Mittwoch, 30. November 2016

Das Allerbeste Baumhaus



Da hat mich mein Vater ja ganz schön angeschmiert. Fast meine gesamte Kindheit über hat er mir erzählt, dass ich in unserem Garten wohl das beste Baumhaus überhaupt hätte. Mag ja durchaus stimmen. Doof nur, dass ich kürzlich erfahren habe, dass es darüber hinaus ja auch noch Das allerbeste Baumhaus (2Geeks) gibt. Und während bei mir eine alte Decke und eine Kiste im Haus lagen, fanden sich bei Scott Almes wohl ein Plasmafernseher, ein voll ausgestattetes Casino und sogar eine Anlage zum Wellenreiten.

Und dabei ist der Aufbau eines hochmodernen und mit allen Schikanen ausgestatteten Baumhauses doch denkbar einfach. Passende Karten nehmen, anlegen und hoffen, dass der Baum nicht umfällt. Fertig.




Das Baumhaus
Wie es sich gehört beginnt unser Baumhaus ganz klassisch: Mit einem Baum. Anfänglich recken sich nur ein paar Äste gen Himmel, im Verlauf von drei Runden sollen diese mit verschiedensten Räumen geschmückt werden. Dazu erhält jeder Spieler sechs Karten, die Räume in verschiedensten Farben zeigen. Einen davon wählen wir aus, die anderen wandern zum Nachbarn. Was wir behalten haben, dürfen wir an unseren Baum anlegen. Da dabei farbgleiche Karten stets nebeneinanderliegen müssen, sollte das Platzieren wohl überlegt sein. Denn der Platz ist begrenzt und obendrein müssen wir auch noch darauf achten, dass der Baum nicht aus dem Gleichgewicht gerät.


Die Punkte
Am Ende jeder der drei Runden (und damit nach jeweils fünf verbauten Räumen) folgt eine Wertung. Dazu suchen sich die Spieler nacheinander eine in der Tischmitte liegende Bonuskarte heraus und legen sie in umgekehrter Reihenfolge auf die ausliegenden Wertungskarten. Damit wird für jede Farbe bestimmt ob es für entsprechende Räume entweder normale, doppelte oder gar keine Punkte gibt. Natürlich sollte man stets darauf bedacht sein, Räume über die man selbst in großen Mengen verfügt, zu werten. Leider wissen das auch die Mitspieler, weshalb gerade diese Phase fast immer über Sieg oder Niederlage entscheidet.


Fazit
Das allerbeste Baumhaus gehört in jene Kategorie Spiele, die bereits auf den ersten Blick begeistern. Denn in der schön gestalteten Metallbox befinden sich direkt noch schöner gestaltete Raumkarten. Jede einzelne Karte ist etwas Besonderes, alle wurden sie mit viel Liebe zum Detail gezeichnet. Entsprechend bewundern die meisten Spieler zuerst einmal die Karten, bevor es tatsächlich zum Spiel kommt. Ist diese erste „Hürde“ genommen, gestaltet sich der Einstieg dann aber denkbar einfach und auch das Spiel selbst verläuft zumeist flott. Dadurch, dass jeder stets involviert ist, entstehen kaum Pausen. Spannend sind dabei insbesondere die Wertungsphasen, die über Sieg oder Niederlage entscheiden.

Nach einer Handvoll Runden werden allerdings auch die (kleineren) Probleme beim Bauen eines Baumhauses offensichtlich. Denn die Wertung hat auch so ihre Schattenseiten. Mehr als einmal hat bei uns die Wahl eines zurückliegenden Spielers über den Sieger entschieden, obwohl für die Person selbst nichts mehr zu gewinnen war. Für ein lockeres und schnelles Spiel mag das nicht dramatisch sein, dennoch empfanden wir dieses Königsmacher-Syndrom als unangenehm. Als noch problematischer fielen uns Partien zu zweit auf, die schlicht jede Spannung vermissen lassen. Fast jede Entscheidung (insbesondere während der Wertung) ist hier offensichtlich, Spaß kam dabei selten auf.

Dennoch ist und bleibt Das allerbeste Baumhaus ein ordentliches und optisch sehr schönes Familienspiel, zumindest ab drei Spielern.


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