Samstag, 29. März 2025

Sherlocks Spürnasen

221B Baker Street. Sherlock Holmes, John Watson, Inspector Lestrade. Namen, die fast jedem bekannt sein dürften. Aber was ist mit Toby? Mit Clay, Calabash oder gar Cherrywood? Die tierischen Helfer des weltberühmten Detektivs fristeten bislang ein Schattendasein. Das  ändert sich nun. Denn mit Sherlocks Spürnasen (Dave Neale & Clémentine Beauvais / Mirakulus) kommen die Kleinen ganz groß raus.
 
 
 
 
 
 
 
 

Die Tiere sind los
Das Spielprinzip von Sherlocks Spürnasen ist sicher nicht neu. Vor jedem der 6 Fälle (+ Intro) bekommen wir von Toby (Sherlocks Hund) einen Fall, der sich in oder nahe der Baker Street zugetragen hat. Sherlocks Mütze ist verschwunden, eine Maus wird vermisst oder unglücklich Verliebte brauchen Hilfe. Die Themen sind meist eher kindgerecht, können aber durchaus auch etwas düsterer werden. Wir ermitteln auf einem zentralen Spielplan, der mehrere Orte zeigt, die wir besuchen können. Wir? Das sind in diesem Fall unter anderem eine Maus und eine Vogelspinne, die über unterschiedliche Fähigkeiten verfügen. 
 
 
Benutze Maus mit Katze
Um in einem Fall zu ermitteln, besuchen wir einen der Orte auf dem Plan und lesen die entsprechende Karte. Zumeist bringt das schon einige Infos. Um aber wirklich voranzukommen, müssen wir die Karten kombinieren. Treffen wir etwa an einem Ort ein anderes Tier, kann Clay der Frosch diesem gut zureden, Calabash die Vogelspinne setzt eher auf Einschüchterung. Oder wir haben unterwegs Informationen oder einen nützlichen Gegenstand gefunden, denn wir mit dem neuen Ort kombinieren. Stellenweise gibt es auch kleinere Logikrätsel, die meiste Zeit klappern wir aber Orte ab, nutzen Fähigkeiten oder kombinieren Gegenstände. Stets haben wir nur begrenzt Zeit, wobei ein Wechsel von Tag zu Nacht auch neue Erkenntnisse und Möglichkeiten bringen kann. Generell ist das Spiel aber auch hier sehr verzeihend. Die Zeit geht eher selten aus. Und selbst wenn… dann machen wir einfach trotzdem weiter, bis das Rätsel gelöst ist.
 

Fazit
Der Spielverlauf von Sherlocks Spürnasen klingt recht klassisch und wenig innovativ. Und ehrlich gesagt ist er das auch nicht. Texte lesen, Dinge kombinieren, kleinere Rätsel lösen… das hat man alles schon gesehen. Zumal sich die Schwierigkeit hier eher an unerfahrene Spieler richtet, Krimi-Veteranen pflügen geradezu durch das Spiel. Aber das macht nichts. Denn Sherlocks Spürnasen wird nicht durch das Spielprinzip zu etwas Besonderem, sondern durch die packenden Geschichten, die durchweg liebevollen Charaktere und die fantastischen Texte. Selten sind mir Charaktere so ans Herz gewachsen wie die schroffe Calabash oder Rossetti, das hyperaktive Eichhörnchen. Wenn man bei einem Spiel unbedingt einen eigentlich irrelevanten Standort besuchen will, nur weil dort einer der Lieblingscharaktere wohnt, dann sagt das schon viel aus.
 
Obendrein greift das Spiel durchaus ernste Themen wie Rassismus auf, hält sich dabei aber mit dem erhobenen Zeigefinger angenehm zurück. Dennoch sind es die teilweise düsteren Themen, die das Spiel nicht für alle Kinder geeignet machen. Gleiches gilt für den großen Umfang an Text, der gelesen und verstanden werden muss. Andererseits muss Sherlocks Spürnasen auch nicht nur mit Kindern gespielt werden. Wir hatten in reinen Erwachsenenrunden sehr viel Spaß und werden die Umgebung in der Baker Street in Zukunft sicher genauer im Auge behalten. 
 

 

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