die einfachste neue Variante dürften klar die Quarantänemarker sein. Diese können für eine Aktion in eine Stadt gelegt werden und verhindern dort die Platzierung der nächsten beiden Virenwürfel. Auch neue Rollen sowie Sonderkarten sind in der Box enthalten, einige davon erlauben zusätzlich die Verwendung genannter Marker. 


Zoonosen
Das auffälligste Modul sind die Zoonosen, welche direkt mit zwei neuen Spielbrettern daher kommen. Diese werden links und rechts vom Brett angelegt und zeigen insgesamt vier neue Regionen, die mit mehreren Orten verbunden sind. Krankheiten verbreiten sich dort allerdings nicht über Karten sondern anhand eines Würfels, der einmal pro Runde geworfen wird. Durch die starke Vernetzung sind Ausbrüche hier sehr gefährlich. Neben den neuen Gefahrenherden bietet dies aber auch Möglichkeiten zum schnelleren Reisen.

Ausnahmezustand
Habt ihr euch schon immer gefragt, warum alle zufälligen Sonderkarten in Pandemie positiv für die Spieler sind? Mit dem Modul Ausnahmezustand gehört dieses Problem der Vergangenheit an. Denn nun können dem Deck Sonderkarten zugemischt werden, die sofortige oder anhaltende Nachteile für die Spieler bedeuten. So wird etwa eine weitere Stadt sofort infiziert oder die Spieler dürfen von nun an nur noch sechs Handkarten besitzen. Ihr werdet euch schnell wünschen, doch wieder nur positive Karten zu ziehen.


Supervirus
Die größte Herausforderung der Erweiterung ist aber mit Sicherheit der Supervirus. Eine fünfte Krankheit die vor allem durch eines auffällt: dass sie nicht behandelt werden kann. Folgerichtig kann dieses Modul auch nur in Kombination mit den Quarantänemarkern gespielt werden, da ein Überleben nur so möglich ist. Um zu gewinnen muss auch hier ein Gegenmittel erforscht werden (über Karten befallener Städte). Ist dies geschafft, kann die Krankheit behandelt werden. Dazu müsst ihr nur Impfstoff-Fabriken bauen, Impfdosen einsammeln und zu den befallenen Städten bringen. Also alles kein Problem. Insbesondere wenn ihr mehrere Module kombiniert, wodurch noch einmal ganz neue Herausforderungen entstehen.


Fazit
Da der Ausnahmezustand mit mehreren Modulen daher kommt, gestaltet sich ein Fazit naturgemäß etwas schwerer. Während einige der Elemente durchaus gefallen, konnten uns andere nicht gänzlich überzeugen. In die erste Kategorie fallen mit Sicherheit die Quarantänemarker, aber auch die neuen (negativen) Sonderkarten sorgten für viel Spannung. Obendrein lassen sich diese Elemente mit jedem anderen Modul kombinieren, was reichlich Abwechslung verspricht.

Weniger gefallen hat uns dagegen die neue Bretterweiterung Zoonosen. Einen weiteren Krisenherd zu schaffen klingt zwar reizvoll, durch den Würfel entsteht hier aber ein enormer Zufallsfaktor. Wir hatten Spiele bei denen die Bretter fast ignoriert werden konnten, in der nächsten Partie war die Flut an Zoonose-Viren kaum aufzuhalten. Und all das hängt von einem Würfel ab. Der enorme Zufall passt für mein Empfinden einfach nicht zu Pandemie. Eher negativ ist uns bei der Erweiterung auch die relativ schlechte Kombinierbarkeit mit anderen Modulen aufgefallen. Viele der Rollen und Sonderkarten interagieren mit den neuen Modulen und sind nur mit diesen Spielbar. Wer auf entsprechende Karten hofft um diese mit den alten Sets zu verwenden, der wird eher enttäuscht sein.

Und dennoch: Auch der Ausnahmezustand bietet wieder reichlich Spaß für Fans der Reihe. Selbst wenn es sich gefühlt um die schwächste Erweiterung handelt, kann ich den Kauf dennoch empfehlen. Reichlich neue Herausforderungen findet ihr auf jeden Fall.


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