Dienstag, 1. November 2016

Million Club



Es heißt doch immer, die erste Million sei die schwerste. Nun, dann haben wir diesmal wohl richtig Glück. Denn in Million Club (A. Ladaugnos / Asmodee) haben wir diese Hürde schon lange genommen. Und nicht nur unsere Barmittel übersteigen deutlich die magische Grenze, obendrein verfügen wir auch schon über eine Fabrik und große Ländereien. Aber wie das so ist, sind wir natürlich auch damit nicht zufrieden.

Und so versuchen wir, mit Hilfe unserer Industrie und geschicktem Börsenhandel unsere Besitztümer zu mehren und am Ende als reichster Spieler des Million Club aus dem Wettstreit hervorzugehen.



Scheibenwelt
Die Möglichkeiten unseren Reichtum zu mehren, liegen in Million Club recht offen vor uns. Denn insgesamt 5 große Aktionsscheiben bieten alle Optionen die wir brauchen und dienen als Einsatzort für unsere gerade einmal 2 Arbeiter pro Spieler. Abwechselnd platzieren wir jeweils einen davon auf einer beliebigen Scheibe, wobei in jeder Runde nur 4 der 5 möglichen Aktionen zugänglich sind. Obendrein ist bei einigen Scheiben die Zahl der Plätze begrenzt und auch die Reihenfolge der platzierten Figuren kann relevant sein. Eine Auswertung erfolgt erst, sobald alle Figuren eingesetzt wurden.

 

Aktionen 
Welche Aktionen stehen uns aber nun genau zur Verfügung?  Nun, beginnen wir doch damit, Industrie zu erwerben. Wer hier eine Figur einsetzt darf eine Industriekarte kaufen und erhält diese mit einer Stufe von 1. Um diesen Wert zu steigern steht eine weitere Scheibe zur Verfügung, wo wir alternativ auch die Stufe senken dürfen um Geld zu erhalten. Obendrein steht uns dafür auch die Börse zur Verfügung. Die Ausschüttungshöhe hängt hier allerdings von den Werten der ausliegenden Industrie ab, was sich durchaus im Laufe einer Runde ändern kann, wodurch das Feld nicht ganz ohne Risiko ist. Bleiben noch die Kolonien, die wir für etwas Geld kaufen können und die am Ende reichlich Siegpunkte versprechen. Einen sofortigen Nutzen haben wir dagegen auf dem Intrigenfeld, wo entsprechende Karten uns eine Hilfe bieten oder die Mitspieler stören, indem Geld gestohlen, Kolonien abgekauft oder Industrie abgewertet wird.
 

Boni 
Allerdings bieten all die Aktionsfelder nicht nur den offensichtlichen Vorteil. Denn wer am Ende einer Runde die meisten Arbeiter auf einer Scheibe hat, kommt in den Genuss einer zusätzlichen Bonusfunktion. Diese kann aus dem Erwerb zusätzlicher Kolonien, Fabriken und Intrigenkarten bestehen, aber auch das Umsetzen eines Arbeiters oder das Abkaufen einer Industrie bedeuten. Möglichst viele und lukrative Bonusaktionen zu nutzen stellt einen wesentlichen Schlüssel zum Sieg einer Partie Million Club dar. 

Siegpunkte 
Apropos Sieg. Wenn das Spiel nach neun Runden endet, steht üblicherweise zuerst einmal etwas Rechnerei an. Denn nun bekommen die Spieler für fast alles Punkte. So gibt es für ausliegende Kolonien und Industrien ganz pauschal einige Zähler, zusätzliche erhalten wir für Sets oder Mehrheiten in verschiedenen Kategorien. Auch Barvermögen schlägt sich noch einmal in Siegpunkten nieder. Und wer hiervon die meisten hat wird zum Sieger erklärt.



Fazit
Million Club ist ein intensives Spiel. Mit gerade einmal 9 Runden zu je 2 Aktionen kommt jedem eingesetzten Arbeiter eine enorme Bedeutung zu. Die überschaubare Spieldauer und das hohe Maß an Interaktion tun ein Übriges dafür, dass während einer Partie keine Langeweile aufkommt. Stets ringen wir um Mehrheiten in verschiedenen Industrien, schnappen uns gegenseitig Kolonien weg und versuchen, die Boni auf den Aktionsfeldern für uns zu sichern. Das gefällt und sorgt für reichlich Spannung am Tisch. Dabei kann die Interaktion allerdings auch fiese Züge annehmen, was man abkönnen sollte. Wichtig ist obendrein eine passende Spielerzahl. Und hier stimme ich mit der Angabe des Verlags absolut nicht überein. Denn zu zweit (und in Grenzen auch zu dritt) funktioniert Million Club schlicht nicht, ohne ausreichend Interaktion verliert das Spiel viel an Reiz.
Auf Dauer sehe ich darüber hinaus die überschaubare Menge an Aktionen als problematisch, die fehlende Variation trübt den Spielreiz nach einiger Zeit doch spürbar. Ebenfalls problematisch kann der enorme bürokratische Aufwand sein. Denn die Gesamtwerte aller Fabriken müssen stets auf der Börse nachgehalten werden und ändern sich während einer Runde sehr häufig. Ironischerweise ist dieses Problem insbesondere in größeren Gruppen auffällig, weshalb ich persönlich am meisten Spaß an Partien zu viert hatte.

Mit Million Club bekommt man als Spieler ein schnelles und sehr interaktives Spiel, das durchaus für einige Partien zu gefallen weiß.




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