Montag, 25. April 2016

Yeti



Wir wurden getäuscht. Wir alle. Über Jahre, Jahrzehnte, Jahrhunderte. Stets wurde uns erzählt, der Yeti sei schüchtern und würde sich vor der Öffentlichkeit verbergen. Dabei hat er nur auf den richtigen Moment gewartet. Denn in den zurückliegenden Wochen mehren sich die Sichtungen, von einem Geheimnis kann schon lange keine Rede mehr sein. So haben zuletzt etwa Martin (HIER) sowie Hunter & Cron (HIER) von ihren Entdeckungen berichtet. Und auch ich hatte kürzlich das große Glück, den Yeti vor die Linse zu bekommen.

Und ich muss sagen: Die Suche nach dem Yeti (Benjamin Schwer / Pegasus) gestaltete sich deutlich einfacher als befürchtet. Gerade einmal ein paar Würfel benötigen wir, um Berge zu besteigen, Ausrüstung zu kaufen und schlussendlich mit Fotos des Yetis nach Hause zurück zu kehren.


Der Berg ruft
Obwohl sich um den Yeti viele Geheimnisse Ranken, war Eines doch stets klar: Das sich die Gestalt auf schneebedeckten Gipfeln herumtreibt. Und so beginnen auch wir unsere Partie am Fuße eines Berges, der sich imposant von der Mitte des Spielplans in die Höhe erhebt. Vom Fuß bis zum Gipfel warten insgesamt vier verschiedene Ebenen auf unsere Erkundung, wobei die höheren Regionen eine lukrativere Punkteausbeute versprechen. Doch dazu müssen wir erst einmal den Berg hinauf kraxeln.

Schneesturm
Und hier kommen die Würfel ins Spiel, die wir in jeder Runde würfeln. Sieben sind es maximal, nach jedem Wurf müssen wir ein gewürfeltes Symbol zur Seite legen und würfeln den Rest neu. Einzig Schneewolken werden stets zur Seite gelegt und sind auch ansonsten eher störend. Denn tauchen zu viele davon auf, braut sich ein Unwetter über dem Berg zusammen. Einerseits zieht sich der Yeti nun etwas weiter von uns zurück, andererseits werden einige der Würfel nun für eine Runde (und damit für alle Spieler) beiseitegelegt.

Würfel
Doch kommen wir lieber zu etwas Erfreulicherem. Denn alle anderen Symbole können wir für unsere Zwecke nutzen. So helfen etwa Sherpas dabei, den Berg zu besteigen, Zelte erlauben auch nach dem Rundenende nicht zurück ins Tal steigen zu müssen. Fußstapfen bringen uns der Spur des Yetis näher, was sich in Punkten niederschlägt. Besonders lukrativ sind hier die hohen Regionen des Berges. Bleiben zuletzt noch Goldmünzen. Diese erlauben uns einerseits hilfreiche Ausrüstung zu kaufen, die etwa im weiteren Verlauf zusätzliche Würfelsymbole oder Sonderfähigkeiten bieten. Alternativ können wir Fotos des Yetis erwerben, die mehr Punkte offerieren je höher der gezahlte Betrag ausfällt. Punkte bekommen wir übrigens auch, wenn uns die Mitspieler unsere teuer erworbenen Ausrüstungskarten abkaufen.

Der Yeti flieht
Bis hierhin klang das ja alles noch recht einfach. Ein Problem haben wir allerdings. Denn der Yeti flieht stets vor uns, ist er wohl doch noch etwas scheu. Eigentlich ist es nur unser Ziel, auf der Punkteleiste so weit voran zu kommen, bis wir das Feld mit dem Yeti erreichen. Leider schreitet dieser mit jedem Schneesturm einige Felder voran und entzieht sich somit immer wieder unserem Zugriff. Doch auch das hilft im wenig, denn früher oder später haben wir genug Punkte gesammelt um ihn doch zu erwischen. Und daran ändert auch die enthaltene Variante mit wechselndem Wetter und dem damit einher gehenden Unbill wenig.

Fazit
Wie ihr den obigen Beschreibungen bereits entnommen haben dürftet, ist Yeti kein wirklich kompliziertes Spiel. Vielmehr handelt es sich um ein eigentlich recht klassisches Würfelspiel mit eingängigen Regeln und einigen netten Ideen. Der Einstieg gestaltet sich ebenso flott wie das Spiel selbst, die Überschauberen Optionen verhindern längere Wartezeiten. Die  Unwetter sowie die ständige Flucht des Yetis sorgen obendrein für zusätzliche Spannung. Doch das beeindruckendste Element ist mit Sicherheit der Spielplan selbst. Der Berg in der Mitte sorgt bereits vor dem ersten Wurf für begeisterte Ausrufe und rechtfertigt schon fast alleine die (für ein Würfelspiel) recht große Box. Ihr merkt schon: Trotz des eigentlich sittsam bekannten Prinzips weiß Yeti durchaus zu gefallen.

Dennoch gibt es natürlich auch kleinere Schwächen. So zieht sich das Spiel insbesondere zu fünft bisweilen etwas. Gerade wenn der Yeti ständig die Flucht ergreift, kann es auch mal etwas länger dauern. Auch fällt die Interaktion, trotz einiger Elemente, recht überschaubar aus. Allerdings ändert das insgesamt wenig daran, dass Yeti ein optisch beeindruckendes und auch spielerisch rundum unterhaltsames Werk ist.

Kommentare:

  1. Hallo,
    wir haben das Spiel auch, sind aber etwas verwirrt was die Fussstapfen angeht. Wenn man beispielsweise vom Berg das Plättchen mit 6 Fussstapfen nimmt, werden die dann auch zusammen mit den bereits gewürfelten Fussstapfen mal drei (für die oberste Ebene) multipliziert oder geht man nur 6 Felder vor und wertet die anderen Fussstapfen gesondert? Und was ist mit den Fotos. Geht man nur die angegebene Zahl vor oder werden sie zu den anderen Fussstapfen gezählt und in der 4. Phase wieder mit der jeweiligen Ebene multipliziert? Bei dem Kärtchen, dass man für 3 Gold kauft, wird die Fussstapfe ja auch jede Runde mit multipliziert, oder? Wir haben hier teilweise sehr merkwürdige Sprünge gemacht und hatten dann manchmal sehr starke Abstände zwischen den einzelnen Spielern.
    LG
    Sunny

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    1. Hallo Sunny,
      es werden tatsächlich nur die gewürfelten Fußstapfen mit der Ebene multipliziert. Eine Ausnahme stellt das Plättchen dar, dass jede Runde einen zusätzlichen Fußstapfen bringt, da das ja wie ein Würfelergebnis zählt.
      Punkte für das Besteigen des Berges oder Fotos werden allerdings nicht multipliziert.

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