Freitag, 1. September 2017

Lyngk



Das war’s. Nach insgesamt sechs Spielen des „klassischen“ Gipf-Projektes ist inzwischen auch das neue Werk Lyngk (HUCH!) erhältlich. Als Mischung der bisherigen Spiele wurde es angekündigt und schon der erste Blick in die Box hinterlässt einen entsprechenden Eindruck. Denn wie in den meisten Spielen des Projektes findet sich darin nicht viel mehr als ein Spielplan, diverse Spielsteine in insgesamt sechs verschiedenen Farben sowie ein passender Stoffbeutel. Und auch spielerisch erinnert das Werk von Kris Burm tatsächlich an die bisherigen Werke. 







Zu Beginn neutral
Bevor die Partie beginnt, wird zuerst einmal der Spielplan gefüllt. Dazu werden die insgesamt fünf Spielerfarben sowie drei Jokersteine zufällig auf dem Plan verteilt. Zu diesem Zeitpunkt gehören die einzelnen Farben noch keinem Spieler, was sich aber im Laufe der Partie ändert. Mit neutralen Steinen können wir in unserem Zug nur auf gleichhohe oder kleinere Stapel ziehen, die entweder direkt benachbart oder in gerader Linie erreichbar sind. Zudem darf jede Farbe in jedem Stapel nur einmal vorkommen.


Türme bauen
Ziel dieser ganzen Hüpferei ist es, irgendwann einen Stapel aus fünf Farben zu bilden. Diesen bekommt nun derjenige Spieler, dessen Stein obenauf liegt. Entsprechend sollten wir uns im Laufe der Partie für zwei der Farben entscheiden, was wir jederzeit zu Beginn eines Zuges machen können. Als Bonus dürfen wir mit eigenen Steinen beliebig hohe Türme besetzen und auch noch einen Kettenzug durchführen, bei dem wir auf farbgleichen Steinen die Richtung wechseln. Vielmehr gibt es eigentlich nicht zu beachten. Denn über kurz oder lang ist kein legaler Zug mehr möglich und es gewinnt, wer mehr Türme abräumen konnte.



Fazit
Wie die meisten Spiele des GIPF-Projektes überzeugt auch Lyngk durch zumeist eingängige und klare Regeln. Mit der Farbwahl und dem möglichen Kettenzug kommen dabei zwei neue Elemente ins Spiel, die Lyngk von vergleichbaren Werken abheben. Insbesondere erstgenannte sorgt für Spannung. Einerseits will man sich die Optionen möglichst lange offenhalten. Andererseits kann dann ein Mitspieler zuvorkommen und die eigenen Zugmöglichkeiten sind ohne eigene Steine auch eingeschränkt. Entsprechend sind die ersten Züge auch häufig ein leichtes Geplänkel, sobald die erste Farbe gewählt wurde nimmt der Schlagabtausch Fahrt auf.

Zugleich benötigen die beiden neuen Elemente aber auch einiges an Erfahrung um sie wirklich sinnvoll nutzen zu können. Entsprechend empfand ich den Spielverlauf von Lyngk als weniger intuitiv und stringent als bei den früheren Werken, gerade die ersten Partien verliefen eigentlich eher plan- und strukturlos. Zudem sorgen die unterschiedlichen Zugoptionen zwischen eigenen und neutralen Steinen Anfänglich für etwas Verwirrung und den richtigen Zeitpunkt zur Farbwahl zu treffen ist eine Kunst für sich.

Wurden diese Hürden allerdings einmal genommen, ist der Spielverlauf durchaus spannend. Dennoch bleibt Lyngk für mich deutlich hinter den Highlights der Serie zurück.


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