Freitag, 31. Mai 2013

Feuer & Flamme



Aubergine auf PilzEin Verlag der um diese Jahreszeit ein Spiel zum Thema Grillen veröffentlicht kann sich dem Wohlwollen aller Reviewer sicher sein. Eine bessere Vorlage für eine Einleitung ist schwerlich denkbar stürmen doch zum Frühlingsanfang Heerscharen Sonnenhungriger die deutschen Vorgärten auf der Jagd nach kühlem Bier und über Holzkohle erhitztem Fleisch. Beim Blick aus dem Fenster vergeht mir im Moment allerdings sehr schnell die Lust an Freiluftaktivitäten. Regen, Sturm und Kälte beherrschen das Bild. Wer also eine Einleitung zum Grillen sucht sollte sich anderweitig umsehen. Ich nutze die Möglichkeit stattdessen, um euch eine eher unbeachtete Gemüsesorte näherzubringen.

Die Aubergine oder Eierpflanze gehört zur Gattung der Nachschattengewächse. Da die in Deutschland gebräuchlichste Sorte einen hohen Anteil an Bitterstoffen aufweist wird sie zumeist gekocht oder gegrillt serviert. Das Gerücht, die Aubergine habe einen sehr hohen Anteil an Nikotin, hat sich in den letzten Jahren als falsch erwiesen. Das Vorurteil die Eierpflanze lasse sich nur unter größten Mühen stapeln wurde jüngst allerdings mehrfach bestätigt. Wer mir nicht glaub kann sein Glück gerne selbst bei Feuer & Flamme (Stefan Dorra und Manfred Reindl / Huch & Friends) versuchen.


Meister der Zange
Um unsere Fertigkeiten als Grillmeister auf die Probe zu stellen stapeln 2 bis 5 Spieler abwechselnd Tomaten, Pilze, Steaks oder Auberginen auf dem beiliegenden Minigrill. Wie beim Grillen üblich ist die Verwendung der bloßen Hand dabei eher nicht zu empfehlen. Stattdessen nutzen wir, ganz stielecht, die beiliegende Grillzange. Wurde das zu platzierende Grillgut per Zufall bestimmt darf es ab diesem Moment nur noch mit der Zange berührt werden. Bereits auf dem Grill platzierte Nahrung darf nach Belieben verschoben werden. Was allerdings auf den Boden fällt ist zum weiteren Verzehr ungeeignet und obendrein muss eine entsprechend Menge Grillchips abgegeben werden. Da jeder Spieler deren nur drei besitzt, kann der erste Wackler auch schnell der letzte sein.

Um diesem Dilemma vorzubeugen hat Huch sich entschieden den Spielern Hilfsmittel an die zittrige Hand zu geben. Deren drei dürfen pro Partie jeweils einmal vor einem Stapelversuch eingesetzt werden. Darunter finden sich das klassische „ich setzte diese Runde aus“, aber auch die Versicherung „die ersten zwei abgeräumten Teile zählen nicht“. Wir als Spieleprofis verzichten aber natürlich auf derlei Hilfsmittel und scheiden dafür erhobenen Hauptes frühzeitig aus. Der letzte Spieler mit Grillchips wird zum Grillmeister ernannt und gewinnt das Spiel.

 
Fazit
Für Feuer & Flamme ist ein Alter ab 5 Jahren angegeben. Ich muss an dieser Stelle gestehen, dass ich leider keine Chance hatte das Spiel mit der entsprechenden Zielgruppe zu testen. Stattdessen landete es mehrfach mit verschiedenen Vielspielern auf dem Tisch. Und mit mehrfach meine ich in diesem Fall: mehrmals in Folge. Und kurz danach gleich wieder. Und dann nochmal am nächsten Tag. Denn Feuer & Flamme, das kann ich an dieser Stelle sagen, macht richtig Spaß. Obwohl Stapelspiele schon lange keine Seltenheit mehr sind liefert die Nutzung der Grillzange ein gänzlich neuartiges Spielgefühl. Ansonsten einfache Aufgaben können sich auf einmal als wirklich knifflig entpuppen. Man hofft und überlegt, probiert, bangt und zittert. Und das nicht nur im eigenen Spielzug. Ob man Feuer & Flamme braucht, wenn man schon andere Spiele dieser Art hat, kann und will ich gar nicht beantworten. Ich weiß nur, dass wir an Feuer & Flamme richtig Spaß hatten. Auch ganz ohne das passende Grillwetter.



Zum Abschluss noch ein Bild was passiert, wenn man gegen meine Frau spielt:
 

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