Freitag, 16. Juni 2017

Zug um Zug: Meine erste Reise



Zugegeben, Lockführer dürfte heute wohl nicht mehr auf einem der vorderen Plätze liegen, wenn man Kinder nach ihrem Wunschberuf fragt. Wo früher noch Polizisten oder Astronauten als Konkurrenz antraten, gilt es sich heute mit Youtube-Stars und Instagram-Berühmtheit zu messen. Und dennoch übt die Eisenbahn nach wie vor einen großen Reiz aus und ist auch aus der Brettspielszene nicht wegzudenken. Und so verwundert es nicht, dass es nun auch eine Umsetzung des Klassikers Zug um Zug als Kinderspiel gibt.

Zug um Zug: Meine erste Reise (Alan R. Moon / Asmodee) bleibt dabei sehr nahe am Original. Nach wie vor platzieren wir Züge auf dem Plan und errichten damit Strecken, die unseren Aufgabenkarten entsprechen. 


Wir bereisen Europa
Wie im Original erstreckt sich vor uns auch bei „Meine erste Reise“ eine schöne gestaltete Landkarte. Darauf abgebildet sind viele Städte, kindgerecht neben dem Namen auch mit passenden Sehenswürdigkeiten versehen. All diese Städte sind über farbige Eisenbahnstrecken verbunden, die als Baugrund für unsere Züge dienen. Sind wir an der Reihe, dürfen wir stets zwischen zwei Aktionen wählen. Entweder wir ziehen zwei Waggonkarten oder wir verwenden diese um eine farblich passende Strecke zu bauen.


Von Ost nach West und zurück
Bereits zu Spielbeginn bekommen wir zwei Tickets. Diese zeigen jeweils zwei Orte, die wir mit eigenen Zügen verbinden sollten, wobei durchaus auch Umwege zulässig sind. Erfüllen wir eines dieser Tickets, ziehen wir sofort ein weiteres nach. Gerade gegen Ende passiert es dabei durchaus, dass weitere Tickets automatisch erfüllt werden. Entsprechend schnell kann das sechste Ticket erfüllt sein, was zum Spielsieg genügt.


Fazit
Meine erste Reise ist tatsächlich eine gelungene und kindgerechte Umsetzung des Klassikers, beschränkt auf seine grundlegenden Elemente. Entsprechend ist der Spielverlauf schnell verstanden, die gelungene Optik machen darüber hinaus Lust auf das Spiel. Gerade die zusätzlichen Illustrationen gefallen, wobei eine kleine Erklärung noch ein netter Bonus gewesen wäre.

Etwas schwieriger als das schlichte Anwenden der Regeln war dagegen (zumindest in meinen Runden) die taktische Umsetzung. Die passende Route zu finden, die Kartenhand bestmöglich zu nutzen oder vielleicht sogar gezielt wichtige Strecken schneller zu belegen, dass sind Entscheidungen die mit dem angegebenen Mindestalter von sechs Jahren doch mindestens eine Herausforderung darstellen. Ebenfalls nicht unerwähnt bleiben sollte natürlich der enorme Glücksfaktor. Insbesondere bei den Tickets kann dieser immens sein. Wenn später gezogene Tickets bereits automatisch erfüllt sind, kann ein deutlich zurückliegender Spieler urplötzlich gewinnen.

Unabhängig von Glück oder taktischem Vorgehen hatten meine jungen Mitspieler dennoch reichlich Spaß an ihrer ersten Reise und wollten nicht selten direkt erneut aufbrechen. 



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