Mittwoch, 31. Januar 2018

Schüttel's



Als Kinder fanden wir „52 heb auf!“ ja total lustig. Ein Deck Karten auf den Boden werfen und den Anderen beim Aufräumen zuzuschauen (zumindest theoretisch) hat da wohl einen Nerv getroffen. Inzwischen fische ich nur noch sehr ungerne unter dem Tisch nach Spielmaterial. Und genau jetzt kommt ein Spiel, bei dem genau das schon fast Programm ist. Denn obwohl Schüttel’s (Bernhard Lach und Uwe Rapp / Zoch Verlag) ein Auffangbecher beiliegt, geht beim Ausschütten des Spielmaterials doch immer mal wieder etwas daneben.







Schüttel‘s
Eigentlich ist ja der Inhalt der Schüttel’s-Box gar nicht so spektakulär. Ein Spielplan, Marker in mehreren Farben, etwas Papiergeld, ein Würfelbecher sowie diverse Pöppel. Mehr oder weniger klassische Bestandteile. Nur das, was wir damit machen, das ist alles andere als klassisch. Denn wer an der Reihe ist, der packt alle Pöppel in einen Becher und schüttelt den Inhalt (hoffentlich nicht zur Gänze) in den Auffangbehälter. Was folgt ist ein kurzes Durchzählen der aus dem Becher gefallenen Pöppel und (je nach Anzahl) ein mehr oder weniger erfreuliches Ergebnis. Denn die Menge der Pöppel bestimmt nun, wie es weitergeht.

Zähl‘s
So ist es etwa ganz schlecht, wenn entweder alle oder gar kein Pöppel den Becher verlassen haben. Denn dann muss Geld abgegeben werden. Andere Ergebnisse lassen sofort einen kleinen Betrag auf euer Konto wandern oder ihr nehmt / gebt den Mitspielern etwas. Am weitaus häufigsten aber platziert ihr eine eurer Spielfiguren (Handelsgüter) auf dem Handwerksgebäude der entsprechenden Zahl. Und genau hier wird es spannend.

Wert‘s
Wird die erste Figur platziert, geschieht nichts weiter. Stehen am Handwerksgebäude aber schon Handelsgüter, werden diese auf einer Leiste weiterbewegt und steigen damit im Wert. Zumindest solange es nicht zu weit geht und die Figur entfernt wird. Schütteln wir dagegen eine Zahl aus dem Becher bei der bereits eine eigene Handelsware steht, dann dürfen wir diese verkaufen und ordentlich Geld kassieren. Genau das gleiche Feld mehrfach zu treffen ist allerdings eine Kunst für sich. Entsprechend ist es nicht ungewöhnlich, dass mit dem Spielende manch ein Spieler über weniger Barschaft verfügt als zu Beginn.


Fazit‘s
Schüttel’s ist eines jener Spiele, das sofort die Blicke aller Umstehend auf sich zieht. Denn was wir bei Schüttel’s tun, das ist alles andere als gewöhnlich. Und so ist die Euphorie zu Beginn groß, jeder will unbedingt sein Glück mit dem Becher versuchen. Und auch während der Partie selbst wird viel gelacht, wenn auch überwiegend aus Schadenfreude über einen missglückten Wurf der Mitspieler. Leider hält genau diese Begeisterung aber häufig nicht länger als ein paar Partien an.

Denn recht schnell zeigt sich der fehlende Einfluss auf Spielgerät und Spielverlauf. Der Becher selbst ist nur schwer zu kontrollieren, etwas Übung erlaubt allenfalls sehr grob die richtige Größenordnung an Pöppeln auszuschütten. Entsprechend ist auch beim Geschehen auf dem Brett sehr viel Zufall involviert. Um richtig abzuräumen sollte man das gleiche Feld mehrmals treffen. Ob das allerdings gelingt ist im Wesentlichen Glückssache, und damit auch der Ausgang der Partie. Dafür ist dann allerdings der Aufwand auf dem Brett zu hoch. Wenn Spieler nach mehreren Runden noch immer nur mit viel Glück einen halbwegs ordentlichen Wurf hinlegen, dann gefällt das zwar den Mitspielern, bei einem selbst lässt der Spaß aber schnell nach.

Entsprechend bleibt es zumeist bei einigen wenigen Partien. Auch wenn diese durchaus Spaß machen, für langfristige Begeisterung sorgt Schüttel’s nicht.

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