Montag, 6. Februar 2017

Spielwarenmesse 2017: Teil 3

So, Zeit für Teil 3 meines Berichtes zur Spielwarenmesse. Und damit quasi zu Teil 2 des zweiten Tages. Ja, ich weiß, macht nicht wirklich viel Sinn. Aber ich gelobe für den kommenden Bericht Besserung und werde möglichst Alles ganz genau durchnummerieren. Und bis es so weit ist habe ich zumindest eine Ausrede: Es gab einfach zu viel zu sehen. Und da ich zu möglichst vielem einige kurze Kommentare abgeben möchte, hat all die Schreiberei doch wieder mal länger gedauert als gehofft. Mit diesen Worten also noch einmal herzlich willkommen zu Teil 2.II meines Berichtes zur Spielwarenmesse.





Pegasus


Den Anfang macht dabei diesmal Pegasus, bei denen wir direkt am Samstagmorgen einen Termin hatten. Rund 1 1/2 Stunden Zeit also, um uns all die kommenden Neuheiten zeigen zu lassen. Und damit viel zu wenig Zeit, betrachtet man die Masse der angekündigten Spiele. Entsprechend musste ich eine kleine Auswahl treffen. Und nicht fehlen darf dabei natürlich Reiner Knizia. Leider wurde mir strengstens untersagt zu erwähnen, dass sein "neues" Spiel Axio doch ein wenig an "Einfach Genial" erinnert. Also mach ich das natürlich auch nicht und sage viel lieber, dass bereits eine ganze Reihe unter diesem Titel geplant ist.



Bereits kurz nach der Messe könnt ihr euch am Bau eures eigenen Traumhaus versuchen. Und das ist gar nicht weiter schwer. Denn die Karten die wir aus der zentralen Auslage bekommen, müssen nur passend platziert werden. Also ein großes Schlafzimmer, ein Bad auf jeder Etage und ein Spieleraum im Keller. Fragt sich nur, wo da noch Platz für die Küche ist? Und das Dach müsste auch mal neu gedeckt werden.


So, jetzt mach ich es mir mal einfach. Denn Love Letter dürften die allermeisten von euch schon kennen. Und die kommende Big Box ist quasi das gleiche Spiel, allerdings mit einem Schwung neuer Karten und für eine Anzahl von bis zu acht Spielern. Was ich absolut super finde, können mich doch so noch viel mehr Spieler aus der Runde kegeln bevor ich überhaut nur einmal dran war.


Etwas exotischer und auch deutlicher abstrakter wird es bei Onitama, das rudimentär an Schach erinnert. Und wie in Diesem versuchen wir auch hier, die gegnerische Hauptfigur zu schlagen. Dabei hängen unsere Zugmöglichkeiten von den Karten vor uns ab, die bei Benutzung stets in die Mitte (und von dort zum Gegner) wandern. Vorausplanen ist also angesagt. Und eine Vielzahl verschiedener Zugkarten verspricht obendrein viel Abwechslung.


Nach den eher komplexeren Werken Mombasa und Great Western Trail hat Eggertspiele in diesem Jahr einige Gänge zurück geschaltet. Denn Frogriders ist tatsächlich ein klassisches Familienspiel bei dem wir in Solitär-Manier über Frösche hüpfen und diese einsammeln. Je nach Farbe ermöglichen die Frösche im Anschluss verschiedene Aktionen oder dienen dem Erwerb siegpunktträchtiger Zielkarten. Vielleicht nicht unbedingt ein Werk für hartgesottene Strategen aber auf den ersten Blick durchaus interessant.


Eine ähnliche Zielgruppe dürfte Sheep & Thief ansprechen. Mittels gedrafteter Karten bauen wir hier Wege und Flüsse, sammeln Schafe und versuchen Zielkarten zu erfüllen. Das Besondere ist dabei der Fuchs, der auf jedem Spielplan unterwegs ist. Denn sobald wir diesen mittels Karte bewegen, hüpft er auch auf den Plänen der Mitspieler herum. Und wenn so ein Fuchs ein Feld mit Schafen erreicht, geht das für die selten gut aus.


Auch Inis wird durch Drafting gesteuert, ist ansonsten allerdings deutlich komplexer. Denn mit den Karten bewegen wir unsere Einheiten, kämpfen oder bringen neue Truppen ins Spiel. Ziel ist dabei üblicherweise, eine bestimmte Zahl an Gebieten oder Festungen in unseren Besitz zu bringen, auch wenn es durchaus verschiedene Siegbedingungen gibt.


Bleibt noch Captain Sonar, das für mich ein kleines Highlight darstellt. Denn in dieser U-Boot Simulation treten im Optimalfall 2 mal 4 Spieler gegeneinander an. Dabei übernimmt jeder Spieler eine bestimmte Rolle mit ganz individuellen Aufgaben. Und diese bestmöglich zu erledigen ist ebenso wichtig für den Sieg wie eine gute Absprache mit dem Team. Bleibt nur noch das Problem, wo ich eine ausreichend große Crew unterbringe.


Amigo


Hektisch aber dafür wohl nicht ganz so kompliziert wird es auch bei einigen der Neuheiten von Amigo. Oder den Altheiten. Oder den neuen Altheiten. Oder... Naja, Halli Galli kommt jetzt in einer Party Version mit neuer Box und leicht geänderten Regeln. Denn auf die Glocke hauen wir nun, wenn zwei Karten in einem Merkmal (Instrument, Farbe, Frucht) übereinstimmen. Sonst ändert sich nix.


Und wenn wir gerade so schön hektisch sind, machen wir doch einfach damit weiter. Denn in Caramba würfeln wir alle zugleich unsere fünf Würfel. Und würfeln einige davon direkt (und schnell) nochmal. Und nochmal. Bis wir fünfmal die gleiche Farbe haben. Dann nehmen wir uns den entsprechenden Pöppel aus der Mitte oder von einem Mitspieler. Sind alle Pöppel verteilt gibt es Punkte (mehr für den seltenen roten) und der Spaß beginnt von Vorne.
 

Genau das richtige während eines langen Messetages ist Deja-Vu. Denn vor uns liegt ein Haufen Pappplättchen die allerlei Gegenstände zeigen und sich dabei natürlich auch noch häufig ähneln. Nun werden Karten mit entsprechenden Bildern aufgedeckt. Wer glaubt, dass ein Gegenstand  schon mal zu sehen war, der grapscht danach. Wer daneben liegt ist für die Runde raus, wer übrig bleibt bekommt Punkte entsprechend der korrekten Teile. Was beim ersten Durchgang schon verwirrt sorgt spätestens in Durchlauf drei für echte Knoten im Hirn.
 

Dem Trend zu 2-Personen Spielen folgend bekommt nun auch Saboteur seine Umsetzung als Duell. Das Ziel bleibt dabei gleich, als Zwerge wollen wir Tunnel graben und Gold horten. Auch die Karten ähneln sich, wir können also etwa den Mitspieler durch kaputtes Werkzeug aufhalten. Mal abwarten, wie sich all das ohne Deduktion spielt.
 

Zuletzt gibt es auch aus dem Reich der Bohnen etwas Neues. Denn Bohnanza wird 20 und bekommt eine Neuauflage mit überarbeiteten Grafiken und einer neuen Springbohne spendiert. Viel mehr muss ich hier glaube ich nicht sagen.
 


HUCH! & friends


Auch HUCH! & friends hatte auf der Spielwarenmesse natürlich wieder einen großen Stand mit einigen Neuheiten. Und genau dazu gehört das GIPF-Projekt eigentlich ja nicht, handelt es sich doch vielmehr um Neuauflagen. Da ich die entsprechenden Spiele allerdings noch nicht in meinem Regal habe und von den ersten Teilen sehr angetan war, freue ich mich auch auf PÜNCT und DVONN, die sich obendrein optisch etwas deutlicher von den bisherigen Werken unterschieden.



Den Abschluss des GIPF-Projekts bildet im Laufe der kommenden Monate mit LYNGK dann doch ein vollkommen neues Spiel, das eine Synthese der anderen sechs Werke sein soll. Dabei bewegen wir uns entlang der Linien und versuchen, Türme mit allenverschiedenen Farben zu bilden. Obendrein ist zu Beginn noch völlig offen, welche Farben zu welchem Spieler gehört. Erst im Laufe der Partie entscheiden wir uns für zwei davon und versuchen damit, den Sieg zu erringen.



Nicht ganz so abstrakt fällt Invisible Ink aus, ein Malspiel das sich insbesondere durch seine rote Brille auszeichnet. Denn wer diese auf hat sieht nicht, was mit dem ebenfalls roten Stift gezeichnet wird. Und egal ob Zeichner, Rater oder gar Beide alles rot sehen, einfacher wird das Erraten der Begriffe damit bestimmt nicht.



Wer von euch schon mal auf Messen war, der kennt das Problem mit der Verpflegung. Entweder man schleppt den ganzen Tag sein Futter mit oder steht lange an um überteuerte und qualitativ oft fragwürdige Speißen zu kaufen. Also dann lieber Hunger haben. Was das ganze dann aber auf die Spitze treibt, das sind Verlage, die einem hungrigen Blogger Spiele übers Essen vorsetzen. Wie etwa Spaghetti, wo wir aus einem Kneuel von Fäden unter Zeitdruck möglichst viele herausziehen müssen. Natürlich ohne dass die Spaghetti oder Fleischbällchen über den Tellerrand rutschen.



Und als wären wir mit Spaghetti nicht schon gestraft genug, geht es danach direkt mit Pizza Diavolo weiter. Und die müssen wir sogar noch selbst zusammenbauen. Denn in diesem Knobler für eine Person bekommen wir Bestellungen, die wir mit den transparenten Pizzabelag-Scheiben selbst austüfteln müssen.




Wer jetzt Lust bekommen hat noch ein wenig mehr zu knobeln, dem sei Babushka ans Herz gelegt. Denn hier wollen Matrjoschkas wieder zusammengebaut werden, indem sie in gerader Linie über den Plan geschubst werden. Natürlich werden die insgesamt 60 Aufgaben dabei stets schwerer und dürften auch erfahrenere Rätsellöser herausfordern.




Wenig (also eigentlich gar nichts) kann ich zu Bullyparade (Brett- und Kartenspiel) sagen. Aber immerhin weiß ich jetzt, dass es im Laufe des Jahres einen entsprechenden Kinfilm geben wird. Zu dem ich auch nichts sagen kann.



OINK Games


Zum Abschluss gibt es heute noch einen kleinen Ausblick auf OINK Games. Vielleicht erinnert ihr euch? Das ist der Verlag mit den winzig kleinen Boxen die man fast nicht aufbekommt. Der Erstling Tiefseeabenteuer hat fast durch die Bank gute bis sehr gute Kritiken bekommen und auch das übrige Programm kann sich sehen lassen. Diesmal steht als Neuheit The Pyramid's Deadline an. In diesem Legespiel bauen wir alle an einer eigenen Pyramide, wobei Würfel vorgeben, welche Teile wir verbauen dürfen. Lukrativ ist dabei eine möglichst große Grundfläche sowie eine große Höhe. Da zu viele Spitzen aber zu einem Abzug führen, sollten wir das Spielende genau im Auge behalten. Denn auch dieses wird über die Würfel bestimmt und kann schneller kommen als man denkt.
 



OK, das soll es dann mit Teil 3 des Berichtes zur Spielwarenmesse auch schon wieder gewesen sein. Immerhin ging es diesmal deutlich voran und ich werde (hoffentlich) morgen mit Asmodee, Iello und einem kleinen Fazit zum Abschluss kommen.  Bis dahin lest doch einfach noch mal die Berichte aus den vorherigen Tagen (TEIL1 / TEIL2) oder schaut bei Christoph (HIER) vorbei.

3 Kommentare:

  1. Hallo Tim,

    vielen Dank für Deinen humorvollen Messebericht!

    Invisible Ink hab ich jetzt durch Dich "entdeckt" und werd es mal etwas im Fokus behalten.
    Bin mal gespannt, ob Du morgen noch etwas Näheres (bzw Aktuelles, denn alte Videos zum Prototypen gibt es ja schon lange) zu "Bunny Kingdom" berichten kannst.
    Und mittelfristig freu ich mich auf Spielberichte, vielelicht ja zu Tembo, Scotland Yard Kartenspiel, Bärenpark oder natürlich Valletta.

    Vielen Dank für Deine Arbeit für uns!

    Liebe Grüße!
    Daniel

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    1. Hallo Daniel,
      auf Bunny Kingdom konnte ich tatsächlich noch einen Blick werfen, spielerisch hat sich aber nicht wirklich was geändert. Werde morgen totzdem ein wenig dazu schreiben.

      Was Tembo und Scotland Yard angeht liegen die hier schon rum. Es wird also irgendwann was kommen :) Und auch bei Valletta bin ich zuversichtlich, da muss ich aber noch die Veröffentlichung abwarten :)

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  2. Wow, was für ein sprachgewandter Spieltitel (hust) :
    "Bullyparade - der Film - das Brettspiel"..^^
    Die Redaktion hätte es doch wenigstens "..- das Spiel zum Film" nennen können..

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