Donnerstag, 13. Juli 2017

EXIT: Set 2 (Insel, Eis, Burg)



Lange mussten wir warten. Viel zu Lange. OK, eigentlich nicht wirklich, es hat sich aber so angefühlt. Doch nun warten Inka und Markus Brand endlich mit neuen Fällen ihres EXIT (Kosmos) auf. „Die vergessene Insel“, „Die Station im ewigen Eis“ und „Die verbotene Burg“, so die Namen der neuen Boxen. An den grundlegenden Regeln hat sich gegenüber den Vorgängern nichts geändert. Wer diese also bereits gespielt hat (was ich nur empfehlen kann), der darf getrost zum Fazit springen. Für alle anderen folgt jetzt noch einmal eine kurze Zusammenfassung.


Rätselraten
Wie in allen aktuellen Escape-Spielen geht es auch in EXIT darum, gemeinsam und möglichst zügig eine Handvoll Rätsel zu lösen. Im Falle von Exit besteht das Material dabei im Wesentlichen aus einem Stapel Karten, in dem sich sowohl die Rätsel als auch Lösungen und Hinweise befinden. Erste Informationen entnehmen wir obendrein einem kleinen Heft, das auch im weiteren Verlauf immer wieder Verwendung findet. Zudem sind hier die ersten Karten angegeben, die wir ziehen dürfen. Also Karten heraussuchen, das Rätsel lösen (gerne auch mit Scheren oder anderem Zerstörungswerkzeug) und die Lösung auf der enthaltenen Code-Scheibe abtragen. War alles richtig, werden wir mit neuen Karten und damit neuen Aufgaben belohnt.


Hinweise
Natürlich ist das in der Realität selten so einfach wie es hier klingt. Vielmehr kommt es immer mal wieder vor, dass man einfach nicht auf die Lösung kommt. Doch auch hierfür wurde vorgesorgt. Denn unter den Karten befinden sich zu jedem Rätsel insgesamt drei Hinweise die wir in einem solchen Fall zu Rate ziehen können. Während der erste Hinweis dabei nur das benötigte Material aufführt, gibt Hinweis zwei schon einen klaren Lösungsansatz. Hilft auch das nicht, löst der dritte Hinweise das Rätsel für uns. Allerdings geht all das zu Lasten unserer Wertung. Denn sobald wir aus dem Raum sind, werden wir nach Sternen bewertet. Und diese hängen einerseits von der benötigten Zeit (Bestnote bei unter einer Stunde) und andererseits von den Hinweiskarten ab.

Fazit
Die ersten drei EXIT-Fälle gehören für mich zu den Highlights unter den aktuellen Escape-Spielen. Entsprechend hoch waren sowohl die Erwartungen an die drei neuen Fälle als auch die entsprechende Fallhöhe. Denn selbst den so kreativen Brands müssen ja eigentlich irgendwann die Ideen ausgehen. Dachte ich zumindest. Doch nachdem ich nun alle neuen Fälle spielen durfte, kann ich dahingehend Entwarnung geben. Denn die neuen Fälle sind den alten nicht nur ebenbürtig, ich fand sie in der Summe sogar etwas besser. Einmal mehr ist sowohl die Dichte, als auch die Abwechslung und Kreativität der Rätsel beeindruckend. Erneut warten in jeder Box einige Überraschungen auf euch, häufig garniert mit unterhaltsamen und humoristischen Anspielungen. Zugleich ist der Schwierigkeitsgrad sehr gut gewählt, herausfordernd und dennoch lösbar.

Mein einziger Kritikpunkt ist tatsächlich, dass wir bei insgesamt zwei Rätseln zwar den falschen Weg eingeschlagen, dennoch aber die richtige Lösung gefunden haben. Üblicherweise geschieht dies bei Rätseln, bei denen man jede der drei Zahlen einzeln herausfinden muss. Zwei der Zahlen hatten wir, für die dritte hatten wir einen Lösungsweg, der allerdings eher unlogisch erschien. Und obwohl der Lösungsansatz falsch war (ich habe im Anschluss die Hilfe-Karte gelesen), kamen wir damit zufällig auf die richtige Zahl. Nicht unbedingt dramatisch (zumal man das üblicherweise gar nicht bemerkt), aber doch schade. Darüber hinaus gilt auch weiterhin, dass das Spiel in Vollbesetzung eher nicht zu empfehlen ist, da dafür schlicht nicht genug parallel zu rätseln ist.

Trotz der minimalen Probleme mit „falsch“ gelösten Rätseln sind und bleiben die EXIT-Fälle das Highlight aller Escape-Spiele. Mein persönlicher Favorit aller sechs bislang erschienenen Fälle ist dabei aktuell die Burg, gefolgt von der Station im Eis und der Hütte.

Keine Kommentare:

Kommentar posten