Mittwoch, 4. Dezember 2019

Kurz gefasst 2.19


Obwohl der Stapel der Essen-Neuheiten noch immer bis zur Decke reicht, gibt es nach wie vor noch alte Spiele, die ich gerne besprechen würde. Und mit „alt“ ist in diesem Fall gemeint, dass ich sie schon einige Tage oder sogar Wochen vor der Messe spielen konnte. Zum alten Eisen gehören Amul, Exit – Mississippi und #mylife damit allerdings noch lange nicht. 










Amul (R. Conzadori & S. Negro / Pegasus)

Auf dem Basar ist die Hölle los. Kein Wunder, können hier doch bis zu acht Spieler gleichzeitig Handel treiben. Und das geht auch noch überraschend flott. Eine Karte von der Hand in die zentrale Auslage legen, eine Karte von dort nehmen und eine Karte ausspielen. Das war es schon. Naja, fast. Denn ein paar Gedanken sollten wir uns schon machen. Etwa ob wir Militär sammeln um früher Karten wählen zu dürfen. Oder doch lieber Gold ausspielen um direkt Punkte zu machen. Oder wir sichern uns die Dienste von Arabern und Mongolen, die am Ende Punkte für Mehrheiten versprechen. Was es dabei nicht gerade einfacher macht: Einige Karten müssen direkt ausgespielt werden, andere sollten wir bis zum Spielende auf der Hand behalten damit sie genutzt werden können. Da sind cleveres Taktieren und auch ein wenig Mut zum Risiko gefragt.

Aufgrund der Vielzahl an Möglichkeiten spielt sich Amul sehr abwechslungsreich, gleichzeitig sorgen die Optionen aber für einen holprigen Start. Zudem überzeugt mich das Militär nicht. Zu dritt sind die Karten sehr mächtig, in Vollbesetzung quasi bedeutungslos. Hier fehlt ein Ausgleich. Dennoch gefällt mir Amul gut, ist flott gespielt und bietet einige kurzweilige Entscheidungen.



Exit – Der Raub auf dem Mississippi (I. & M. Brand & R. Querfurth / Kosmos)

Auch nach über 3 Jahren ist der Erfolg der Exit-Reihe ungebrochen. Die Ideen scheinen Inka & Markus Brand sowie Ralph Querfurth einfach nicht auszugehen. Und so bietet auch der neueste Teil wieder einige Überraschungen und spannende neue Rätselideen. Gelungen ist aber insbesondere die Hintergrundgeschichte. Diese ist zwar nicht unbedingt innovativ, die Rätsel werden aber in einen Raub verpackt und in damit in einen gemeinsamen Kontext gestellt. Inklusive Tätersuche am Ende.

Während die Rätsel der EXIT-Reihe schon immer auf sehr hohem Niveau lagen, wird das Spiel nun an anderer Stelle vorangebracht. Die Einbettung in eine Story ist durchaus gelungen und macht auch den neuen Teil wieder zu einem sehr unterhaltsamen Ableger.



#mylife (Amigo)

Wer einen flotten Sportwagen will sollte sich um Geld kümmern, eine Familie gründet man am besten, wenn man sich vorher verliebt hat. Die Grundsätze von #mylife kennt man aus dem wahren Leben zur Genüge. Allerdings geht es hier etwas einfacher. Denn gerade einmal 10 Karten bilden unseren Lebensweg ab, die wir Runde für Runde draften. Darauf zu sehen sind einerseits Vorgaben die wir erfüllen sollten, andererseits was wir dafür bekommen. Zudem gibt eine Altersangabe vor, wo in unserer Lebenslinie wir die Karte ablegen. Denn selbst der reichste Dreijährige sollte noch etwas älter werden, bevor er mit dem Porsche durch die Gegend rast.

#mylife lebt von den Geschichten, die es erzählt. Am besten ist das Spiel dementsprechend, wenn jede Karte unterhaltsam kommentiert und der Lebensweg geschildert wird. Spielerisch ist es dagegen eher trivial, dabei aber nicht ohne Fallstricke. Dass Karten nur aktiviert werden, wenn man in jüngeren Jahren die Bedingungen erfüllt ist zwar logisch, sorgt aber ebenso für Verwirrung wie einige der Symbole.



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