Donnerstag, 11. Oktober 2018

Trick'n Trouble


Alle mal melden, die bei Begriffen wie „Kettensägenbenzin“, „Razor Musikkassette“ oder „Chucks Tagebuch“ sofort grinsen müssen. Denn dann gehört ihr sicherlich auch zu den Glücklichen, die die Blütezeit des Adventures, von Maniac Mansion bis Monkey Island, miterleben durften. Bleibt eigentlich nur die Frage, wie ich in einem Brettspielblog darauf komme. Nun, ganz einfach. Denn nur ein kooperatives Stichspiel für genau drei Personen auf den Markt zu bringen, war Frosted Games wohl nicht genug. Und so wurde für Trick’n Trouble (Fukutarou) direkt noch ein möglichst nerdiges Thema mit haufenweise Anspielungen an eben jene Computerspiele gewählt.






Eigentlich nur ein Stich-Spiel
Dabei ist Trick’n Trouble eigentlich ganz schnell erklärt. Insbesondere, wenn ihr Skat kennt. Denn wie der Klassiker unter den Kartenspielen funktioniert auch Trick’n Trouble nur mit genau 3 Spielern. Und auch bei Trick’n Trouble wollt ihr möglichst viele Stiche sammeln. Der wesentliche Unterschied ist allerdings, dass ihr diesmal kooperativ zu Werke geht. Dazu bekommt zu Beginn jeder Spieler 5 der insgesamt 27 Karten. Diese gibt es in 3 Farben, mit Werten von 3 – 9 sowie ein paar mehrfarbigen Einsen und Zweien. Wer am Zug ist spielt schlicht eine seiner Karten aus. Die nachfolgenden Spieler müssen Farbe bekennen oder können (sofern sie die angespielte Farbe nicht besitzen) eine beliebige Karte dazulegen. Dass wir dabei nicht über die eigenen Karten und Pläne sprechen dürfen, das versteht sich ja inzwischen fast von selbst.


Aber eben doch nicht so ganz
Das war eigentlich auch schon eine Runde. Naja, zumindest fast. Denn sobald drei Karten gespielt wurden, werden diese ausgewertet. Und zu diesem Zweck liegen Zielkarten in der Mitte. Diese geben etwa vor, dass in einer Runde mindestens ein Gesamtwert von 12 gelben Punkten erzielt werden muss. Oder mindestens 4 Punkte in jeder Farbe. Jede Bedingung die dabei erfüllt wurde, wandert direkt auf den Punktestapel. Ziel ist es, in den 9 Runden insgesamt 50 Punkte zu erreichen. Allerdings ist das alles andere als einfach und benötigt einiges an Übung. Daran ändert auch die Möglichkeit Karten zu schieben oder Zielkarten zu tauschen wenig.

Fazit
Trick’n Trouble ist sowohl thematisch als auch spielerisch sehr speziell. Spieler die sich sowohl von 30 Jahre alten Adventuren, als auch von kooperativen Stichspielen angesprochen fühlen, dürften rar sein. Glücklicherweise falle ich genau in diese Kategorie. Entsprechend viel Spaß hatte und habe ich mit Trick’n Trouble. Ich habe es genossen, mit meinen Mitspielern langsam die Möglichkeiten dieses Kartenspiels zu erkunden und Partie für Partie etwas besser abzuschneiden. Und wenn ich dabei auch noch etwas Kettensägenbenzin abgreifen kann, umso besser.

Natürlich gibt es aber, gerade bei einem so speziellen Spiel, stets auch eine andere Seite. All jene, die mit dem Thema und / oder den Mechanismen wenig anfangen können. Und gerade diesen Spielern macht es Trick’n Trouble alles andere als leicht. Denn die Lernkurve ist hier immens, gerade die ersten Partien enden zumeist in einem Desaster. Bis man verstanden hat welche Zielkarten getauscht und welche Handkarten geschoben werden sollten, vergeht einige Zeit. Und nicht jeder Spieler bringt dafür die Motivation mit. Insbesondere, da einem auch das Pech übel mitspielen kann. Selbst mit steigender Erfahrung bleibt ein desaströses Ergebnis möglich, einfach nur weil die Karten schlecht verteilt sind.

Dennoch bin und bleibe ich ein Fan dieses innovativen und besonderen kleinen Spiels.


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