Mittwoch, 21. Dezember 2016

Red7



Eine signalrote Schachtel von der einem direkt das knallbunte Logo Red7 (Chudyk und Cieslik / Lucrum Games) anspringt. Darunter der Schriftzug „Gewinne oder du bist draußen!“. Na wenn das mal nicht ein echter Blickfang ist. Da kann man ja fast nicht anders, als einen neugierigen Blick in die Schachtel zu werfen. Nur um darin einen Stapel bunter und durchnummerierter Karten zu entdecken, die so in gefühlt jedem zweiten Kartenspiel zu finden sind.

Und doch bietet Red7 mehr als nur eine knallige Schachtel. Auch das Spiel selbst hebt sich von anderen Vertretern seiner Art spürbar ab. Denn der Titelzusatz ist Programm und draußen ist man schneller als man Red7 sagen kann. 

 
Die goldene Regel
Am Anfang ist alles noch ganz harmlos. Jeder Spieler bekommt 7 Handkarten, die jeweils in 7 Farben und mit Zahlen von 1 bis 7 vorkommen. Dazu bekommt man noch eine zufällige Startkarte in die eigene Auslage und schon geht es los. Und hier kommt auch schon die wesentliche Besonderheit von Red7 zum Tragen. Denn wenn wir am Ende unseres Zuges nicht gewonnen haben, scheiden wir aus der aktuellen Runde aus. Und am Ende übrig zu bleiben sollte stets unser Ziel sein.


Knappe Handkarten
Wie wir gewinnen, das gibt die Aufgabenkarte vor. So müssen wir etwa die aktuell höchste Karte (bei gleichen Zahlen gilt eine Farbreihenfolge) oder die meisten Karten einer Farbe in der eigenen Auslage haben. Um genau das zu bewerkstelligen, spielen wir eine unserer Karten in die Auslage und vergrößern diese damit. Wenn das nicht ausreicht, dürfen wir eine Handkarte nutzen, um die Aufgabe der aktuellen Runde zu ändern. Das Gemeine: Im Spielverlauf werden (üblicherweise) keine Karten nachgezogen. Damit ist sparsames Kartenmanagement der Schlüssel zum Sieg. Wer zu früh zu viele Karten verpulvert, hat nach wenigen Runden nichts mehr übrig und ist raus.

Regeln für erfahrene Spieler
Im normalen Spiel wird schlicht nach einer Runde der Sieger gekürt. Red7 bietet darüber hinaus aber auch noch einige Varianten für erfahrenere Spieler. So kann einerseits nach Punkten gespielt werden, wobei stets die für den Sieg verwendeten Karten einkassiert werden und damit aus dem Spiel sind. Obendrein gilt dann auch die Regel, dass man eine Karte nachzieht, sobald man eine Karte als Siegbedingung ausspielt, die einen höheren Wert als alle eigenen Karten hat. Wer sich als Red7-Experten sieht, der kann obendrein noch mit Zusatzfähigkeiten einiger Karten spielen. Ungerade Karten erlauben dann etwa das Nachziehen neuer oder das Zerstören gegnerischer Karten. Während die Interaktion damit deutlich zunimmt, bleibt das Ziel gleich. „Gewinne oder du bist draußen!“


Fazit
Obwohl Red7 im ersten Moment wir ein klassisches Kartenspiel im Stile von Uno daherkommt, steckt in der Box doch deutlich mehr. Die Grundregeln sind dabei noch recht einfach, aber bereits hier muss im eigenen Zug durchaus etwas gegrübelt werden. Spätestens in der Experten-Variante sind Denkpausen dann eher Regel als Ausnahme. Dass das nicht jedem gefällt dürfte dabei fast klar sein, denn die Spielzeit nimmt in solchen spürbar zu. Auch, dass Spieler deutlich vor dem Ende ausscheiden können, kann in einzelnen Partien stören. Wer ein schnelles kleines Spielchen erwartet dürfte dementsprechend enttäuscht werden. Wer sich aber auf die durchaus innovativen Ideen einlässt und auch bereit ist sich einige Runden einzuspielen, der bekommt mit Red7 ein wirklich interessantes Spielerlebnis geboten. Das ständige Abwägen der eigenen Möglichkeiten, der Versuch mit möglichst wenig möglichst viel zu erreichen und die zunehmende Spannung gerade gegen Ende einer Runde wissen zu gefallen. Von meiner Seite aus auf jeden Fall ein Gewinn.


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