Mittwoch, 12. April 2017

Tiefseeabenteuer



Heutzutage ist es ja leider absolut nicht ungewöhnlich, dass Spiele in viel zu großen Boxen angeboten werden. Teilweise mag dies an vorgegebenen Schachtelgrößen liegen, teilweise sind aber sicher auch die Möglichkeiten in der Vermarktung ein Grund. So oder so, dass ein Verlag den umgekehrten Weg geht dürfte doch eine absolute Ausnahme sein. Doch genau das macht Oink Games und verpackt seine Spiele in winzig kleine Boxen.

Das erste Spiel, dass der japanische Verlag in Deutschland veröffentlicht hat, ist Tiefseeabenteuer (Jun und Goro Sasaki). Und wie der Name schon sagt, tauchen wir dabei ab, um möglichst viele Schätze zu heben. Das gemeine: Der Sauerstoffvorrat ist begrenzt und nur wer zurück aufs U-Boot kommt, kann sich an seinen Schätzen erfreuen.



Und abwärts geht‘s
Wie es sich gehört, starten alle Taucher die Mission gemeinsam auf einem U-Boot. Unter diesem erstreckt sich eine Reihe aus verdeckten Schätzplättchen, die wertvoller werden je tiefer sie liegen. Abwechselnd würfeln wir nun mit zwei Würfeln (Zahlen von 1 bis 3) und tauchen die Reihe entlang abwärts. Nach jedem Wurf dürfen wir entscheiden das entsprechende Schätzplättchen aufzunehmen oder liegen zu lassen. Das Gemeine: Mit jedem Plättchen werden wir langsamer und ziehen von nun an deren Anzahl vom Würfelwurf ab.

Der Weg zurück
Bis hierhin klingt das alles noch recht entspannt. Doch eine kleine Gemeinheit macht daraus ein wirklich fieses Unterfangen. Denn sobald man einmal angefangen hat Schätze zu sammeln, sinkt der Sauerstoffvorrat rapide. Denn nun wird vor jedem Würfelwurf der Zähler am U-Boot, der für alle Tauscher gleichermaßen gilt, für jeden Schatz reduziert. Wir sollten uns also genau überlegen wann wir uns an den Aufstieg machen. Insbesondere, da dieser vollbeladen sehr lange dauern kann. Zwar können wir eingesammelte Schätze mit etwas Glück unterwegs wieder abwerfen, so richtig lohnend ist das aber naturgemäß nicht.


Die Ausbeute
Im Optimalfall haben wir das U-Boot erreicht, bevor der Sauerstoff ausgeht. Dann zählen all die schönen Schatzplättchen als Punkte. Wer dagegen nicht rechtzeitig an Bord kommt, der geht leider leer aus (abgesehen von weiteren, weniger harmlosen Auswirkungen). Das ist aber gar nicht so schlimm, denn immerhin gibt es drei Durchgänge. Und da die weniger lukrativen Plättchen schon früh geborgen wurden, wird die Ausbeute mit jedem Versuch ertragreicher. Und so ist es gar nicht ungewöhnlich, dass bereits ein einziger lukrativer Beutezug für den Spielsieg ausreicht.

Fazit
Was alles in die kleine Packung von Tiefseeabenteuer gepresst wurde, das ist wirklich beeindruckend. Und zwar sowohl spielerisch als auch materiell. Denn die vielen Chips und Figuren füllen die kleine Packung restlos aus, bleiben dabei aber zumeist durchaus zweckmäßig. Obendrein ist das Spiel selbst eingängig und stets packend. Im richtigen Moment den Rückweg anzutreten ist gar nicht so einfach, wie man anfänglich denkt. Denn einerseits soll die Ausbeute natürlich groß sein, andererseits ist der Spatz in der Hand… und so weiter. Dabei muss immer wieder gezockt werden, mit jedem Wurf wird gebangt und gehofft. Obendrein können einem die Mitspieler durchaus auch ein Bein stellen, etwa indem sie den Sauerstoffvorrat möglichst schnell leersaugen.

Natürlich hat das Glück dennoch einen wesentlichen Anteil. Und wer mit gerade einmal zwei Schätzen kurz vor dem U-Boot ertrinkt, der mag Fortuna auch schnell einmal verfluchen. Dazu sind die Punkte auf den Chips bis zur Bergung geheim und die Spanne ist nicht gerade klein. Das sollte man abkönnen. Darüber hinaus lässt das Spiel zu zweit stark nach, der Sauerstoffverbrauch ist hier fast schon etwas zu planbar. Zu sechst ist es dagegen sehr chaotisch, gerade zu Beginn wird oft schon nach zwei Würfen kehrtgemacht. Hier hätte eine Anpassung an die Spielerzahl geholfen.

Trotz dieser kleinen Schwächen ist Tiefseeabenteuer tatsächlich ein großes Spiel in einer kleinen Schachtel.




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