Montag, 5. Januar 2015

Die Staufer



Reisende Mehrheit
Die Herrschaft von Heinrich VI zeichnete sich in erster Linie durch ein enormes Reisepensum aus. Den überwiegenden Teil seiner Amtshandlungen erledigte der Regent fern vom heimatlichen Schloss. Um so etwas zu bewerkstelligen, benötigt es einen zuverlässigen Stab von Beratern und Untergebenen. Und genau hier kommen wir ins Spiel.

Bei „Die Staufer“ (Andreas Steding / Hans im Glück) begleiten wir Heinrich VI durch sein Reich und stehen ihm für allerlei Aufgaben zur Verfügung. Zumindest irgendwie. Denn eigentlich nutzen wir nur unsere Figuren, setzen sie auf die richtigen Felder und kassieren Punkte in Abhängigkeit der Mehrheiten in den Regionen.




Aktionen
Das Reich Heinrich VI besteht aus insgesamt 6 Regionen, deren Aufbau von Spiel zu Spiel variiert. Gerade einmal 15 Aktionen stehen uns zur Verfügung, diese Regionen unter unsere Kontrolle zu bringen. Dabei können wir jeweils zwischen dem Rekrutieren neuer Günstlinge und dem Einsetzen derselben wählen.
Das Rekrutieren verläuft dabei denkbar einfach. Wählen wir diese Option, bekommen wir zwischen 0 und 3 neue Figuren zur weiteren Verwendung. Dass dabei nicht immer direkt die meisten Figuren gewählt werden, liegt an den Truhen die obendrein winken und spezifische Belohnungen versprechen. Bevor ich allerdings näher darauf eingehe, vorerst noch einige Worte zur zweiten Option während eines Zuges.
Anstelle Figuren zu nehmen steht es uns frei, diese auf dem Spielplan zu platzieren. Dabei verfügt jede Region über mehrere Felder, wobei die besseren (bei Gleichstand entscheidenden) etwas teurer sind. Bezahlt wird in allen Fällen mit Figuren. Einerseits kostet das Feld selbst, andernfalls will aber auch die Reise dorthin bezahlt werden. Je weiter die gewählte Region vom König entfernt ist, desto teurer. Als Lohn winken hier Siegpunkte und erneut Truhen.

Truhen
Wie bereits erwähnt sind Figuren und Punkte nicht die einzigen Gründe, eine Aktion auszuführen. Vielmehr locken zumeist eines oder mehrere der allgegenwärtigen Truhen-Plättchen. Diese können einen einmaligen Effekt (etwa Siegpunkte oder Figuren) auslösen oder für spätere Bonusaktionen (etwa kostenloses Reisen oder Platzieren der Figuren) aufbewahrt werden. Permanente Boni lassen sich über violette Truhen erwerben. Zwei davon können gegen ein Privileg eingetauscht werden, wobei in jedem Spiel nur eine kleine Auswahl vorhanden ist. Dabei können etwa Truhen lukrativer oder Reisen dauerhaft günstiger werden. Auch der einfachere Erwerb von Figuren ist vorhanden.

Punkte
Die meisten Punkte sind bei Die Staufer über die Mehrheitenwertung am Ende jedes der fünf Durchgänge zu gewinnen. Bei Spielende winken aber obendrein Boni für  persönliche Aufträge. Dabei gilt es für jeden Spieler die Mehrheit in einer Region inne zu haben, bestimmte Felder zu besetzen und regionenübergreifend mit den eigenen Figuren spezifische Setzmuster zu bilden. Da eine Partie überraschend wenig Zeit bietet um ordentlich Punkte zu generieren, sollten diese Boni während des Spiels nicht aus dem Auge verloren werden.


Fazit
Obwohl Die Staufer aufgrund der Vielzahl an Privilegienkarten und des variablen Aufbaus sehr flexibel ist, gestaltet sich der Einstieg doch überraschend einfach. Durch die Beschränkung auf nur 2 mögliche Aktionen sorgt selbst die Fülle an Informationen für einen relativ flotten Spielverlauf. Und eine Fülle ist definitiv vorhanden. So gut wie alle Informationen sind von Beginn an offen und wollen berücksichtigt werden. Entsprechend ist die Staufer ein Fest für Planer und Denker, ohne dabei anstrengend zu werden. Auch das Material kann vollauf überzeugen und bietet variable Aufbauten in Abhängigkeit der Spielerzahl. So laufen Partien zu zweit ebenso rund wie zu fünft.

Warum also haut mich Die Staufer dann nicht vom Hocker? Endgültig beantworten kann ich diese Frage bislang nicht, denn eigentlich passt alles zusammen. Trotzdem kommen während des Spiels keine Emotionen auf, kaum ein Mitspieler zeigte sich bislang wirklich begeistert. Möglicherweise drückt das eher trockene Thema auf den Spielspaß oder das Fehlen von Überraschungen und Unwägbarkeiten nimmt die Spannung. Was aber bleibt, ist ein mechanisch einwandfreies Spiel, das leider nicht wirklich zu fesseln vermag. Ein mit Sicherheit gutes Spiel, das aber in meinen Gruppen selten ankam.


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