Moderne Flugzeuge sind schon ein Wunder
der Technik. Hunderte von Passagieren, mehrere 1.000 km Flugstrecke, Fernseher
im Sitz… die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Aber selbst die modernsten
Fluggeräte verblassen im Vergleich zu dem, was die WHO offensichtlich in ihrem
Hangar stehen hat. Wie wir bei Pandemic – Schnelles Einsatzteam (Kane Klenko /
Asmodee) lernen, lassen sich an Bord eines Flugzeugs nämlich sogar Medikamente,
Trinkwasser und Energie herstellen. Und direkt auch noch an die notleidende Bevölkerung
liefern.
Das
eierlegende Wollmilchflugzeug
Waren die Reisen im klassischen Pandemie
häufig noch mühsam, sind wir inzwischen nur noch im Flugzeug unterwegs. Genau
genommen stellt der Spielplan das Innere unseres Fluggefährts dar, nur darum
herum sind einige Städte zu sehen. Und genau diese müssen wir schnellstmöglich mit
diversen Versorgungsgütern beliefern. Und schnellstmöglich ist hier wörtlich
gemeint. Denn während wir aktiv sind, läuft nebenbei eine Sanduhr deren
Ablaufen stets mit einer neuen Stadtkarte und den entsprechenden Wünschen
einhergeht.
Die
Krisen
So will etwa Riad 3 Erste-Hilfe-Material
und 1 Energie, Hong Kong wartet verzweifelt auf Wasser und Nahrung. Soweit kein
Problem, schließlich kann unser Flugzeug all das benötigte Material selbst
produzieren. Allerdings wird es ab hier hektisch. Denn in unserem Zug werfen
wir 6 Würfel. Die entsprechenden Symbole nutzen wir zur eigenen Bewegung sowie
der des Flugzeugs und um Waren zu produzieren. Natürlich passt der Wurf selten mit
den eigenen Wünschen überein, weshalb Nachwürfeln erlaub ist. Aber das kostet
Zeit, ebenso wie unsere Pläne den Ergebnissen anzupassen. Und ganz nebenbei
erzeugt unsere Produktion auch noch Abfall, weshalb wir uns zwischendurch um
dessen Beseitigung kümmern müssen. Einiges zu beachten also in der durchaus
knappen Zeit.
Fazit
Eilig hatten wir es in Pandemie ja schon
immer. Erstmals können wir das nun aber direkt spüren. Denn während der Partie bleibt
wenig Zeit eine ausgeklügelte Strategie zu diskutieren. Und genau das hebt das
Spiel von sonstigen Vertretern der Reihe ab und sorgt für ein (zumeist) sehr
intensives Spielerlebnis. Da jagt es den Puls schon in die Höhe, wenn der
Mitspieler sich mit seinem Wurf ein paar Sekunden mehr Zeit nimmt. Die rund 20
Minuten, die eine Partie dauert, wird man sich dementsprechend sicher nicht
langweilen. Insbesondere zu zweit ist man stets voll dabei.
Anders kann es in manchen Runden zu
viert aussehen. Trotz der Hektik können die Wartezeiten hier auch mal etwas
länger werden. Da zugleich die Sanduhr erbarmungslos herunterläuft, ist man
aber zumeist mit wildem Gestikulieren und Anfeuern der Mitspieler beschäftigt.
Was uns deutlich mehr gestört hat, das ist die fehlende Abwechslung. Abgesehen
von den verschiedenen Rollen fehlt es leider fast komplett an Variation. Und
auch diese spielen sich oft nicht so unterschiedlich, wie man es vom großen
Bruder kennt. Entsprechend stellt sich schon nach wenigen Partien ein Gefühl
der Routine ein. Über den Schwierigkeitsgrad kann man die Herausforderung zwar
anpassen, ein anderes Spielgefühl entsteht dabei aber nicht.
Während das klassische Pandemie auch
heute noch zu meinen absoluten Lieblingsspielen zählt, dürfte das „Schnelle
Einsatzteam“ ein ähnliches Schicksal ereilen wie dereinst das Würfelspiel. Für
ab und zu ganz OK, langfristig begeistern wird es mich aber wohl nicht.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen