Donnerstag, 16. Mai 2013

Ubongo das Würfelspiel



Malen nach Formen
Seit inzwischen rund 10 Jahren erfreut Ubongo Familien- wie Vielspieler mit dem Legen simpler Muster aus Pappteilen. Ob Vier- oder Sechsecke, zwei- oder dreidimensional, Mini-Reiseversion oder Maxi-Box. Die Variationen und damit auch die Möglichkeiten für uns Spieler scheinen fast unendlich. Selbst eine Umsetzung als Kartenspiel fand zuletzt seinen Weg in die Regale der Kaufhäuser. Was liegt da also näher, als auf der aktuellen Welle erfolgreicher Würfelspiel-Umsetzungen mit zu reiten. Folgerichtig hier also der neueste Spross der Ubongo-Familie:
In Ubongo das Würfelspiel (Grzegorz Rejchtman/Kosmos) würfeln 2 bis 4 Spieler die allseits bekannten Formen um mit diesen die Vorgaben des beiliegenden Blocks auszufüllen. Um die passenden Formen zu erhalten sollte man dabei nicht nur über schnelle Finger, sondern auch eine flotte Auffassungsgabe verfügen.


8 Würfel und ein Block
Die Regeln des Spiels sind schnell erklärt. In der kleinen Box findet sich ein Schreibblock auf dem 6 verschiedene Puzzleflächen, bestehend aus 14 bis 21 Feldern, abgebildet sind. Von diesem bekommt jeder Spieler ein (identisches) Blatt. Darüber hinaus liegen dem Spiel 8 Würfel (4 x schwarz, 4 x weiß) bei, die auf ihren Seiten verschiedene Formen zeigen. Diese Formen bestehen aus 1 bis 5 Quadraten in unterschiedlicher Anordnung und erinnern nicht selten an den Computerspielklassiker Tetris.
Je nach Spielerzahl werden 4-8 Würfel gemeinsam geworfen und jeder Spieler grabscht schnellstmöglich Einen jeder Farbe. Die ergatterten 2 Formen dürfen in die aktuelle Puzzlefläche eingezeichnet werden. Wird die erste Fläche von genügend Spielern abgeschlossen, gibt es Punkte und das Spiel wird mit der Nächsten fortgesetzt. Nach allen 6 Flächen werden die Punkte addiert und der Sieger bestimmt.
„Das passt…“
Ich gestehe: Ich bin ein großer Ubongo-Fan. Insbesondere die 3D-Variante begeistert mich noch immer. An dieser Stelle also gleich die schlechte Nachricht vorab: Mit dem Vorgänger hat dieses Spiel nicht mehr besonders viel gemein. Die bekannten Denksportaufgaben sind fast vollständig entfallen. Kernelement ist inzwischen das schnelle Greifen nach passenden Wurfergebnissen. Das schlussendliche Einzeichnen ist dagegen nur Kür. Die gute Nachricht: Das stört in keinster Weise. Denn das verzweifelte Stöhnen wenn mal wieder nichts passt ist wie im Original. Während dort allerdings Aussagen wie „das kann gar nicht funktionieren“ nicht selten mit dem sofortigen Gegenbeweis gekontert wurden, passiert dies beim Würfelspiel in steter Regelmäßigkeit wirklich. Entsprechend ist der Glücksanteil auch deutlich höher und kann so manches Spiel entscheiden. Als störend hat dies allerdings noch keiner meiner Mitspieler empfunden. Gleichzeitig sind die Regeln schnell verstanden, man ist während der rund 20 Minuten fast ständig aktiv, Pausen sind die Ausnahme. Insgesamt weiß Ubongo Das Würfelspiel dabei durchaus zu überzeugen und in der passenden Gruppe sogar zu begeistern.

Nicht verschweigen möchte ich allerdings die leichte Schwäche im Spiel zu Zweit. Da der Hauptteil des Spiels aus der Auswahl und dem Greifen der Würfel besteht, wirkt sich hier deren geringe Zahl (mit 2 Spielern nur deren 4) negativ auf das Spielgefühl aus. Auf das letzte, passende Symbol muss mitunter viele Würfe lang gewartet werden. In solchen Fällen hält sich der Einfluss auf Spielgeschehen und Ausgang doch stark in Grenzen. Trotzdem: Wer ein schnelles Spiel für zwischendurch ab 3 Spielern sucht, sollte hier einen Blick riskieren.

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