Montag, 27. März 2017

Mein Traumhaus



An dieser Stelle muss ich mich jetzt mal dringend über fehlenden Realismus in Brettspielen beschweren. Denn meine Frau und ich waren das vergangene halbe Jahr voll und ganz mit Renovierungsarbeiten an unserem Haus beschäftigt. Dach, Fenster, Tür, Bad, Büro… all das schien gar kein Ende zu nehmen. Und jetzt kommt Pegasus daher und tut so, als wäre der Bau von Mein Traumhaus (Klemens Kalicki) kinderleicht und obendrein in kürzester Zeit abgeschlossen. Eine Unverschämtheit ist das.

Und doch… wenn das Haus als quasi bezugsfertiges Tableau vor einem liegt und Räume einfach so von der Auslage in die Gemächer wandern… irgendwie fühlt sich ein Hausbau da gleich viel entspannter an als in meiner Erinnerung.


Mein Haus
Eigentlich haben wir gar nicht mehr viel zu tun. Denn unser Haus ist schon fast fertig, inklusive Springbrunnen im Garten und Blumen vor den Fenstern. Nur die zwölf Räume, verteilt auf zwei Etagen und den Keller, wirken noch etwas leer. Und genau das wollen wir ändern. Also sammeln wir Raumkarten, die wir nach und nach in unser Haus einbauen. Dabei gibt es allerdings einige Vorgaben zu beachten. Denn ein Wohnzimmer ist erst dann wirklich toll (und punkteträchtig), wenn es ausreichend groß ist. Ein Bad darf dagegen ruhig klein sein, aber auf jeder Etage eines wäre schon toll. Dazu noch eine Garage, die aber im Optimalfall nicht unbedingt in der zweiten Etage sein sollte.



Meine Deko
Wie kommen wir also jetzt an all die spannenden Räume? Nun, dafür liegen jede Runde mehrere Raumkarten und eine jeweils dazugehörige Spezialkarte aus. Nacheinander nehmen wir uns jeweils eines dieser Pärchen und bauen den Raum direkt bei uns ein. Die Spezialkarte bietet dagegen einige Sonderfunktionen. So finden wir etwa Deko, die wir sofort in einen passenden Raum legen dürfen. Dieser darf dann zwar nicht mehr vergrößert werden, ist aber deutlich lukrativer. Auch Helfer und Werkzeug finden wir im Stapel, die auf allerlei Arte und Weise Vorteile oder Punkte versprechen. Zuletzt gibt es auch noch verschiedenfarbige Dachkarten, welche wir sammeln sollten, um am Ende Bonuspunkte zu kassieren. Und auch die Möglichkeit Startspieler zu werden findet sich in der Auslage.


Meine Punkte
Über insgesamt 12 Runden bauen wir auf diesem Weg an unserem Haus. Sobald alle Räume gefüllt sind, wird abgerechnet. Jeder verbaute Raum bringt nun Punkte, wobei größere Räume häufig lukrativer sind und manch ein Raum eine spezielle Platzierung bevorzugt. Boni gibt es obendrein, wenn auf jeder Etage ein Bad zu finden ist und wir darüber hinaus auch noch Küche und Wohnzimmer unterbringen konnten. Dazu noch Bonuspunkte für das Dach, Plättchen und Helfer, und schon können wir das schönste Traumhaus küren.


Fazit
Mein Traumhaus ist eines jener Spiele, bei denen schon der erste Anblick Spaß macht. Denn das Material sind mit so viel Liebe und Detailfreude gestaltet, dass man die ersten Minuten eigentlich vollauf damit beschäftigt ist, nach all diesen witzigen Details zu suchen. Und auch wenn das Spiel nach rund 30 Minuten zu Ende ist, freuen sich alle über den Anblick des erreichten. Der Sieger ist an dieser Stelle oft nebensächlich. Und dennoch hat der Hausbau auch spielerisch einiges zu bieten. Denn die Entscheidungen die wir jede Runde zu treffen haben sind alles andere als trivial. Gerade gegen Ende wird geradezu um einige wichtige Karten und damit auch die Position des Startspielers gerungen. Zudem bieten die vielfältigen Optionen Punkte zu generieren einiges an Abwechslung. Ob man ein perfektes Dach baut, den Fokus auf die Räume legt oder auf viele Helfer setzt… selten lässt sich alles verwirklich und bei der Wahl eines Kartenpärchens müssen meist Kompromisse eingegangen werden. All das macht Spaß, spielt sich zugleich locker aber auch spannend.



Nicht ganz so passend fand ich die Punktwertung, die für ein lockeres Spiel am Ende doch etwas zu umfangreich ausfällt. Auch das enthaltene Memory-Element fand ich nicht so gelungen. Denn einmal gesammelte Dachkarten dürfen nicht mehr angeschaut werden, die Farbzusammenstellung ist am Ende aber entscheidend für die Punkte. Zudem ist schon viel Zufall dabei, ob im richtigen Moment die passende Karte auftaucht. All das sind aber eher Nebensächlichkeiten. Denn Mein Traumhaus ist ein wirklich schönes und auch spielerisch spannendes Spiel für die ganze Familie.


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