Montag, 14. März 2016

Happy Pigs



Was Viehzucht angeht wurden wir Spieler in den vergangenen Jahren ja ein klein wenig in die Irre geführt. Seit Uwe Rosenberg (HIER) glauben wir schließlich alle, dass wir einfach nur zwei beliebige Tiere einer Art zusammensperren müssen und schon kurz danach mit genau einem Tier Nachwuchs belohnt werden. Von Geschlechtern, Wurfgrößen oder Trächtigkeit scheint hier noch keiner etwas gehört zu haben. Es wäre also dringen angeraten, dass ein Spiel hier mal für etwas Aufklärung sorgt. Also bekommen bei Happy Pigs (Kuraki Mura / Iello) alle Sauen einfach so ohne Partner Nachwuchs. Und das ganz ohne Trächtigkeit oder Wurfgrößen.





4 Jahreszeiten
Bevor wir allerdings auch nur an eine erfolgreiche Zucht denken können, sollten wir zuerst einmal einen Blick auf unser Gehege werfen. Denn anfänglich ist genau das so klein, dass darin allenfalls eine Handvoll Schweine Platz finden. Neben diesem Feld besteht unser Besitz zu Beginn noch aus 5 Ausrüstungsgegenständen oder Schweinen sowie etwas Kleingeld. 16 Runden bleiben uns nun, daraus das Bestmögliche herauszuholen. Dazu ziehen wir zu Beginn jeder Runde zuerst einmal eine Jahreszeitenkarte. Diese Karten bestimmen, wie viele Aktionen jedem Spieler zur Verfügung stehen, welche Sonderregeln in der aktuellen Runde gelten und unterteilen das Spiel zugleich in Frühling, Sommer, Herbst und Winter. 


Streng begrenzte Aktionszahlen
So, Zeit etwas näher auf die Aktionen einzugehen. Vier verschiedene gibt es, wie häufig jede davon in der Runde durchgeführt werden darf gibt die ausliegende Jahreszeitenkarte an. Welche Aktion wir ausführen bestimmen wir nach Belieben selbst. Haben wir die Aktion alleine gewählt, dürfen wie sie so oft nutzen wir die Karte angibt. Haben mehrere Spieler die gleiche Aktion gewählt, teilen wir die verfügbare Zahl dagegen unter uns auf. 


Unsere Aktionen
Überraschenderweise drehen sich unsere möglichen Aktionen durchweg um die Aufzucht von Schweinen. So können wir etwa Schweine um eine der vier Größenklassen (vom Ferkel bis zur Altsau) wachsen lassen oder von erwachsenen Tieren Nachwuchs bekommen. Alternativ können wir den Markt besuchen um weitere Schweine oder einen Feldanbau erwerben. Auch zusätzliche Ausrüstung wie Kraftfutter oder Impfstoffe warten hier auf uns. Insbesondere Impfstoffe benötigen wir, damit unsere Schweine nicht beim Wechsel einer Jahreszeit das Zeitliche segnen. Als letzte Aktion können wir den Markt besuchen um unsere Schweine ins Geld zu bringen.

Geld. Genau darum dreht es sich auch in Happy Pigs. Denn wer am Ende der vier Jahreszeiten am meisten davon besitzt geht als Sieger aus dem Spiel hervor.


Variante für Zwei
Da ein wesentliches Element in Happy Pigs das Einschätzen der Mitspieler und das Aufteilen der verfügbaren Aktionen ist, kommt hier zwangsläufig zu zweit weniger Spannung auf. Entsprechend wurde dem Spiel eine Variante für zwei Spieler hinzugefügt. Demnach bekommt stets ein Spieler zusätzliche Aktionsplättchen und versucht damit die Mitspieleraktion zu sabotieren. Sobald man damit erfolgreich war, bekommt der Mitspieler die Plättchen und kann nun seinerseits versuchen, sein Gegenüber zu stören.

Fazit
Am auffälligsten ist bei Happy Pigs mit Sicherheit die Aufmachung. Das spannende Thema wird durch eine rundum gelungene Gestaltung unterstützt und auch das Material ist hochwertig. Zugleich sind die Regeln eingängig und schnell verinnerlicht, der Ablauf selbst unkompliziert und ohne größere Wartezeiten. Damit ist Happy Pigs durchaus auch für weniger erfahrene Spieler geeignet, aber auch Taktiker und Strategen dürften ihren Spaß haben. Dies liegt zum einen am sehr interessanten Zock- und Deduktionselement. Das korrekte Abschätzen was welcher Mitspieler ausführt, kann enorme Vorteile bieten. Zugleich ist langfristiges Vorgehen und das einplanen kommender Jahreszeitenkarten von enormer Bedeutung. Denn gerade gegen Ende lassen sich hier bei geschicktem Spiel größere Summen verdienen.  

Dennoch bietet das Einschätzen der Mitspieler aber natürlich auch ein gewisses Frustpotential. Muss man seine Aktionen immer wieder teilen weil die übrigen Spieler unerwartete Aktionen ausführen, kostet das schnell den Sieg. Selbst die beste Planung kann genau daran scheitern. Naturgemäß ist diese Gefahr mit mehr Spielern höher. Und dennoch gefällt uns Happy Pigs mit drei bis fünf Spielern am besten. Zu zweit fällt es dagegen deutlich ab, die angegebene Variante funktioniert allenfalls als Lückenfüller und ist nicht zu empfehlen. Auch das Material ist nicht gänzlich frei von Fehlern. Denn obwohl es wirklich umfangreich ist, kann das vorhandene Kleingeld bei Maximalbesetzung ausgehen. Hier lässt sich zwar Abhilfe schaffen, schade ist es aber dennoch.

Abseits dieser kleinen Mängel kann ich Happy Pigs als unterhaltsames und kurzweiliges Spiel durchaus empfehlen.


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