Donnerstag, 24. März 2016

Five Tribes: Die Kunstschmiede von Naqala



Mit Namen für Brettspiele ist das ja so eine Sache. Griffig sollten sie sein, eingängig und im besten Falle einzigartig. Zugleich sollten sie etwas über das Spiel aussagen ohne allzu generisch zu wirken. Five Tribes scheint hierfür ein durchaus gelungenes Beispiel zu sein. Bis zu jenem Punkt, an dem man über den Namen für eine Erweiterung nachdenken muss und es dann eben mehr als fünf Stämme gibt. Möglicherweise wäre Six Tribes noch eine passende Lösung gewesen. Oder man ignoriert einfach alle Vorgaben und nennt die Erweiterung schlicht „Die Kunstschmiede von Naqala“ (Bruno Cathala / Asmodee).

Das die Erweiterung einen sechsten Stamm beinhaltet, dürfte damit klar sein. Obendrein gibt es aber auch neue Djinnen und Orte zu entdecken, Gebirge zu umrunden und ein riesiges Loch inmitten des Reiches.



Kunstschmiede halten Einzug
Beginnen wir doch direkt mit den namensgebenden Kunstschmieden. Die Figuren sind in schickem Lila gehalten und erfreuen uns mit spannenden Gegenständen. Diese erhalten wir jedes Mal, wenn wir einen oder mehrere der lila Meeple einsammeln. Die Marker selbst können einerseits Siegpunkte wert sein, andererseits erlauben sie Sonderaktionen. So ermöglicht die Zauberflöte das Versetzen von Figuren auf dem Plan, der Talisman des Sturms bewegt ein eigenes Zelt oder ein Kamel. Auch die Kunstschmiede selbst können sich durchaus lohnen. In der Schlusswertung ist jeder davon bis zu drei Punkte wert, wenn man die Mehrheit besitzt. Andernfalls muss mit zwei Punkten vorliebgenommen werden, was sich dennoch lohnt. 


Die Stadt wächst
Damit all die neuen Figuren genug Platz in der Stadt haben, wächst auch das Reich entsprechend an. Sechs neue Stadtplättchen sind enthalten, die stets in der Stadtmitte liegen und damit das Reich vergrößern. Die Hälfte davon entfällt auf Schmieden, die den Erwerb der bereits erwähnten Gegenstände erlauben. Der Spezialmarkt ermöglicht dagegen Zugriff auf eine beliebige ausliegende Warenkarte. Deutlich weniger positiv ist der bodenlose Abgrund, der schlicht nicht betreten werden darf. Aber auch Spezialmarkt und Schmiede können die Bewegung einschränken, da sich an manchen ihrer Ränder Gebirge befinden, die ebenfalls nicht überschritten werden dürfen.


Verstärkung für die Djinne
Bei so vielen Optionen dürfen natürlich auch weitere Djinne nicht fehlen. Zwei davon sind neu, zwei weitere dienen dem Austausch von Karten aus dem Basisspiel. Naturgemäß beschäftigen sich diese vor Allem mit den Schmieden und den Kunstgegenständen.
Ebenfalls neu ist das Zelt, das in fast allen Belangen als Kamel zählt. Mit der einzigen Ausnahme, dass es am Spielende Bonuspunkte für benachbarte rote Plättchen bringt. Und diese können wir gut gebrauchen, denn an der Jagd nach Punkten hat sich auch mit der Erweiterung nichts geändert.


Fazit Eigentlich kann man das Fazit für Die Kunstschmiede von Naqala sehr kurz halten. Denn wer Five Tribes mochte, der wird auch an der Erweiterung Spaß haben. Die Schmiede, Sonderplättchen und der Spezialmarkt bieten neue Optionen und erhöhen Vielfalt und Abwechslung. Zugleich schränken die Gebirge die Bewegungsoptionen ein und zwingen noch einmal in neuen Bahnen zu denken. Damit wird all das, was bereits im Basisspiel für reichlich Spaß sorgte, noch einmal aufgewertet.

Wer allerdings bereits in der Basisversion Probleme mit der Fülle an Optionen und den potentiell langen Grübelpausen hatte, der wird auch jetzt nicht glücklich. Denn auch diese wachsen mit der Erweiterung noch einmal an. Durch die sechste Farbe und den größeren Plan steigen die zu bedenken Zugmöglichkeiten noch einmal an, mit Grüblern entstehen unangenehm lange Wartezeiten.

Bleibt also das wenig überraschende Fazit: Wer das Basisspiel mochte kann bedenkenlos zugreifen und damit für noch mehr Abwechslung sorgen. Wer allerdings Mitspieler hat die sehr zum Grübeln neigen, der sollte die Finger von den Kunstschmieden lassen.

Kommentare:

  1. könntest du eventuell die Spielübersicht als scan an mich schicken,
    vorderseite und rückseite einzeln, da unscharf?!
    lg tichu@email.de

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  2. Hallo,
    aktuell habe ich leider keinen Scanner zur Verfügung. Ich könnte allenfalls noch einmal Fotos machen, die wären aber wohl auch nicht besser aufgelöst.
    Sorry

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  3. wenn es nicht zuviel umstände macht, würde mich über 2 fotos freuen, vielleicht bekomme ich dann einen besseren ausdruck!

    herzlichen dank!!! liebe grüße tichu@email.de

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