Mittwoch, 22. März 2017

Saboteur - Das Duell



Saboteur gehört für mich eigentlich schon zu den Klassikern unter den Amigo-Kartenspielen. Die Mischung aus Heimlichkeit, Deduktion und Sabotage sucht seinesgleichen, gerade in größeren Runden ist Spaß eigentlich garantiert. Allerdings ist genau dies auch ein Manko. Denn in kleinen Gruppen oder gar zu zweit klappt das mit den geheimen Rollen nicht so richtig. Entsprechend überrascht war ich, als ich von Saboteur – Das Duell (Frederic Moyersoen) gehört habe.

Thematisch hält sich das Spiel dabei genau an seinen Vorgänger und auch spielerisch sind viele Parallelen zu erkennen. Nur das mit den geheimen Rollen, das wurde wenig überraschend nicht übernommen.




Tiefe Tunnel
Das Ziel ist für jeden teilnehmenden Zwerg das gleiche: Möglichst viel Gold einsammeln. Dazu spielen wir üblicherweise jede Runde eine Karte und treiben damit (hoffentlich) unseren Stollen voran. Da beide Spieler verschiedene Startpunkte haben, baut zu Beginn jeder für sich selbst. Da das Ziel aber die lukrativen Goldkarten am Ende des Stollens sind, kreuzen sich die Wege zumeist über kurz oder lang.


Fiese Fallen
Glücklicherweise haben wir einige Optionen an die Hand bekommen, um den Gegner zu Sabotieren. So können wir etwa mittels passender Karte Spitzhacke oder Lore zerstören und den konkurrierenden Zwerg damit ausbremsen. Ohne entsprechende Reparaturkarte oder das dauerhafte Reduzieren des Handkartenlimits kommt er nun nicht weiter. Auch verschlossene Türen, Trolle oder gar Höhleneinstürze machen dem Gegner das Leben schwer.

Drei Duelle
Über Kurz oder Lang erreichen wir dennoch das Ziel oder haben schlicht den Kartenstapel aufgebraucht. Nun kassiert jeder die unterwegs gefundenen Goldnuggets ein und es startet sofort eine weitere Runde. Nach insgesamt drei Durchgängen ist das Spiel beendet und der reichste Zwerg wird zum Sieger erklärt.


Fazit
Ich war ja schon ein wenig skeptisch, wie Amigo die Deduktion und die geheimen Rollen, die ich quasi als Quintessenz von Saboteur sehe, in einem Spiel für zwei umsetzt. Doch bereits nach dem Studium der Regeln was klar: Gar nicht. Vielmehr stehen die Jagd nach dem Gold, der Bau von Minenschächten und das gegenseitige Sabotieren im Vordergrund. Wer der „Feind“ ist, steht von Beginn an fest. Was übriggeblieben ist, fühlt sich dann aber tatsächlich recht bekannt an. Wie im Original legen wir uns Steine (oder kaputtes Werkzeug) in den Weg und wägen stets zwischen dem eigenen Vorankommen und dem Behindern des Gegners ab. Das funktioniert und übt durchaus auch einen gewissen Reiz aus.

Leider hat es in meinen Runden dennoch nie wirklich gezündet. Denn am Ende beschränkt sich der Spielverlauf darauf, eine gerade passende Karte zu spielen und zu hoffen, dass man gut nachzieht. Das Glück ist häufig dominierend. Ich hatte durchaus Runden, in denen ein Spieler quasi nur Zuschauer war. Wer mehrere Blockadekarten abbekommt ohne die entsprechenden Gegenkarten zu besitzen, der kommt sich schnell veralbert vor. Zwar gibt es Möglichkeiten diese Abzuwerfen, wer dazu allerdings mehrmals gezwungen wurde, muss mit einer winzigen Kartenhand leben. Zwar gibt es auch andere Runden, in denen ein spannender Kampf um (hoffentlich) lohnende Karten entbrennt. Aber auch hier gewinnt am Ende zumeist, wer im richtigen Moment die passende Karte zieht. Das weckt zwar Emotionen und kann manchmal sogar spannend sein, mit der aktuellen Auswahl richtig guter 2-Personen Spiele (wie etwa diesen HIER) kann Saboteur – Das Duell aber nicht mithalten.

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