Donnerstag, 8. August 2013

Asteroyds



Robo-Rally in Outer Space
Über 1.000 Brettspielneuheiten erblicken dem Hörensagen nach jedes Jahr das Licht der Welt. Bei solchen Zahlen verwundert es nicht, wenn es selbst dem hartgesottensten Spieler schwer fällt den Überblick zu behalten. An die 3 Neuheiten täglich sind auch wirklich etwas viel. Das Positive für uns Spieler: in regelmäßigen Abständen werden richtig gute Spiele, die aus unerfindlichen Gründen durchs Raster gefallen sind, für ‘n Appel und ´n Ei verkauft. So jüngst geschehen bei Asteroyds von Guillaume Blossier und Fred Henry (Ystari Games).

In Asteroyds steuern 2 bis 6 Spieler ihr Raumschiff durch ein Asteroidenfeld und klappern dabei in 20 bis 40 Minuten Checkpunkte ab, zerballern Ziele oder kollidieren mit allerlei Hindernissen. Für die Programmierung des Raumschiffes bleiben dabei nur Sekunden und das Ergebnis hat oft wenig mit den eigenen Wünschen gemein.

Links, rechts,…
Zu Spielbeginn befinden sich die Spieler mit ihren Raumschiffen in der Mitte des mit Hexfeldern übersäten Plans. Ebenfalls mit von der Partie sind 4 Tore die es zu durchfliegen gilt sowie Asteroiden die man tunlichst meiden sollte. Jede Runde haben die Piloten nun zwischen 20 und 50 Sekunden (Stoppuhr liegt bei) um die Bewegung ihres Schiffes zu programmieren. Mögliche Aktionen sind dabei der Flug geradeaus, 60°-Kurven sowie eine 180°-Drehung. Bis zu 7 dieser Befehle können pro Runde gegeben werden. Ist die Zeit abgelaufen wird die Programmierung beendet und der Flug startet.

Naja, zumindest fast. Denn bevor auch nur der erste Befehl gegeben wird, werden 3 verschiedenfarbige Würfel geworfen. Diese geben die Bewegung der Asteroiden vor. 3 unterschiedliche Arten gibt es von diesen und alle bewegen sich in die Richtung die der passenden Farbwürfel angibt. Während weiße Asteroiden dabei gemütlich ein Feld dahintrudeln, rasen rote Felsklumpen 2 Felder auf einmal. Blaue haben zwar wenig Schwung, dabei aber genug Kraft um einen anderen Asteroiden zu verschieben. 

Das gemeine: es wird zwar vor der Programmierung gewürfelt wie sich die Asteroiden verhalten, die Bewegung selbst findet allerdings erst nach dem Ende der Programmierphase statt. Die Flugbahnen der Asteroiden sollte man sich also während der eigenen Planung bildlich vorstellen. Um die ganze Sache weiter zu verkomplizieren gibt es natürlich auch zweifarbige Asteroiden und die Zieltore haben die unangenehme Angewohnheit ebenfalls davon zu driften.


…Mitten durch
Gewonnen hat, wer zuerst alle 4 Tore durchflogen und im Anschluss wieder das Startfeld erreicht hat. Gerade in den ersten Partien kann man allerdings auch einfach gewinnen, indem man als letzter übrig bleibt. Denn jeder Kontakt mit Asteroiden oder dem Rand der Galaxie (sprich: Spielbrett) verursacht Strukturschaden an unserem Schiff. Und für solch hochentwickelte Fahrzeuge sind diese überraschend instabil.

Fazit:
Asteroyds ist ein Logik-, Kombinier- und Hektikspiel. Die Züge bestehen eigentlich nur aus der Analyse der Asteroidenbewegung und der Suche nach einer sicheren Flugroute. Gerade bei kurzer Zeiteinstellung kommt dabei aber schnell Stress auf. Mag man so etwas nicht, wird man an Asteroyds keine Freude haben. Ist man solchen Erlebnissen allerdings zugetan kann ich das Spiel nur empfehlen. Was ebenfalls für Asteroyds spricht sind die bereits enthaltenen Szenarien. Die Möglichkeiten reichen dabei von Sonderfähigkeiten der Piloten bis zu Drohnen-Abschießen im Team. Abseits vom Einstiegsspiel steckt hier also noch viel Spaß in der Packung. Einzig bei Partien mit 5 oder 6 Spielern gilt es Abstriche zu machen. Hier geht, aufgrund der Entfernung zum Brett, schon einmal die Übersicht verloren. Gerade bei dem aktuell günstigen Preis gibt es für mich aber im Moment keinen Grund, Asteroyds nicht endlich die verdiente Beachtung zu schenken.  

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