Freitag, 24. März 2017

Lucky Lachs



Kennt ihr noch diese komischen Handschlag-Rituale von früher? Anstatt sich einfach nur die Hand zu geben, hat man mit dieser in der Luft herum gewedelt, dabei noch auf die Oberschenkel geklatscht und einen dreifachen Salto-Überschlag gemacht. Irgendwie alles ein wenig kompliziert, nur um mal eben kurz „Hallo“ zu sagen. Aber jetzt weiß ich, warum ich dieses Ritual immer wieder über mich ergehen lassen musste. Denn es hat mich schlicht auf mein Leben als Brettspieler vorbereitet.

Versteht ihr nicht? Kann ich verstehen. Dürfte aber verständlicher werden, wenn ihr euch Lucky Lachs (K. Gruhl und Q. Weir / Kosmos) anschaut. Denn hier wird dieses wilde Herumfuchteln Programm.


Einfache Regeln…
In der formschönen Verpackung befindet sich nur ein Stapel Karten, von denen jeder Spieler ein Set aus 12 seiner Farbe bekommt. Dann noch zügig um den Tisch aufgestellt (ja, ihr solltet beim Spielen stehen), in rund 60 Sekunden die Regeln erklärt und los geht es. Denn nun deckt jeder Spieler die oberste Karte seines Stapels auf (der praktischerweise in der Hand gehalten wird) und versucht, die darauf abgebildete Aufgabe schnellstmöglich zu erfüllen. Bei Erfolg wird die Karte abgeworfen und eine Neue aufgedeckt. Wer am schnellsten durch seinen Stapel durch ist, der gewinnt.


… heilloses Chaos
Wie genau sehen aber nun unsere Aufgaben aus? Nun, eigentlich ganz einfach. Die insgesamt vier Karten bedingen im Wesentlichen, dass wir einem anderen Mitspieler (der gerade den gleichen Auftrag hat), die Hand geben. Mehr oder weniger. Denn bei der Checker-Faust müssen wir die Fäuste gegeneinanderhalten, bei Lucky Lachs die Hände gegeneinander wedeln und bei High 5… naja, uns einen High 5 geben. Bleibt zuletzt der Tausch.Rausch, bei dem wir unseren Platz wechseln müssen. Und da wir natürlich erst einmal nicht wissen wer ein möglicher Partner ist, brüllen wir die ganze Zeit unseren Wunsch-Handschlag auf der Suche nach einer Übereinstimmung. Und wenn gerade kein Partner zur Verfügung steht, dürfen wir eine Karte auch nach unten schieben und eine neue aufdecken. Denn nur wer wirklich schnell ist, hat eine Chance auf den Sieg.


Fazit
Lucky Lachs ist zweifelsfrei ein sehr spezielles Spiel. Denkbar einfach, dabei in höchstem Maße chaotisch und hektisch. Bis die erste Runde startet dauert es zumeist nur Sekunden und nach spätestens 30 Sekunden brüllen und gestikulieren alle Mitspieler wild auf der Suche nach einem Partner herum. Wesentlich länger als ein oder zwei Minuten dauert eine Partie dabei nicht, bei der es aber üblicherweise nicht bleibt.

Dabei macht Lucky Lachs insbesondere in Vollbesetzung richtig viel Spaß. Mit weniger Mitspielern (insbesondere zu dritt), kann die Suche nach einem passenden Partner aber schon mal etwas länger dauern und die Runden fühlen sich allgemein etwas weniger chaotisch an. Und in diesem Fall ist Chaos genau das, was man will. Chaos herrscht übrigens auch an anderer Stelle. Denn es kommt durchaus vor, dass mehrere Spieler zugleich eine passende Bewegung ausführen und etwa drei Personen zusammen „Lachsen“. In all der Verwirrung fällt das üblicherweise nicht weiter auf, verlässliche Mitspieler sind hier aber Pflicht.

Lucky Lachs ist damit pures Chaos, pure Hektik und (bei Vollbesetzung) auch purer Spaß.

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