Montag, 6. März 2017

Pecunia non olet



Eigentlich lasse ich mir hier ja kaum einen schlechten Witz entgehen. Und wenn ein Spiel Pecunia non olet (C. Fiore und K. Happel / Noris), also „Geld stinkt nicht“ heißt und uns die Kontrolle über römische Latrinen gibt, dann schreit das ja geradezu nach doofen Anspielungen und Wortwitzen. Aber irgendwie ist das dann sogar mir etwas zu flach. Also verzichte ich diesmal auf doofe Witze und bastele lieber weiter an meinen Latrinen.

Bei Pecunia non olet handelt es sich um eine Neuauflage des gleichnamigen rund 10 Jahre alten Spiels, das allerdings um einige Erweiterungen ergänzt wurde. Obendrein teilt es die grundlegenden Mechanismen mit Guillotine. Wir haben also Personenschlangen die darauf warten aufs Klo zu kommen und uns dafür mit Sesterzen belohnen.


Dringende Geschäfte
Mit gerade einmal drei Latrinenplätzen beginnen wir unser kleines Unternehmen. Dazu einige Römerkarten, die sich brav und gesittet davor anstellen. Diese verteilen wir, Vorne beginnend, auf den freien Plätzen. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sich Senatoren nicht freiwillig neben Sklaven setzen und Frauen gerne gemeinsam das stille Örtchen aufsuchen. Neben diesen Kategorien und einem (zumeist humoristischen) Namen, verfügt jeder Römer auch über eine Angabe, wie lange das angestrebte Geschäft dauert. Denn nach einigen Runden verlässt der Römer den Porzellanthron wieder und macht Platz für neue Besucher. Und natürlich gibt es nun auch eine kleine Entlohnung für den Latrinenbesitzer, die ebenfalls von Römer zu Römer schwankt.


Wandernde Römer und Fischvergiftung
Da wir die Römer immer schön brav vom vorderen Ende der Warteschlange aus verteilen müssen, sind die spielerischen Möglichkeiten an dieser Stelle recht begrenzt. Und genau hier kommen die Aktionskarten ins Spiel, von denen wir jede Runde eine ziehen. Diese können jederzeit im eigenen Zug gespielt werden und bewirken allerlei mehr oder weniger nützliche Dinge. So sortieren wir die Sklaven um, schubsen unbeliebte Besucher zu den Mitspielern oder verursachen bei diesen direkt eine Fischvergiftung. Selbst zusätzliche Sesterzen lassen sich so verdienen. Und das ist besonders nützlich, gewinnt doch, wer davon zuerst einen bestimmten Zielwert erreicht.


Module
Abseits des beschriebenen Basisspiels findet ihr in der Packung auch noch fünf Module, die einzelnen oder in Kombination gespielt werden können. So kommen etwa berühmte Römer ins Spiel, die verschiedenste Effekte auslösen. Auch neue Aktionskarten finden sich unter den Modulen, ebenso wie Gunstkarten die den Spielern Sonderfähigkeiten bescheren. Zuletzt habt ihr die Möglichkeit über besondere Aufgaben große Belohnungen abzusahnen oder eure Latrinen auszubauen, indem ihr etwa einen Lavendelzweig an die Decke hängt oder eine Trennwand einzieht. 


Fazit
Pecunia non olet ist kein strategisches Schwergewicht, sondern vielmehr ein lockeres Spiel für Zwischendurch. Auch wenn es durchaus Entscheidungen zu treffen gilt, hat der Zufall doch einen enormen Einfluss auf den Ausgang. Dabei sind die einzelnen Züge zumeist schnell erledigt, längere Wartezeiten kommen (bei bis zu vier Spielern) eher selten auf. Das Thema wurde wunderbar umgesetzt und sorgt gerade in den ersten Partien für einige Lacher, auch wenn vielleicht nicht jeder diesen Humor teilt. Die enthaltenen Module bieten darüber hinaus einiges an Abwechslung und bieten weitere Möglichkeiten.

Problematisch wird es bei Pecunia non olet allerdings mit zunehmender Spielerzahl. Gerade bei fünf oder sechs Spielern kann die Zeit zwischen den Zügen doch etwas lang werden und auch das Chaos nimmt hier unverhältnismäßig zu. Insbesondere kurz vor dem Sieg werden die meisten Aktionskarten den Führenden zum Ziel haben, was das Spielende deutlich verzögern kann. Wenn dann noch einige Module enthalten sind (die fast immer die Spieldauer erhöhen), erreicht das Spiel schnell eine Dauer, die den Rahmen sprengt.

Dennoch ist Pecunia non olet ein spaßiges Spiel für Zwischendurch, insbesondere mit drei oder vier Spielern.


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