Donnerstag, 21. März 2019

Blöde Kuh


Vor Kurzem konntet ihr auf dieser Seite etwas über L.A.M.A. lesen, ein sehr simples und schnelles Kartenspiel, das mir allerdings etwas zu wenig Fleisch auf den Rippen hatte. Und was bietet sich da als Alternative an? So eine Blöde Kuh (Florian Racky / Drei Hasen in der Abendsonne) vielleicht? Schließlich geht es auch hier um Karten die keiner haben will und um Tiere die Minuspunkte bringen. Auch sonst sind durchaus Parallelen erkennbar, denn der Ärgerfaktor ist in beiden Spielen hoch.








Blöde Kuh
Zu Beginn einer Runde blöde Kuh bekommt jeder von uns einen halben Bauernhof auf die Hand. 9 Handkarten, bestehend aus Schafen, Schweinen, Pferden und Kühen gilt es loszuwerden. Um dieses Ziel zu erreichen, spielen wir Runde für Runde ein einzelnes Tier oder ein Paar aus. Vorgaben, was wir genau spielen dürfen, gibt es dabei nicht. Allerdings hat fast jede ausgespielte Karte eine Konsequenz. Bei einem einzelnen Schwein etwa muss der linke Nachbar eine Karte ziehen, bei der blöden Kuh bin ich selbst fällig. Spannend wird es aber besonders, wenn ein Pärchen gespielt wird.


Minuspunkte auf Wanderschaft
Sobald erstmals zwei Tiere einer Art gespielt werden, bekommt der linke Nachbar die „Will-keiner-haben“-Karte des entsprechenden Tieres. Wer am Ende der Runde der glückliche Besitzer ist, der bekommt dafür reichlich Minuspunkte. Also schnell 2 passende Tiere ausgespielt, denn dann wandert die Karte im Kreis zum nächsten Spieler. Und von da über kurz oder lang auch wieder zu mir. Gut beraten ist, wer für den Fall noch ein weiteres Paar auf der Hand hat. Und da es insgesamt 4 verschiedene Tiere gibt, gibt es in jeder Runde auch 4 „Will-keiner-haben“-Karten. Doch selbst wenn ein solche Karte vor mir liegt, kann es sich lohnen, meine Hand leerzuspielen. Denn in dem Moment endet die Runde und ein Übermaß an Handkarten wird ebenfalls bestraft. Welch Glück also, dass wir uns bei den lieben Mitspielern in den insgesamt drei Runden durchaus revanchieren können.

Fazit
Wie schon L.A.M.A. wirkt auch Blöde Kuh auf den ersten Blick ganz simpel, offenbart dann aber schnell so einige Kniffe und ein gehöriges Ärgerpotential. Schicke ich früh ein Tier auf reisen, von dem ich 2 Paare habe? Lieber erst die einzelnen Karten spielen? Allerdings werde ich dann meine Handkarten nicht los, was auch Minuspunkte bedeutet. Die Möglichkeiten sind zwar überschaubar, erzeugen aber interessante Dilemmata. Die Spannung am Tisch ist jederzeit greifbar. Auch die Gestaltung ist sehr liebevoll, je mehr Minuspunkte ein Tier bringt, desto heruntergekommener sieht auch die Karte aus.

Natürlich entscheidet am Ende dennoch zumeist Zufall über wohl und Wehe, wenn es dumm läuft hat man auch mit den cleversten Überlegungen keine Chance. Allerdings verraucht der Frust zumeist schnell wieder, diesem charmanten kleinen Spiel kann man eigentlich nicht lange böse sein. Zu groß die Schadenfreude, wenn der Mitspieler mal wieder eine blöde Kuh vor der Nase liegen hat und man selbst im letzten Moment seine Tiere nach links weiterreicht. Nur für die Funktionen der einzeln gespielten Karten hätte ich mir eine Hilfe-Karte gewünscht, das wird doch zu Beginn immer wieder nachgefragt.


Kommentare:

  1. Man muss die Karten thematisch erklären, dann sind sie eher eingängig:
    Das Schwein saut den nächsten Spieler ein,
    das Pferd galoppiert um den Tische und die blöde Kuh will man nicht ausspielen

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  2. OK, das versuche ich bei der nächsten Erklärung direkt mal :)

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