Donnerstag, 3. November 2016

EXIT - Das geheime Labor



Das Leben für uns Spieler ist nicht unbedingt einfach. Jahrelang werden wir erzogen unser Spielmaterial pfleglich zu behandeln. Karten werden in Schutzhüllen gesteckt, Würfel mit Sprühlack versiegelt und Getränke am Tisch sind sowieso Tabu. Selbst darüber wie Boxen richtig gestapelt werden gibt es ganze Abhandlungen. Und nun? Nun kommen Inka und Markus Brand mit ihrer Exit-Reihe (Kosmos) um die Ecke und sagen uns, wir sollen doch bitte mit Stift, Schere und verschiedensten kreativen Zerstörungsmöglichkeiten über unser neues Spiel herfallen.

Genau genommen gibt es sogar drei Spiele dieser Art. Alle stellen uns vor die gleiche Herausforderung: Möglichst schnell eine Reihe von Rätseln lösen um innerhalb eines Zeitlimits einem Raum zu entkommen. In diesem Fall: Einem geheimen Labor.


Rätselraten
EXIT – Das geheime Labor reiht sich in die aktuellen Veröffentlichungen sogenannter Escape-Spiele ein. Das heißt, dass wir eine Handvoll Aufgaben zu erledigen haben, wofür nur begrenzt Zeit zur Verfügung steht. Im Falle von Exit besteht das Material im Wesentlichen aus einem Stapel Karten, in dem sich sowohl die Rätsel als auch Lösungen und Hinweise befinden. Erste Hinweise entnehmen wir obendrein einem kleinen Heft, das unter anderem das Labor mit allerlei interessanten Gerätschaften zeigt und uns auch informiert, mit welcher Karte wir beginnen. Also Karte ziehen, die entsprechenden Anweisungen ausführen und mit dem Rätseln loslegen. Sobald wir glauben eine Lösung gefunden zu haben, können wir diese auf der enthaltenen Code-Scheibe abtragen. War der Code falsch versuchen wir es erneut, haben wir alles richtig gemacht dürfen wir weitere Karten ziehen. So arbeiten wir uns Stück für Stück voran, bekommen neue Hinweise und zusätzliches Material. 


Hinweise
Bei all den Rätseln kann es natürlich schnell mal passieren, dass wir an der einen oder anderen Stelle nicht weiterkommen. Doch auch hierfür wurde vorgesorgt. Denn unter den Karten befinden sich zu jedem Rätsel insgesamt drei Hinweise die wir in einem solchen Fall zu Rate ziehen können. Während der erste Hinweis dabei nur das benötigte Material aufführt, gibt Hinweis zwei schon einen klaren Lösungsansatz. Hilft auch das nicht, löst der dritte Hinweise das Rätsel für uns. Allerdings geht all das zu Lasten unserer Wertung. Denn sobald wir aus dem Raum sind, werden wir nach Sternen bewertet. Und diese hängen einerseits von der benötigten Zeit (Bestnote bei unter einer Stunde) und andererseits von den Hinweiskarten ab. Und sollte es jemanden interessieren: Wir haben das Labor in rund 55 Minuten und mit zwei Hinweiskarten gelöst, was acht von zehn möglichen Sternen ergibt.


Fazit
In den vergangenen Wochen konnte ich bereits eine ganze Reihe verschiedener Escape-Spiele und einige Missionen angehen und EXIT bewegt sich dabei, was den Spielspaß angeht, auf jeden Fall am oberen Ende. Insbesondere die Vielzahl der Rätsel und damit verbunden die große Abwechslung wussten absolut zu überzeugen. Einfache Bilderrätsel wechseln sich mit komplizierten Analysen oder Aufgaben ab, bei denen um mehrere Ecken gedacht werden muss. Auch der Schwierigkeitsgrad war, zumindest für uns, passend. Obendrein sind die Hilfekarten eine perfekte Ergänzung. Jede Gruppe kann damit die eigene Geschwindigkeit vorgeben und muss nicht stundenlang an einer Aufgabe verzweifeln.

Etwas schwächer empfanden wir dagegen das Material. Aufgrund des relativ niedrigen Preises und der kleinen Verpackung ist das Spiel hier naturgemäß starken Einschränkungen unterworfen. Aber fast alles nur auf Karten darstellen zu können, hat durchaus Nachteile. Gerade in Vollbesetzung ist es fast unmöglich, jedem Teilnehmer zugleich einen Blick auf die Rätsel zu gewähren, vieles ist einfach schlicht zu klein. Da haben andere Spieler dieser Art (mit einem großen Plan) die Nase vorn. Ganz allgemein gilt obendrein, dass es bei Vollbesetzung einfach etwas wenig zu tun gibt. Bereits zu viert kann man sich ab und an mal eine Pause gönnen. Verschärft wird das durch das Begleitheft. Ständig will hier jemand eine andere Seite sehen und man kommt sich beim Rätseln in die Quere. All das sind aber tatsächlich nur Kleinigkeiten, die sich kaum nachhaltig auf den Spielspaß auswirken. Und der war bei EXIT – Das geheime Labor auf jeden Fall reichlich vorhanden.


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