Samstag, 8. März 2014

Glasstraße



Ertragsräder2
Mit Terra Mystika gelang es Feuerland Spiele bereits mit seinem Erstling ein herausragendes Spiel auf den Markt zu bringen. Um sicher zu stellen, dass auch dem zweiten Werk Erfolg beschieden sein wird, legte der Meister (Uwe Rosenberg) diesmal höchstselbst Hand an. Anders als im Jahr 2012 soll es sich diesmal aber um ein flottes Spiel mit leichtem Einstieg handeln.

Thematisch verschlägt uns die Glasstraße nach Bayern zwischen dem 16. Und 19. Jahrhundert. Wir produzieren Glas und Ziegel, bauen Gebäude und… ach vergesst das einfach. Es handelt sich um ein Spiel von Uwe Rosenberg: es gibt mehrere Ertragsräder, viele verschiedene Ressourcen und am Ende ordentlich Siegpunkte.




Von Rädern…
Damit uns Spielern gleich von Beginn an die korrekte Marschrichtung klar ist, bekommt jeder Spieler zwei Ertragsräder zum Abtragen der Ressourcenbestände und zur Produktion von Glas und Ziegeln. Hier offenbart sich auch bereits die erste kleine Hinterhältigkeit von Herrn Rosenberg. Die Produktion von Glas und Ziegeln erfolgt nämlich automatisch sobald alle benötigten Rohstoffe vorhanden sind. Nicht selten wird dabei kostbares Holz, welches eigentlich für den Bau von Gebäuden eingeplant war, unbeabsichtigt zum Brennen von Ziegeln verwendet.

…Gehölzen…
Schaffen wir es trotz aller Widrigkeiten ein Gebäude zu errichten, wird dieses auf dem spielereigenen Landschaftstableau platziert. Dort finden sich bereits zu Spielbeginn allerlei Waldgebiete, Teiche und Mulden. Die errichteten Gebäude liefern uns im Folgenden einmalige Boni, dauerhafte Sonderaktionen oder schlicht Siegpunkte. Beliebt sind dabei, gerade zu Beginn des Spiels, Gebäude die das Tauschen verschiedener Rohstoffe ermöglichen.


…und Gehilfen
Leider ist aber weder der Bau von Gebäuden noch der Erwerb von Rohstoffen ohne weiteres möglich. Vielmehr erhält jeder Spieler einen identischen Kartensatz mit 15 verschiedenen Arbeitern. Diese offerieren dabei das übliche Spektrum: Rohstoffbeschaffung, Gebäudebau und Landschaftsgestaltung sind ebenso zu finden wie diverse Sonderfunktionen. Zu Beginn jeder der vier Runden wählen alle Spieler fünf Arbeiter aus. Drei davon werden nach und nach ausgespielt und die entsprechende Aktion ausgeführt. Wird dabei eine Karte gespielt welche ein weiterer Spieler auf seiner Hand hält, muss er diese sofort ausspielen. Dies freut den zweiten Spieler, bekommt er doch so eine Kartenaktion geschenkt. Der ursprünglich Ausspielende wird dagegen gleich doppelt bestraft. Er offeriert nicht nur einem anderen Spieler eine Aktion, er muss auch selbst auf eine von zwei Optionen der gespielten Karte verzichten. Jede Karte liefert nämlich zwei Aktionen. Beide ausführen darf, wer die Karte alleine ausgespielt hat. Ansonsten hat man die Qual der Wahl. Insgesamt vier Kartenrunden mit je fünf Karten werden gespielt, dann endet die Partie.

Fazit
Uwe Rosenberg ist nicht unbedingt für Spiele mit einfachen Regeln und schnellem Einstieg bekannt. Auch die Mechanismen in Die Glasstraße wollen durchaus erst einmal verstanden werden. Dazu reicht allerdings zumeist eine Partie aus. Obwohl Glasstraße ganz klar ein Vielspielerspiel ist, spielt es sich flott und angenehm leicht. Den Hauptreiz liefert dabei die ständige Kartenwahl. Mit welcher Karte kann ich meinen Mitspielern folgen, welche Karte kann ich bedenkenlos spielen. Die hier zu erhaltenden (oder verlierenden) Aktionen entscheiden nicht selten über den Sieg. Obendrein sorgen viele verschiedene Gebäude für ordentliche Variation in Aufbau und Spielablauf. Auch der Umgang mit dem Ertragsrad will gelernt sein, die automatische Produktion von Glas und Ziegeln kann, gerade am Anfang, die eigenen Pläne konterkarieren.
Abseits von diesen Mechanismen ist Die Glasstraße ein klassisches Ressourcen-Management-Spiel, funktioniert aber auch in diesem Bereich einwandfrei. Die Glasstraße ist schlicht ein rundum gelungenes und spannendes Spiel welches auch wunderbar zu zweit funktioniert.

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