Montag, 16. Juni 2014

Abluxxen

Schon wieder Zahlenkarten
Einfache und allzu simple Kartenspiele sind nicht mein Ding. Viel zu oft werden bei vermeintlichen Neuheiten nur alte Spielelemente wiederverwendet, das Gefühl etwas Neues zu spielen ist die Ausnahme. Obendrein bedeuten einfache Regeln nicht immer auch ein flottes und spaßiges Spiel. Besonders wenn das Spiel nur aus einer Menge Zahlenkarten besteht, schrillen bei mir sofort die Alarmglocken. So geschehen auch bei Abluxxen (Ravensburger) von Michael Kiesling und Wolfgang Kramer. Reihenweise positive Tests nötigten mir allerdings eine nähere Betrachtung ab. Und was soll ich sagen…

In Abluxxen spielen 2 bis 5 Spieler abwechselnd Zahlenkarten aus und versuchen damit am Spielende zu punkten. Die Auslage ist dabei aber keineswegs gesichert sondern ständiges Opfer des Abluxxens der Mitspieler.



13 gewinnt
Zu Spielbeginn erhält jeder Spieler 13 Karten auf die Hand die mit Nummern von 1 bis 13 und einem X als Joker  gekennzeichnet sind. 6 offene Karten und ein Nachziehstapel komplettieren die Anfangsaufstellung.

Im eigenen Zug darf ein Spieler nun beliebig viele Karten der gleichen Nummer vor sich in die Auslage spielen. Im Anschluss folgt das namensgebende Abluxxen. Die gespielten Karten werden mit den zuletzt ausgelegten Karten aller Mitspieler verglichen. Liegen diese in gleicher Zahl aber mit einem niedrigeren Wert vor, kommt es zum Abluxxen. Der aktive Spieler kann die entsprechenden Karten der Mitspieler nun auf Hand nehmen, der Beklaute zieht aus der Auslage die entsprechende Menge nach. Will der aktive Spieler die Karten nicht, nimmt das Opfer diese entweder wieder auf die Hand, oder wirft sie ab und zieht entsprechend neue Karten nach.

Über das Abluxxen können die Spieler einerseits an mehr Handkarten kommen, andererseits reduzieren sie damit die Auslage des Mitspielers. Warum dies gewünscht ist, liegt in der Punktewertung begründet. Das Spiel endet, sobald ein Spieler seine letzte Karte auslegt. Nun zählt jede ausliegende Karte einen Pluspunkt, jede Handkarte aber einen Minuspunkt.


Fazit
Wie von einem Spiel dieser Art zu erwarten sind die Regeln von Abluxxen denkbar einfach. Trotzdem benötigt man durchaus 1 oder 2 Partien um das Spiel zu verinnerlichen. Grund ist das eher ungewöhnliche Spielprinzip. Ständig muss man sich dabei entscheiden welche Karten man sammelt, auf der Hand behält oder Abluxxt. Die Zwangslage einerseits viele Karten zu wollen, andererseits Minuspunkte für Handkarten zu kassieren, sorgt dabei durchweg für Spannung und Emotionen. Gerade in den letzten Runden wechseln sich Hoffen und Bangen, Freude und Verzweiflung regelmäßig ab. Einen lange zusammengesparten Fünfling abgeluxxt zu bekommen, ist durchaus frustrierend. Selbiges dem Mitspieler anzutun dagegen extrem befriedigend.

Wie zu Beginn beschrieben bin ich kein Fan von Kartenspielen, die nichts Neues bieten. Glücklicherweise hat Abluxxen dieses Problem nicht. Anders als die Optik erwarten lässt, vermag Abluxxen vielmehr auch über zahlreiche Partien zu fesseln und zu begeistern. Ein Problem hat das Spiel dennoch. Und das ist das Spiel zu Zweit. Hier fühlen sich die Runden deutlich langweiliger, weniger stimmungsvoll ja fast banal an. Die kürzlich veröffentlichte Duell-Variante (HIER) funktioniert zwar etwas besser, ändert aber nichts daran, das Abluxxen am besten zu viert funktioniert. Hier kann es aber voll und ganz überzeugen.


Kommentare:

  1. Wenn ich mich nicht irre, ist die offizielle Spielerzahl 2-5 (nicht nur 4)

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  2. Du hast natürlich absolut recht. Vielen Dank für den Hinweis, ich habe den Beitrag entsprechend editiert.

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  3. Wie ist das wenn man schon einige Karten vor sich liegen hat... können diese mit legen eines einzelnen Jokers “gesichert“ werden?
    Ein einzelner Joker schlägt ja die 13 kann also niemals wieder abgeluxxt werden?

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