Donnerstag, 19. März 2015

Von Drachen und Schafen

Bunte Schafe schmecken besser
Drachen fressen Schafe und stehlen Reichtümer, Ritter erschlagen Drachen und retten Jungfrauen in Not. Diese einfachen Gesetzmäßigkeiten kennt heutzutage eigentlich jedes Kind. Was aber, wenn Drachen Anfangen für Schätze zu bezahlen? Wenn Jungfrauen auf einmal gar nicht mehr gerettet werden wollen, und Ritter mit Dieben gemeinsame Sache machen? Tja, dann sind wir in der Welt „Von Drachen und Schafen“ (Nathanael Mortensen / Kosmos) gelandet.

Dabei wird aber schnell klar: Alles gar nicht so wild. Denn in der Rolle von bis zu vier Drachen versuchen wir auch hier, möglichst viele Schätze in unseren Höhlen zu horten. Und wenn dabei genüsslich das eine oder andere Schaf verspeist wird,… umso besser. 





Von bunten Schafen und teuren Schätzen
Wie das bei Drachen nun einmal so ist, geht es uns mal wieder nur um das Horten von Schätzen. Diese kommen allesamt in Form von Karten daher und liefern die zum Spielsieg benötigten Siegpunkte. Um eine dieser Schatzkarten ausspielen zu dürfen, müssen wir die entsprechenden Kosten in Form von Schafen zahlen. Schafe existieren in 5 verschiedenen Farben und schmücken allesamt die Rückseiten der Karten. Je nach Qualität des Schatzes müssen wir entsprechend viele Schafe der passenden Farbe (und damit Handkarten) abwerfen und dürfen diesen dann in unsere Auslage legen. Dort liefert am Ende Siegpunkte. Alternativ können wir auch eine Höhle ausspielen. Diese kostet nichts, bringt aber alleine auch nur ebenso viel. Ihr Wert steigt allerdings mit jedem farblich passenden Schatz und kann im Optimalfall dessen Punkte sogar übersteigen.

Die Qual der Wahl
Da wir zu Beginn jedes Zuges automatisch 2 Karten nachziehen können, haben wir stets einen gewissen Grundstock auf der Hand. Wollen wir mehr, helfen Aktionskarten. Denn auf der Vorderseite befinden sich nicht nur Schätze und Höhlen, auch hilfreiche Personen können uns zur Hand gehen. Eine davon dürfen wir jede Runde ausspielen, ihre Effekte sind so vielseitig wie bekannt. Vom Karten nachziehen oder beim Mitspieler stehlen über Aussetzen bis zum Selbstschutz ist alles Vertreten was man aus ähnlichen Spielen kennt. Natürlich gilt auch hier: Eine ausgespielte Aktionskarte steht uns als Schaf nicht mehr zur Verfügung. Es gilt also, stets zwischen dem Nutzen der Karte oder ihrem Wert als Zahlungsmittel abzuwägen.


Ein Drache im Schafspelz?
Von Drachen und Schafen ist kein komplexes Spiel. Die Regeln sind zügig erklärt, der Spielablauf nach wenigen Minuten verinnerlicht. Dies liegt nicht zuletzt daran, dass sich das Spiel über weite Strecken bekannt anfühlt. Sets sammeln, Handkarten als Währung und Aktionskarten…all das wurde bereits vielfach durchexerziert.
Was sich tatsächlich etwas von der Masse abhebt ist die optische Aufmachung. Die übergroßen Karten und die ansprechende Grafik machen durchaus Lust auf eine Partie. Das Spiel selbst richtet sich dabei ganz klar an unerfahrenere Spieler die vor allem schnell losspielen wollen. Für alle anderen wird bereits nach wenigen Partien einfach zu wenig Neues geboten, die Abwechslung bleibt auf der Strecke. Oder wie hat meine Frau recht treffend formuliert: „Ganz nett, wird aber schnell langweilig“.

Wenn ihr mehr Drachen in Brettspielen wollt, schaut euch doch einmal Duell im Felsental (Hier) an und kämpft als Zwerg gegen eine zu groß geratene Echse. Oder ringt direkt um die Vorherrschaft ganzer Ländereien, indem ihr in Die Legenden von Blue Moon (Hier) die Kontrolle über 3 Drachen übernehmt.






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