Mittwoch, 18. Mai 2016

TIME Stories: Die Drachenprophezeiung



OK, langsam wird es kompliziert. Bereits bei meiner Besprechung von TIME Stories (HIER) wusste ich eigentlich nicht genau, was ich sagen sollte. Einerseits will ich euch ja möglichst hilf- und aufschlussreiche Information an die Hand geben, andererseits sollten Spoiler bei einem Spiel, das sich um spannende Geschichten dreht, besser vermieden werden. Beim Marcy-Fall konnte ich mich ja noch einmal geschickt aus der Affäre ziehen, wie ihr HIER nachlesen könnt. Allerdings klappt das wohl nur einmal. Entsprechend versuche ich mich diesmal tatsächlich an einer kurzen, Spoiler-freien Besprechung des neuen TIME Storie-Falls. Da ich aber dennoch nicht zu viel verraten will, werde ich mich bei der Beschreibung (sehr) kurz fassen und mich mehr auf das Fazit konzentrieren.

Wie der Name schon verrät, führt euch auch die Drachenprophezeiung (Manuel Rozoy / Asmodee) wieder in gänzlich neue Gefilde. Diesmal besuchen wir das Mittelalter. Allerdings nicht so, wie ihr es kennt… oder zu kennen glaubt. Vielmehr betreten wir eine Welt der Fantasie, voller Magie und Mythen.



Ein neuer Fall
Auch die Drachenprophezeiungen beginnt, wie gewohnt, mit einer Einweisung im Hauptquartier der TIME Agency. Auch diesmal gilt es wieder, einem Mysterium auf die Spur zu kommen. Auch diesmal steht euch dazu nur begrenzt Zeit zur Verfügung. Alles wie gehabt also. Naja, zumindest irgendwie. Denn wenig überraschend ist auch die Drachenprophezeiung wieder voller Überraschungen. Neben dem neuartigen Setting kombiniert mit stimmiger Grafik gehören auch wieder neue Spielmechanismen, interessante Rätsel und herausfordernde Kämpfe zum Programm. Und genau an dieser Stelle beende ich dann auch schon wieder meine Besprechung der Mechanismen und mache sicherheitshalber mit dem Fazit weiter.


Fazit
Zwei grundverschiedene Fälle durften wir bisher bei TIME Stories spielen, die Drachenprophezeiung sollte unser dritter Ausflug werden. Das bedeutet einerseits, dass wir im Vorfeld eine enorme Erwartungshaltung hatten, andererseits aber auch, dass wir ziemlich genau wussten was uns erwartet. Oder auch nicht. Denn auch dieses Abenteuer wartet mit einer Vielfalt neuer Ideen auf, einige davon fast schon bahnbrechend. Gerade ehemalige Rollenspieler und Fantasy-Freunde werden sich in dem Setting natürlich pudelwohl fühlen, das die gängigen Klischees auch durchaus rege einsetzt. Aber auch wer mit solchen Geschichten eigentlich nichts anfangen kann, darf durchaus einen Blick riskieren. Denn auch das drum herum ist absolut gelungen.

Persönlich hat mir dabei besonders gut gefallen, dass wir wieder eine größere Zahl unterschiedlicher Charaktere zur Auswahl haben, was sich auch auf das Spielgefühl auswirkt. Darüber hinaus bietet das Abenteuer diesmal auch einen gewissen Wiederspielwert, da zumindest wir nach dem Sieg unbedingt noch wissen wollten, was alles übersehen wurde. In die gleiche Kerbe schlägt auch der enorme Umfang der Karten, der bisherige Abenteuer locker in den Schatten stellt. Etwas problematisch kann dennoch sein, dass es (angeblich) möglich ist, in einem Durchgang das Ziel zu erreichen. Uns ist das zwar nicht passiert, ein gewisser Frust ist in einem solchen Fall aber durchaus denkbar.

Insgesamt hat uns auch Die Drachenprophezeiung wieder vollkommen umgehauen. Spielerische Überraschungen, ein ständiges Gefühl der Spannung und ein Setting das uns kaum mehr liegen könnte. Nachdem der Marcy-Fall für uns (auf sehr hohem Niveau) minimal nachgelassen hat, punktet die Drachenprophezeiung wieder auf allen Ebenen. Wer mit einem qualitativen Rückgang gerechnet hat, der wird hier wiederlegt. Denn einmal mehr zeigt sich TIME Stories als eines der beeindruckendsten Werke der vergangenen Jahre.


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