Dienstag, 28. Juni 2016

Roll for the Galaxy



Viele von euch dürften sie kennen. Die Suche nach dem perfekten Spiel. Dem einen Spiel, dass all die anderen überflüssig macht und das Tag und Nacht gespielt werden kann, ohne dass es an Reiz verliert. Nun, vor einigen Jahren hatte ich das Glück, ein solches Spiel zu entdecken. Und auch wenn der Reiz dann doch irgendwann nachgelassen hat, so brachte mir Race for the Galaxy (HIER) doch für weit mehr als 100 Partien Spielspaß pur. Kein Wunder also, dass ich bereits seit den ersten Informationen zu Roll for the Galaxy (Wei-Hwa Huang und Thomas Lehmann / Pegasus Spiele) Feuer und Flamme bin. Und jetzt, da es endlich auf Deutsch erhältlich ist, wurde es natürlich einer intensiven Prüfung unterzogen.

Tatsächlich erinnert die Würfelumsetzung frappierend an den erfolgreichen Vorgänger. Zugleich wurde das Spiel aber an den richtigen Stellen vereinfacht und wartet obendrein auch mit neuen Ideen auf.


The Galaxy
Beginnen wir doch einfall mal mit den Grundlagen, die weitestgehend auch schon von Race for the Galaxy bekannt sind. Und dazu gehört das grundlegende Ziel, das einmal mehr aus Siegpunkten besteht. Um diese zu erreichen, besiedeln wir Planeten und erforschen Entwicklungen, die uns neben Siegpunkten verschiedene Boni gewähren. Entsprechende Planeten vorausgesetzt können wir obendrein Rohstoffe anbauen und wiederum für Siegpunkte verschiffen. All das wiederholen wir so lange, bis entweder die Auslage eine gewisse Größe erreicht hat, oder aber die Siegpunktmarker aufgebraucht sind.


Roll
Bis hierhin dürften erfahrene Race-Spieler wenig Neues entdeckt haben. Für all jene hier also der grundlegende Unterschied: Es gibt keine Karten mehr, dafür aber bergeweise Würfel. Die in vielen verschiedenen Farben vorhandenen Sechsseiter sind dabei der Motor des Spiels. Denn mit diesen würfeln und führen wir jede Runde verschiedene Aktionen aus. Dabei verfügt jede Würfelfarbe über eine andere Zusammenstellung der insgesamt 6 verschiedenen Symbole (inklusive Joker). Zu Beginn jeder Runde verteilen wir die gewürfelten Symbole geheim auf die entsprechenden Aktionen, dürfen dabei aber auch auf verschiedenen Wegen Würfel umverteilen. Dazu wird stets ein beliebiger Würfel als Hauptwürfel genutzt, und damit bestimmt, welche Aktion zwingend gespielt wird. Denn in der Hauptphase werden nur jene Aktionen tatsächlich ausgeführt, die mindestens ein Spieler gewählt hat.


Aktionen
Was genau bieten aber nun die Aktionen? Nun, mittels Erforschen können wir neue Plättchen aus dem Beutel ziehen und (je nach Seite) als Planet oder Entwicklung auslegen. Siedeln oder Erforschen ermöglichen dagegen, den genutzten Würfel auf einem so ausgelegte Plättchen zu platzieren und dieses (sobald genug Würfel darauf liegen) in das eigene Reich zu verschieben, wo es von nun an genutzt werden kann. Zuletzt können Würfel mittels Produzieren auf Planeten gelegt werden und von dort über Verschiffen in Siegpunkte oder Geld umgewandelt werden. Apropos Geld: Am Ende der Runde müssen wir genutzte Würfel über Geld zurückkaufen. Da dieses in erster Linie über Handel oder nicht anderweitig verwendete Erforschen-Aktionen ins Spiel kommt, ist geschicktes Haushalten hier unerlässlich. Sonst sitzt man ganz schnell mit nur einem oder zwei bereiten Würfeln dar, was die eigenen Möglichkeiten doch stark einschränkt.

http://spielfreude.blogspot.de/2016/06/roll-for-galaxy.html

Fortschritt
Während bis hierhin die grundlegenden Regeln von Roll for the Galaxy zusammengefasst wurden, blieb das spielerisch entscheidende Element noch unerwähnt. Die besonderen Fähigkeiten, die Planeten oder Fortschritte offerieren. Während neue Planeten dabei zumeist einfach mehr Würfel und zusätzlichen Platz für Handelsgüter bieten, ist die Abwechslung bei den Entwicklungen deutlich größer. Denn fast alle bringen Vorteile in verschiedenen Phasen, wie etwa zusätzliches Geld beim Handel, imaginäre Würfel in bestimmten Phasen oder die Option, Würfel zwischen den Phasen zu verschieben. Auch zusätzliche Siegpunkte lassen sich so generieren, was den Fokus auf bestimmte Strategien stärkt. So oder so sind die korrekte Nutzung dieser Fähigkeiten und deren Auswahl entscheidend für den Spielsieg.

Fazit
Eigentlich kann ich mir das Fazit hier sparen. Denn ich liebe Race for the Galaxy, ich mag clever eingesetzte Würfel in Brettspielen und ich stehe total auf Spiele mit vielen abwechslungsreichen Optionen. Na dann ratet mal: Auch Roll for the Galaxy liegt total auf meiner Wellenlänge. Das Spiel bietet viel Abwechslung, reichlich zu erkundende Optionen und obendrein wunderbares Material. Auch die Regeln sind deutlich eingängiger als noch beim Original, auch wenn das Regelheft erst einmal erarbeitet werden will. Durch das gleichzeitige Platzieren der Würfel kommen obendrein wenig Leerlauf und zusätzliche Spannung hinzu, ob die Mitspieler richtig gelesen wurden und ob die gewünschten Aktionen alle ausgeführt werden. Zuletzt runden viele kleine aber gelungene Elemente (immer mindestens 1 Geld, zufällige Zusatzphase bei 2 Spielern) das Gesamtbild positiv ab.

Dennoch kann Roll for the Galaxy für mich nicht ganz mit dem herausragenden Original mithalten. Für mich war das Kartenspiel einfach noch einen Ticken spannender, kam mit deutlich weniger Material aus und bot tatsächlich noch einen Hauch mehr Optionen. Denn Roll kann mitunter durch die Masse der Würfel etwas unübersichtlich werden und der allgemeinen Vereinfachung sind schlicht auch einige Elemente (etwa Windfall-Welten) zum Opfer gefallen die ich in dutzenden Spielen schätzen gelernt habe. Dennoch ist das Jammern auf hohem Niveau und Roll for the Galaxy ist und bleibt für mich ein absolut würdiger Nachfolger und ein rundum gelungenes Spiel.


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