Samstag, 3. Januar 2015

King's Pouch



Ein neuer König?
Deckbau ist tot, lang lebe Bag-Building. OK, das war jetzt möglicherweise ein wenig übertrieben, kamen doch in den vergangenen Monaten durchaus einige spannende Deckbau-Spiele auf den Markt. Trotzdem scheint das Bestücken von Beuteln mit bunten Würfeln oder vergleichbaren Markern ein neuer Trend zu sein. Die bekanntesten Vertreter dieser Art waren auf der vergangenen Messe sicherlich Hyperborea und Orléans. Aber auch Korea Boardgames hat mit King’s Pouch (Keewoong Kim) einen Vertreter des Genres im Angebot, bei dem sich ein genauerer Blick durchaus lohnt.

Bei King’s Pouch errichten wir Gebäude und heuern zu deren Benutzung die dazu passenden Bürger an. Ob diese uns allerdings auch tatsächlich zur Verfügung stehen, bestimmt erst der zufällige Griff in den namensgebenden Beutel. 



Spezialisten und Korruption
Zu Beginn sieht unser Reich noch wenig beeindruckend aus. Baracken, eine kleine Kapelle und eine Taverne… viel mehr steht unseren Bürgern nicht zur Verfügung. Diese kommen in Form von zylindrischen Klötzen daher und warten nur auf ihren Einsatz. Dabei liefert etwa ein Platzieren in der Kapelle Siegpunkte, die Taverne verspricht ein kleines Einkommen. Obendrein offerieren viele Gebäude auch noch den Erwerb spezialisierter Bürger in Form bunter Holzquader. All die Bürger wandern am Ende unseres ersten Zuges zurück in den Beutel, wo sie durch einen korrupten Beamten ergänzt werden. Werden am Ende der Runde neue Bürger gezogen, sieht deren Zusammensetzung also in jedem Zug etwas anders aus. Dabei haben spezielle Bürger eine andere Form und lassen sich dementsprechend ertasten. Gleichzeitig können diese aber nur in einigen wenigen Gebäuden eingesetzt werden. Bürger sind flexibler, haben aber die gleiche Form wie korrupte Beamte. Und mit diesen wiederum, lässt sich fast nichts anfangen.

Gebäude, Personal und Militär
Abgesehen vom richtigen Einsatz der Bürger, steht in King’s Pouch auch der Ausbau des eigenen Reiches im Vordergrund. Denn die erworbenen Ressourcen wollen natürlich auch ausgegeben werden. Geld dient dabei in erster Linie dem Bau neuer Gebäude. Eines davon darf jede Runde den Weg auf unser Tableau finden und dient fortan als neue Einsatzmöglichkeit für unsere Bürger. Obendrein liefert jedes Gebäude am Spielende Siegpunkte. Diese bekommen wir auch, indem wir (ebenfalls mit Geld) verschiedenste Charaktere beeinflussen. Welche davon ausliegen und wofür wir Punkte erhalten, ändert sich von Partie zu Partie.

Abgesehen vom Geld sammeln unsere Bürger auch artig militärische Stärke. Mit dieser setzen wir Truppen auf der beiliegenden Karte ein und verjagen Mitspieler von unserem Grund und Boden. Was hier recht martialisch klingt, ist in Wirklichkeit aber recht abstrakt gehalten und beschränkt sich zumeist auf einen weiteren Weg Punkte zu generieren.

Insgesamt verläuft das Spiel über 9 Runden an deren Ende alle Punkte zusammengezählt werden und den Sieger bestimmen.


Fazit
King’s Pouch gehört wohl zu den eingängigeren Vertretern des neuen Genres “Bag-Building”. Weite Teile des Spiels verlaufen dabei in bekannten Bahnen, wirklich neu sind nur die zufällig gezogenen Arbeiter. Und dies ist Fluch und Segen zugleich. Denn einerseits ist der Einstieg für erfahrene Spieler schnell geschafft, andererseits fühlen sich weite Teile altbekannt an. Dabei sind aber auch die bekannten Elemente durchaus reizvoll. Die richtige Kombination aus Gebäuden und Bürgern zu finden ist durchaus eine Herausforderung, es bieten sich mehrere Wege die erkundet werden wollen.

Leider ist die Zahl der Gebäude aber sehr überschaubar und in jedem Spiel gleich. Einzig die Reihenfolge wann sie ins Spiel kommen, variiert leicht. Abgesehen von den punkteträchtigen Personenkarten verlaufen die einzelnen Spiele damit immer in ähnlichen Bahnen. Als Nachteil wurde auch empfunden, dass oft schon früh ein Sieger feststeht. Der Startspieler hat jede Runde einen beträchtlichen Vorteil, kann er doch aus allen Gebäuden wählen. Erster ist aber immer derjenige, der die meisten Punkte hat. Damit wird es schwer, einen einmal führenden wieder einzuholen.

Was bleibt ist ein durchaus interessanter Ansatz und einige kreative Ideen. Für eine Hand voll Partien absolut genug, für anhaltende Begeisterung fehlt aber etwas Abwechslung.


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