Freitag, 19. August 2016

Zombie Würfel Deluxe



Spiele mit Zombies gibt es ja inzwischen wie Sand am Meer. Was aber, wenn ich auch im Urlaub nicht auf meine tägliche Portion Untote verprügeln verzichten will? Denn große Boxen mit hunderten von Miniaturen (etwa Zombicide) sind schlicht zu schwer, andere Spiele (wie Winter der Toten) haben so viele Karten, dass sie am Strand schnell vom Winde verweht werden. Da wird die Auswahl entsprechend schnell dünn. Was aber eigentlich immer geht, ist so ein schnelles und kompaktes Würfelspiel. Und glücklicherweise gibt es die inzwischen ja auch mit Zombies.

Wobei, eigentlich ist „inzwischen“ etwas übertrieben. Denn Zombie Würfel (Steve Jackson / Pegasus) ist bereits etwas älter, nur die Deluxe-Version ist noch recht neu. Und auch eine der Erweiterungen gibt es noch nicht wirklich lange. Damit ich diesen Beitrag also irgendwie rechtfertigen kann, werde ich auch auf Änderungen der neuen Version eingehen und obendrein auch gleich noch die beiden Erweiterungen besprechen.



Inhalt Deluxe
Beginnen wir doch direkt einmal mit dem Inhalt der verschraubbaren Kunststoffbox, welche selbst schon den ersten Unterschied zur Pappbox des Originals darstellt. Dieser besteht nach wie vor in erster Linie aus 13 Würfeln in 3 verschiedenen Farben. Auf diesen abgebildet sind jeweils (in unterschiedlicher Zusammensetzung) Gehirne, Fußspuren und Schrotflinten-Symbole. Dazu befindet sich in der Box obendrein ein Wertungsblock, womit die Neuerungen gegenüber der ersten Version auch bereits aufgezählt sind.





Hirn
Der Spielverlauf selbst ist denkbar einfach. Wer an der Reihe ist zieht 3 Würfel zufällig aus dem Becher und würfelt sie. Gewürfelte Schrotflinten und Gehirne werden sofort zur Seite gelegt. Kommt man nun auf 3 oder mehr Schrotflinten ist die Runde zu Ende und man geht leer aus. Andernfalls zieht man neue Würfel aus dem Becher und wirft diese zusammen mit den Fußspuren erneut. Alternativ darf man auch vor dem Ziehen aussteigen und die Runde beenden. In diesem Fall bekommt man alle gewürfelten Gehirne gutgeschrieben, wovon ganze 13 benötigt werden, um das Spiel zu beenden. 


Zombie Würfel 2: Double Feature 
Und damit kommen wir auch schon zu der ersten von 2 kleinen Erweiterungen, die zusätzlich erworben werden können. Diese besteht aus 3 speziellen Würfeln die entsprechend Sechsseiter aus dem Basisspiel ersetzen. Einer davon bringt dem Würfelnden als „Weihnachtsmann“ Geschenke, was etwa die eigenen Lebenspunkte erhöht oder 2 Gehirne auf einmal verspricht. Auch der „Echte Kerl“ und der „Heiße Feger“ haben auf einigen Seiten gleich 2 Gehirne, als Ausgleich könnt ihr damit aber auch doppelte Schrotflinten würfeln. Und zuletzt können die Würfel sich gegenseitig befreien, gewürfelte Gehirne sind nun also nicht mehr sicher.




Zombie Würfel 3: Schulbus 
Eine etwas auffälligere Erweiterung ist der Schulbus. Diese besteht zwar nur aus einem Würfel, der hat allerdings 12 Seiten und ist deutlich größer. Entsprechend wird er auch nicht zufällig gezogen sondern von Beginn an neben der Box platziert. Nach dem ersten Wurf können wir uns stets entscheiden einen Würfel weniger zu ziehen und dazu den Schulbus zu würfeln. Hier sind sowohl das Risiko als auch die potentielle Ausbeute deutlich erhöht. Bis zu 3 Gehirne auf einmal sind möglich, zugleich aber auch das automatische Ende der Runde oder gar der Verlust von Gehirnen. Obendrein können geflohene Würfel (Fußspuren) nur verfolgt werden, wenn der Bus verlassen wird, wodurch er für diese Runde nicht mehr zur Verfügung steht. Im Vergleich zum Basisspiel kann hier also etwas mehr entschieden werden.



Fazit
Zombie Würfel ist ein denkbar schnelles und einfaches Spiel, perfekt für unterwegs oder als Absacker nach einem langen Spieleabend. Die zu treffenden Entscheidungen beschränken sich auf den Moment des Aufhörens, einzig die Art der Würfel gibt einen kleinen Hinweis auf die Wahrscheinlichkeiten. Wer fast nur noch rote oder gelbe Würfel nachziehen kann, der sollte vielleicht besser aufhören. Auch die Interaktion ist überschaubar und beschränkt sich nur darauf, die Punkte der Mitspieler in die Überlegungen mit einzubeziehen. Und dennoch macht Zombie Würfel richtig Spaß. Während des kurzen und intensiven Spiels schwankt man ständig zwischen Hoffen und Bangen, zwischen Freude und Verzweiflung. Die Deluxe-Version kommt dabei auch noch mit einer besseren Box und einem Wertungsblock daher, was durchaus positiv zu erwähnen ist. Einzig die recht lauten Würfelgeräusche der neuen Box fallen unangenehm auf.

Nicht ganz so positiv wurden bei uns die beiden Erweiterungen aufgenommen. Insbesondere das Double Feature bietet eigentlich keine nennenswerten neuen Möglichkeiten. Zugleich sind aber mehr Regeln im Kopf zu behalten und werden während der Partie auch schnell vergessen. Ähnliches gilt zwar auch für den Schulbus, der aber tatsächlich auch einige neue Optionen und Entscheidungen bietet. Zwar nimmt auch hier die Zahl der Regeln spürbar zu, dennoch wird man durch die höhere Abwechslung entschädigt.

Zombie Würfel hat sich bei uns als einer der wenigen Absacker bereits seit einiger Zeit fest etabliert, das unterhaltsame und kurzweilige Prinzip macht einfach immer wieder Spaß. Und wer etwas mehr Abwechslung wünscht, der kann durchaus auch zu den Erweiterungen greifen.





http://spielfreude.blogspot.de/p/vorschau-spiel-2016.html

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