Mittwoch, 30. April 2014

Die Legenden von Andor: Neue Helden



Neue Helden braucht das Land
Drache wurden erschlagen, Prinzen gerettet und Fürstentümer befreit. Selbst Katapulte, Belagerungstürme und finstere Magier haben unsere Helden nicht schrecken können. Irgendwann aber kommt selbst für die erfahrensten und mutigsten Recken der Moment, da er sie nach Erholung dürstet. Da die Personaldecke im Heldenbusiness für einen ausgedehnten Urlaub allerdings entschieden zu dünn ist, muss hier dringend Nachschub her. Über ein Jahr nach dem Erscheinen von „Die Legenden von Andor“ haben Michael Menzel und Kosmos nun endlich ein Einsehen und schicken einige neue Helden ins Rennen.

Insgesamt 4 neue, wackere Recken enthält „Die Legenden von Andor – Neue Helden“. Verwendung finden diese entweder als Alternative zu den Altbekannten, oder aber im Spiel mit 5 oder 6 Spielern. Obendrein finden sich in der Box auch gleich noch 3 kleinere Varianten die auch das Basisspiel abwechslungsreicher gestalten sollen.




Neue Helden
Abgesehen von der Einführung lassen sich alle bereits existierenden Legenden mit den neuen Helden und/oder bis zu 6 Spielern spielen. Nötig sind dafür nur geringe Anpassungen wie etwa eine höhere Stärke der umherstreifenden Monster. Weiterhin gibt es auch bei 5 oder 6 Spielern nur 4 neutrale Zeitmarker welche von allen Helden gleichermaßen verwendet werden. Unter den neuen Helden finden sich durchweg interessante Fähigkeiten. So startet Fenn etwa mit 3 einzigartigen Gegenständen (z.B. zum Würfel neuwerfen), hat aber nur eine Maximalstärke von 10 und 2 Würfel. Kheelan wird von einem Wassergeist begleitet der Helden auf seinem Feld einen verbesserten Würfel liefert und Arbon kann die Stärke von gegnerischen Monstern senken. Abgerundet wird das Quartett von Bragor, der am Brunnen Stärkepunkte sammeln kann.

Varianten
Um den Helden auch eine angemessene Herausforderung zu bieten, sind zusätzlich 3 Varianten enthalten die für fast alle existierenden Legenden verwendet werden können. Der Bruderschild unterstützt die Helden dabei mit dem Tausch von Stärkepunkten, während der schwarze Herold die Lebenspunkte des Endgegners steigert. Mein persönlicher Favorit ist allerdings der betrunkene Troll. Dieser schwankt ständig von einem Feld zum anderen und schubst alle dort befindlichen Gegner rigoros in Richtung der Festung.





Fazit
Beginnen wir heute einmal mit den negativen Kritikpunkten: den Varianten. Von den 3 enthaltenen bietet  nur der betrunkene Troll einen gewissen Mehrwert. Das Tauschen von Stärkepunkten (Bruderschild) gab es in sehr ähnlicher Form bereits beim Promo-Artikel „Lagerfeuer“ und die zusätzlichen Lebenspunkte durch den schwarzen Herold gehen wohl kaum als neues Spielelement durch. Die Varianten sind damit allenfalls eine nette Spielerei, mehr nicht. Wollen sie aber wohl auch nicht sein, ruht das Hauptaugenmerk doch klar auf den neuen Helden. Und hier kann die Erweiterung wirklich punkten.

Alle 4 neuen Helden passen sich wunderbar in das existierende Gefüge ein, haben ihre einzigartigen Vor- und Nachteile. Ohne das Spielgleichgewicht dabei zu stören liefern sie durchweg interessante Eigenschaften die allesamt neu erforscht werden wollen und zumeist sogar interessanter sind, als die klassischen Helden. Selbst ältere Abenteuer bieten damit eine neue Herausforderung und wollen noch einmal angegangen werden. Auch das Spiel mit mehr als 4 Personen funktioniert reibungslos, auch wenn ich (aufgrund der kürzeren Wartezeiten) weiterhin kleinere Gruppen bevorzuge.

Insgesamt also eine klare Kaufempfehlung für alle, die Andor auch nach weit über einem Jahr noch immer in seinen Bann zieht.


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