Dienstag, 11. Juli 2017

5-Minute Dungeon



Was kann man in fünf Minuten nicht alles erreichen. Eine leckere Terrine zubereiten etwa, oder ganz locker die Strandfigur erreichen, sofern man der Werbung Glauben schenkt. Was man in fünf Minuten bislang allerdings nicht erreichen konnte, das war das Säubern eines Dungeons inklusive haufenweise Monstern, Fallen und einem übermächtigen Endgegner. Bis jetzt. Denn in 5-Minute Dungeon (Connor Reid / Kosmos) machen wir genau das.

Trotz dieser knappen Zeitvorgabe prügeln wir uns gemeinsam durch dutzende von Gegnern, wofür uns nur ein Deck voller Karten zur Verfügung steht. Mit diesen spielen wir zu den Gegnern passende Symbole aus. Und das möglichst schnell.



Hektische Helden
Bevor es hektisch wird, sucht sich jeder Spieler einen Helden aus. Diese unterscheiden sich einerseits in einer besonderen Fähigkeit, darüber hinaus (und viel wichtiger) aber auch im verwendeten Kartendeck. In diesem finden sich in erster Linie Karten mit verschiedenen Symbolen, vom Schwert bis hin zur Spruchrolle. Darüber hinaus gibt es aber auch haufenweise Sonderkarten, die sich von Held zu Held deutlich unterscheiden. Darunter Joker, die Möglichkeiten zur Heilung oder die Fähigkeit, bestimmte Karten automatisch zu überwinden. Jeder Held hat hier seine eigenen Stärken und Schwächen, Zusammenarbeit ist unerlässlich.


Mürrische Monster
Auch wenn eine Partie tatsächlich kaum länger als fünf Minuten dauert, haben wir in dieser Zeit doch einiges zu tun. Die genaue Zahl der zu überwindenden Gegner und Hindernisse hängt vom Schwierigkeitsgrad, der Spielerzahl und dem gewählten Endgegner ab. Stets kommen sie aber in Form von Karten daher, auf denen verschiedene Symbole abgebildet sind. Um eine der Karten zu besiegen, müssen wir gemeinsam alle benötigten Symbole abwerfen. Wenn also ein Gegner zwei Schilde und einen Bogen zum Besiegen benötigt, dann können die Spieler gemeinsam die entsprechenden Karten ausspielen. Ist der Gegner besiegt, wird die nächste Karte aufgedeckt. Und da wir nur fünf Minuten haben um uns durch den gesamten Stapel zu ziehen und den besonders harten Boss zu besiegen, sollten wir uns dabei beeilen.


Fazit
Karte aufdecken – Das Monster: „Knuffiger Goblin“ – Ich habe Sprinten, wer hat ein Schwert? – Ah super, besiegt. – Nächste Karte: „Ein Haufen schreiender Kinder“ – Ich habe den Bogen – Ich das Schwert – Fehlt ein Schild – Schnell, zieh Karten nach – Ah, jetzt passt es – Schnell, die Zeit wird knapp – Ah, das Hindernis „Karpaltunnel“, da nutz ich meine Fähigkeit…Los, los, wir haben nur noch 90 Sekunden…

5-Minute Dungeon ist, wenig überraschend, ein hektisches Spiel. Die fünf Minuten verlaufen enorm intensiv und durchaus fordernd, stets muss man gedanklich am Ball bleiben. Dabei bieten die vorhandenen Charaktere einiges an Abwechslung, die Kartendecks spielen sich durchweg unterschiedlich. Die Regeln sind dabei glücklicherweise überschaubar, so dass man sich ganz auf den flotten Verlauf konzentrieren kann. Zudem müssen in der knappen Zeit Absprachen getroffen werden, wer als Einzelkämpfer unterwegs ist hat kaum eine Chance. Dass man die ganze Zeit so unter Druck steht ist dabei fast schon schade, denn dadurch kann man die tollen Grafiken und die unterhaltsamen Anspielungen auf dem Karten gar nicht richtig genießen.

Als etwas kritisch empfanden wir dagegen den Schwierigkeitsgrad. Wir haben tatsächlich selbst den härtesten Gegner recht schnell besiegt. Mit etwas Übung und den richtigen Charakteren bietet das Spiel keine großen Herausforderungen. Und damit sind wir auch schon beim zweiten Problem. Denn die Helden erscheinen uns alles andere als ausgeglichen. Einige Karten sind fast nutzlos, andere übermächtig. Manche Fähigkeiten sind enorm stark, andere nur in passender Spielerzahl zu verwenden. In einem kooperativen Spiel nicht dramatisch, aber dennoch schade.

Trotz der kleineren Macken macht 5-Minute Dungeon richtig Spaß und ist genau das Richtige für den Start in einen längeren Spieleabend.


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