Dienstag, 6. August 2019

Pandemic - Schnelles Einsatzteam


Moderne Flugzeuge sind schon ein Wunder der Technik. Hunderte von Passagieren, mehrere 1.000 km Flugstrecke, Fernseher im Sitz… die Möglichkeiten sind fast unbegrenzt. Aber selbst die modernsten Fluggeräte verblassen im Vergleich zu dem, was die WHO offensichtlich in ihrem Hangar stehen hat. Wie wir bei Pandemic – Schnelles Einsatzteam (Kane Klenko / Asmodee) lernen, lassen sich an Bord eines Flugzeugs nämlich sogar Medikamente, Trinkwasser und Energie herstellen. Und direkt auch noch an die notleidende Bevölkerung liefern.
 


 

Das eierlegende Wollmilchflugzeug
Waren die Reisen im klassischen Pandemie häufig noch mühsam, sind wir inzwischen nur noch im Flugzeug unterwegs. Genau genommen stellt der Spielplan das Innere unseres Fluggefährts dar, nur darum herum sind einige Städte zu sehen. Und genau diese müssen wir schnellstmöglich mit diversen Versorgungsgütern beliefern. Und schnellstmöglich ist hier wörtlich gemeint. Denn während wir aktiv sind, läuft nebenbei eine Sanduhr deren Ablaufen stets mit einer neuen Stadtkarte und den entsprechenden Wünschen einhergeht. 


Die Krisen
So will etwa Riad 3 Erste-Hilfe-Material und 1 Energie, Hong Kong wartet verzweifelt auf Wasser und Nahrung. Soweit kein Problem, schließlich kann unser Flugzeug all das benötigte Material selbst produzieren. Allerdings wird es ab hier hektisch. Denn in unserem Zug werfen wir 6 Würfel. Die entsprechenden Symbole nutzen wir zur eigenen Bewegung sowie der des Flugzeugs und um Waren zu produzieren. Natürlich passt der Wurf selten mit den eigenen Wünschen überein, weshalb Nachwürfeln erlaub ist. Aber das kostet Zeit, ebenso wie unsere Pläne den Ergebnissen anzupassen. Und ganz nebenbei erzeugt unsere Produktion auch noch Abfall, weshalb wir uns zwischendurch um dessen Beseitigung kümmern müssen. Einiges zu beachten also in der durchaus knappen Zeit.


Fazit
Eilig hatten wir es in Pandemie ja schon immer. Erstmals können wir das nun aber direkt spüren. Denn während der Partie bleibt wenig Zeit eine ausgeklügelte Strategie zu diskutieren. Und genau das hebt das Spiel von sonstigen Vertretern der Reihe ab und sorgt für ein (zumeist) sehr intensives Spielerlebnis. Da jagt es den Puls schon in die Höhe, wenn der Mitspieler sich mit seinem Wurf ein paar Sekunden mehr Zeit nimmt. Die rund 20 Minuten, die eine Partie dauert, wird man sich dementsprechend sicher nicht langweilen. Insbesondere zu zweit ist man stets voll dabei.

Anders kann es in manchen Runden zu viert aussehen. Trotz der Hektik können die Wartezeiten hier auch mal etwas länger werden. Da zugleich die Sanduhr erbarmungslos herunterläuft, ist man aber zumeist mit wildem Gestikulieren und Anfeuern der Mitspieler beschäftigt. Was uns deutlich mehr gestört hat, das ist die fehlende Abwechslung. Abgesehen von den verschiedenen Rollen fehlt es leider fast komplett an Variation. Und auch diese spielen sich oft nicht so unterschiedlich, wie man es vom großen Bruder kennt. Entsprechend stellt sich schon nach wenigen Partien ein Gefühl der Routine ein. Über den Schwierigkeitsgrad kann man die Herausforderung zwar anpassen, ein anderes Spielgefühl entsteht dabei aber nicht.

Während das klassische Pandemie auch heute noch zu meinen absoluten Lieblingsspielen zählt, dürfte das „Schnelle Einsatzteam“ ein ähnliches Schicksal ereilen wie dereinst das Würfelspiel. Für ab und zu ganz OK, langfristig begeistern wird es mich aber wohl nicht.


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