Dienstag, 14. Januar 2020

Franky Rock'n Vegas


So, jetzt noch mal für alle zum Mitschreiben: Frankenstein ist der Arzt und Erschaffer des Monsters im gleichnamigen Roman von Mary Shelley. Nicht das Monster selbst. Warum ich das hier erwähne? Nun, die Anleitung von Franky Rock’n Vegas (Andreas Schmidt / Fun Bot) beginnt mit den Sätzen „Franky (the Monster formerly known as Frankenstein) macht Las Vegas unsicher! An den Spieltischen erwürfelt er sich neue Monsterfreunde und dann wird gerockt!“. Einerseits kann ich mich über so etwas ja richtig aufregen. Andererseits hat das Spiel so viele Macken, dass es eigentlich auch egal ist.







Wir würfeln Monster
Frankensteins Monster besteht ja bekanntermaßen aus einem Berg von Einzelteilen. Ihm ein paar Freunde zu bauen funktioniert dagegen deutlich einfacher. Denn die insgesamt 9 Franky-Würfel zeigen stets nur Kopf, Körper oder Strom. Ganz klassisch greifen wir Runde für Runde nach den Würfeln, legen mindestens einen davon raus und würfeln den Rest neu. Bei insgesamt 9 Franky- sowie 2 Sonderwürfeln dauert das gerne auch mal etwas länger. Ziel des ganzen Unterfangens ist es, komplette Frankys zu bilden. Also Kopf und Körper der gleichen Farbe sowie Strom. Oder direkt den roten Körper, der seinen eigenen Kopf dabeihat. Genau dafür gibt es Punkte, die im Anschluss auf dem Wertungsblock notiert werden.


…und dann noch den und den und dann das
Einfach nur wahllos Monster zusammenbauen wäre für sich genommen aber wohl etwas zu langweilig. Also kommen noch 2 weitere Würfel dazu. Zum einen ein achtseitiger Kopfwürfel, zum anderen ein zehnseitiger Hochspannungswürfel. Beide Würfel werden irgendwann während des eigenen Wurfes zur Seite gelegt und am Ende noch einmal gewürfelt. Dazu benötigt man für den Kopfwürfel nicht verwendete Köpfe und wird mit Punkten belohnt. Der Hochspannungswürfel muss mit so vielen Würfeln zur Seite gelegt werden, wie er anzeigt. Wer das nicht schafft, der beendet die Runde ohne Punkte. Wer es schafft, der darf (schon wieder) würfeln und kann eventuell weitere Punkte absahnen. Klingt verwirrend? Spielt sich noch viel schlimmer. Und dabei habe ich die „Full-House-Regel“ noch gar nicht erwähnt, die Bonuspunkt verspricht, wenn alle Würfel zu Monstern verbaut wurden.

Fazit
Würfelspiele gibt es aktuell wie Narben an Frankensteins Monster. Da muss man schon mit gängigen Konventionen brechen, um aufzufallen. Franky schafft das, indem es einfach all die positiven Entwicklungen der vergangenen Jahre komplett ignoriert. Wo viele aktuelle Spiele versuchen, möglichst klare und einfache Regeln anzubieten, verwirrt Franky auch nach mehreren Partien noch. Kaum eine Runde, ohne dass Kopf- / Hochspannungswürfel falsch zugeordnet wurden oder die „Full-House-Regel“ für Konfusion sorgt. Wo aktuelle Würfelspiele versuchen, stets alle Spieler involviert zu halten, dehnt Franky die Wartezeiten unnötig aus. Wer immer nur einen Würfel zur Seite legt, der kommt auf eine zweistellige Zahl an Würfen pro Runde. Die Mitspieler schauen in dieser Zeit nur zu. Obendrein gibt es kaum nennenswerte Entscheidungen zu treffen. Große Frankys sind fast immer am lukrativsten. Wer andererseits mit dem Hochspannungswürfel schlecht würfelt, der kann eigentlich auch gleich aufhören. Was so gesehen wohl die beste Alternative ist.

Wie schon im Roman von Mary Shelley sollten wir dieses Monster besser mit Fackeln und Heugabeln aus der Spielesammlung jagen.


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